Polizist verliert Job und Wohnung, weil er seine Tochter zum Arzt brachte

Ein Beamter der Guardia Civil ist von seinen Vorgesetzten vom Dienst suspendiert und aufgefordert worden, seine Wohnung in der Polizeisiedlung in Ofra zu räumen, weil der aufgrund einer Erkrankung seiner Tochter eine halbe Stunde zu spät auf seinem Dienstposten erschienen ist. Der Mann, dessen Ehefrau bei der Nationalpolizei angestellt ist, muss sich nun einen Job auf dem Festland suchen. Die Gewerkschaft der Polizei will alle Hebel in Bewegung setzen, um die Entscheidung der Dienstbehörde rückgängig zu machen.

Der Beamte hatte nach seiner Schicht, die von 5 Uhr morgens bis 19 Uhr abens dauerte, seine fünf Monate alte Tochter zum Centro Medico gebracht, weil das Mädchen Fieber hatte und sich übergeben musste. Der Aufenthalt dort dauerte bis in die Morgenstunden. Der Beamte rief deshalb seine Vorgesetzten an, dass er sich wohl verspäten würde. Er trat dann mit 30 Minuten Verspätung seine nächste Schicht an. Sein Vorgesetzter stellte ihn dann zur Rede und fragte ihn warum denn nicht seine Frau die Kleine begleitet hätte, der Stand des Beamten der Guardia Civil sei doch wohl wichtiger anzusehen, als der eines Beamten der Policia Nacional.

Kurze Zeit später erhielt der Mann einen Anruf aus dem Kindergarten, dass es seiner Tochter wieder schlecht gehen würde und bat seinen Vorgesetzten, zu seiner Tochter fahren zu dürfen. Dies wurde ihm aber strikt verweigert. Der Beamte widersetzte sich der Anweisung und brachte seine Tochter in ein Krankenhaus, um, wie er sagte, seiner „Pflicht als Vater“ nachzukommen. Nach seiner Rückkehr drohte ihm sein Vorgesetzter Konsequenzen an mit den Worten, „Pass auf, und sei vorsichtig, was Du machst, Du könntest jeden Tag Probleme bekommen.“ Nach einer geringen Bestrafung für sein Vorgehen wurde dem Beamten von seinem Vorgesetzten dann das Vertrauen entzogen und sein Rauswurf aus der Guardia Civil angeordnet, wodurch er auch das Anrecht auf die Dienstwohnung verlor.  

Die Polizeigewerkschaft bezeichnet das Vorgehen des Vorgesetzten als grausam und unmenschlich an und verlangt eine psychologische Untersuchung des Kapitäns, der wohl Schaden genommen hätte während seiner Anstellung im Baskenland und auch die Handlungsweise des entlassenen Beamten nicht nachvollziehen könnte, weil er selbst keine Kinder hätte.  Die Polizeikommandantur und der Vorgesetzte weigern sich momentan noch, zu dem Sachverhalt Stellung zu nehmen.

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Bis jetzt noch keine Kommentare

  1. Pfote 9
    Mai 13, 17:50 Reply

    Hier bleibt mir glatt die Spucke weg. Das Vorgehen des Vorgesetzten ist inhuman und müßte bei ihm und nicht beim betroffenem beamten zu einer bestrafung führen. Wir leben doch nicht mehr in der Sklavenhalterei!

  2. Tarajal
    Mai 13, 18:27 Reply

    Der Vorgesetzte soll unbedingt einer Überprüfung seiner Führungsqualifikation unterzogen werden!

    Ich würde mir das jedenfalls auch nicht gefallen lassen.

    Liebe Grüße Tarajal 🙂

  3. aurora
    Mai 13, 18:57 Reply

    *Spekulationsmodus on:* Wenn er suspendiert wurde, liegen vermutlich noch weitere oder ganz andere Gründe dafür vor.

    Suchen sich Guardia-Civil-Beamte einen Job? Meines Wissens werden sie – meistens fern des Orts, in dem sie aufgewachsen sind – ohne große Wahlmöglickeit versetzt.

    Ist Euch schon mal auf Eurer Insel ein Guardia-Civil-Beamter über den Weg gelaufen, der aus dem Municipio oder wenigstens von der Insel stammt? Mir noch nie.

    claudia

  4. samarimix
    Mai 13, 19:03 Reply

    Na klar, das sind Planstellen und die wenigsten vom Festland wollen hier in Afrika ihren Dienst verrichten.
    Sieht man ja bei den Richtern, die gerne mal die 6 Monate Pflichtzeit absitzen, ohne einen einzigen Aktenordner anzufassen.
    Stichwort Juzgado Granadilla.

    Merkt man ja sogar bei den Ärzten, die das MIR gemacht haben
    “Planstelle Islas Canarias” ist dann ganz unten auf der Wunschliste.

    War früher zu meiner BW-Zeit ja auch schon mit den Berufssoldaten, wenn die befördert werden wollten, mussten die selbst einen Dienst am A*** der Welt akzeptieren

  5. Luther II
    Mai 13, 21:36 Reply

    Hallo,

    die anfangs gestellte Frage, ob seine Frau die Tochter nicht hätte wegbringen können, ist – zumindest hier – leider nicht beantwortet worden. Wenn das möglich gewesen wäre, sähe es schlecht für den Beamten aus. Nur wenn es für ihn keine andere Möglichkeit gab, müsste man ihm zugestehen, gegen seine Dienstpflicht zu handeln. Denn in dem Fall geht es um die Abwendung von Gefahr für Leib und Leben – des Kindes halt.

    Grüße
    Lothar

  6. samarimix
    Mai 13, 21:57 Reply

    Mehr gab der Zeitungsartikel leider nicht her bezüglich der Frage Mann oder Frau…

  7. Luther II
    Mai 13, 22:11 Reply

    Das habe ich auch vermutet, meine Anmerkung war kein Zweifel an der Vollständigkeit des Berichts hier. Aber das müsste bekannt sein, um das Verhalten des Vorgesetzten beurteilen zu können.

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