Cueva del Viento

Cueva del VientoCueva del Viento – spannende Reise in die Erdgeschichte

Urlauber, die die spanische Insel Teneriffa besuchen, sollten sich einen Abstieg in das längste Höhlensystem Europas nicht entgehen lassen, denn die vor 27000 Jahren entstandene Höhle hat nicht nur geologisch eine Menge Interessantes zu bieten.

Entstehung und Entdeckung der Höhle
Das im Norden der Insel oberhalb von Icod de los Vinos gelegene Höhlensystem entstand vor 27000 Jahren beim Ausbruch des Vulkans Pico Viejo. Wie Höhlenforscher rekonstruierten, erstarrte der erste Lavastrom innerhalb eines einzigen Tages und schuf die unterste der drei Höhlen-Ebenen. Der darauf folgende Vulkan-Ausbruch legte die zweite Ebene an. Der Lavastrom der dritten Eruption schuf die dritte Stufe. Mit maximal 70 cm am niedrigsten ist die unterste Ebene. Besucher der Höhle lernen einen 200 Meter langen Abschnitt der zweiten Stufe (4 m Höhe) kennen. Die jüngste Lava-Formation ist durchschnittlich 16 Meter hoch. Entdeckt wurde die fünftlängste Vulkan-Röhre der Welt vor 100 Jahren, als eine Ziegenhirtin mit einem sehr dünnen Stück Höhlendecke einbrach. Ende der 1960er Jahre fanden die ersten systematischen Erkundungen der „Höhle des Windes“ statt. Inzwischen sind insgesamt 17 km freigelegt, erforscht und kartografiert. Höhlenforscher gehen allerdings davon aus, dass das unterirdische Tunnelsystem mit allen seinen Abzweigungen noch wesentlich länger ist. Ihren Namen erhielt die Naturschönheit aus Basalt-Gestein wegen des Kamin-Effekts in der Höhle: Aus sieben Eingängen strömt Luft in die Tunnel und pfeift den Besuchern um die Ohren. Das Besondere an dieser Sehenswürdigkeit ist, dass sie aus drei Ebenen und zwei Lava-Arten (Stricklava und Brockenlava) besteht.

In der Höhle
Für Höhlenforscher und Besucher gleichermaßen interessant sind die vielen verschiedenen Lava-Formationen. Man findet Terrassen aus erkalteter Lava neben Lava-Stalaktiten. An manchen Stellen stürzt die Lava wasserfallartig in die darunter befindliche Ebene. Überall kann man Tröpfchen aus erkaltetem Basalt von der Decke hängen sehen. Die unterirdische Tierwelt, die der normale Höhlenbesucher allerdings nicht zu sehen bekommt, wartet mit Neuartigem auf. Von den in der Cueva del Viento lebenden 190 Tierarten besteht der größte Teil aus Insekten. 48 dieser Arten sind nur in diesem einzigartigen Biotop lebensfähig. Überleben können diese Tiere dort nur deshalb, weil sie es bis zu drei Monate ohne Nahrungsaufnahme aushalten und einen sehr guten Tastsinn haben. 15 der in der Cueva del Viento entdeckten Tierarten waren der Wissenschaft bisher noch nicht bekannt. Eine weitere Attraktion sind die dort entdeckten Fossilien, zu denen auch Riesenratte und Riesenechse gehören.

Hinweis für Touristen
Wer die Cueva del Viento besichtigen möchte, sollte sich zuvor im Informationszentrum anmelden, da die Besichtigung der Höhle nur mit Guide und in Gruppen von maximal 16 Personen möglich ist. Die Führung beginnt im Informationszentrum und dauert insgesamt 2 Stunden. Besucher sollten unbedingt lange Hosen und Wander- oder Sportschuhe tragen. Kindern unter 5 Jahren ist der Zutritt aus Sicherheitsgründen verboten.

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