Über 3800 Frauen von der Beschneidung bedroht

Ausgeführt aus kulturellen religiösen Gründen in weiten Teilen Afrikas und des Mittleren Ostens, verursacht die weibliche Genitalverstümmelung ernste physische und psychische Schäden bei den betroffenen Frauen. In Spanien ist sie seit 2005 eine Straftat und wird auch verfolgt, wenn sie nicht auf spanischem Hoheitsgebiet durchgeführt wurde. Die Kanaren, wegen ihrer Nähe zu Afrika, ist ein Gebiet mit vielen potentiellen Opfern dieser extremen Körperverletzung. Darüber gibt eine Studie Auskunft, die von der Fundación Wassu de la Universidad Autónoma de Barcelona (UAB) erstellt wurde. Eine der Autoren, Amalia Gomez, erklärte nun der DA, dass auf den Kanaren gut 11000 Frauen leben, in deren Heimatländern, Senegal, Mauretanien, Nigeria, Guinea-Bissau, Guinea und Ghana diese Praxis durchgeführt wird. Laut der Fundación sind auf den Kanaren gut 3860 Frauen von der Beschneidung bedroht, haben sie schon erlitten oder sind kurz davor. Gut 1000 dieser Frauen sind Minderjährige, die vor allem in Las Palmas de Gran Canaria und in der Gemeinde Arona leben. Die Beschneidung hat viele Aspekte, so Amalia Gomez weiter, sie geschieht aus kulturellen Motiven, die mit der Tradition zu tun haben und als Übergangsritus, der mit der ethnischen und Geschlechterkonstruktion in vielen Ländern des Gebietes der Sub-Sahara zu tun hat. Deshalb ist Aufklärung und Prävention enorm wichtig, so Gomez. Die Fundacion betreibt deshalb nicht nur Aufklärung, sondern auch aktive Projekte in Gambia.Die Beschneidung hat nicht nur extreme Konsequenzen für die betroffene Frau selbst, sondern kann auch eine spätere Schwangerschaft und das Baby gefährden, so die WASSU weiter.Die Fundacion sieht sich als ein Pionier in Spanien, mit langfristigen Zielen und betreibt weitere Studien in den Ursprungsländern, aber auch in den Ländern, in denen die Betroffenen leben. Die Studie, finanziert von der Agencia Española de Cooperación, basiert den Einwohnerzahlen in Ländern wie Gambia oder Mauretanien, wo über 80% der Frauen von der Beschneidung bedroht sind. Genaue Zahlen erhält man aber nur aus ärztlichen Statistiken, die aber auch nicht objektiv sind, da viele Beschneidungen von der eigenen Familie durchgeführt werden und somit die offiziellen Statistiken nur ein Schätzwert sind. Vertreter des Kanarischen Gesundheitssystems sind aber nach eigenen Angaben sensibilisiert und überprüfen mit dem Programm der kindlichen Gesundheit die Risikofaktoren wie Herkunft und Traditionen der Herkunftsländer oder einer möglichen Reise der Kinder in die Heimat. Laut dem spanischen Strafgesetz ist die Beschneidung eine Körperverletzung und wird lauf Artikel 147, 148, 149 und 150 mit bis zu 12 Jahren Haftstrafe belegt, außerdem kann die Aufenthaltserlaubnis entzogen werden. Bei Verdachtsmomenten kann auch die Ausreise von Kindern aus Spanien verweigert werden, das wird juristisch und behördlich überprüft und veranlasst. (DDA 18/03/14)

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Bis jetzt noch keine Kommentare

  1. Tarajal
    März 19, 19:16 Reply

    Es erschüttert mich immer wieder, wieso sich dieses ***** Denken nicht ausmerzen lässt.

    Verständnislose Grüße Tarajal 🙁

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