Kriegsstimmung in Punta de Hidalgo

Turbulent wie das Meer ist zur Zeit die Stimmung in Punta de Hidalgo zwischen der Cofradia und der Familie Hernandez, die dort die Konzession für das Fischrestaurant besitzt. Die Genossenschaft wirft dem Betreiber vor, dass der Fisch dort gar nicht aus La Punta stammt, sondern Fremdware ist und der Besitzer seit Monaten keine Miete mehr bezahlen würde. Der Besitzer, Manuel Hernandez, hält dagegen und sagt, seine Familie durchlebe einen Albtraum aus Lügen, Schikanen und Provokationen.

Der Verband weigert sich, die Konzession zu verlängern, obwohl noch im letzten Jahr eine Verlängerung bis Mai vereinbart worden war. Das Gericht gab im September der Kooperative recht und veranlasste die Zwangsräumung des Lokals. Dagegen hat Hernandez Einspruch eingelegt. Als Grund für die Schikanen gibt Hernandez seine Einwände bei der letzten Wahl in der Kooperative an, bei der Manuel Ramos 4 weitere Jahre als Vorsitzender bestätigt wurde, laut Hernandez gab es da Unregelmäßigkeiten bei der Wahl. Kurze Zeit später “zierten” Schmierereien die Wände seines Restaurants.

Laut seinem Sohn, der auch mit im Restaurant gearbeitet hat, bekam die Familie dann auch Drohanrufe. Der letzte Vorfall geschah vor gut 15 Tagen, als der Chef der Kooperative sich im Lokal bequem machte und sich eine “Dame” auf seinen Schoss setzte und die beiden sexuelle Tätigkeiten simulierten. Das alles vor den Gästen des Restaurants.Bei einem anderen Besuch forderte er die weibliche Bedienung zum Oralsex auf. All das soll dazu führen, dass das Restaurant die Genehmigung verliert, so Hernandez weiter. Auch soll ihm die Kooperative noch 8.000 Euro schulden, die er selbst aufgrund einer falschen Rechnung an ENDESA bezahlt hatte, die Rückzahlung dann aber von der Kooperative einbehalten wurde. Auch die Vorwürfe der zu späten Mietzahlungen weisst Hernandez zurück, das hätte mit den Abbuchungsverfahren seiner Bank zu tun, wenn zum eigentlichen Überweisungstermin zum Beispiel ein Feiertag wäre. Die Familie besitzt zwei Fischereiboote und Hernandez gehört der Kooperative schon 20 Jahre an.

2006 wurde ihm von dem damaligen Vorsitzenden der Kooperative die Restaurantleitung angeboten. Das Lokal hätte sich in einem ruinösen Zustand befunden, so Hernandez weiter. Sogar Feuerschäden hätte er aus eigener Tasche bezahlt und das Restaurant für 120.000 Euro renoviert. Das Restaurant erhielt bald einen famosen Ruhm, die Kunden kamen von ganz Teneriffa und auch viele Touristen von weit und breit, sogar Urlauber aus Chicago. Die 25 Tische waren Sonntags 5x komplett belegt. Er verarbeitete 15 Tonnen Tintenfisch pro Jahr, 2 Tonnen Chopitos, die er aber bald aus der Karte nahm, weil die Qualität nicht dem Anspruch gerecht wurde.

Im Sommer beschäftigte er 22 Angestellte, der Umsatz allein an Bier betrug einen kompletten LKW pro Woche. Dieser Erfolg hat, so Hernandez, wohl Neider auf den Plan gerufen, die ihm nun den Krieg erklärt haben. Bei den Fischlieferungen habe er immer auf offiziell etikettierte und abgewogene Ware bestanden, auch um das Finanzamt und die Fischer der Kooperative nicht zu betrügen. Allerdings musste er manchmal in den Wintermonaten aufgrund der rauen See vor Punta de Hidalgo Fisch aus La Palma, Valle de Guerra, El Pris oder Fuerteventura zukaufen. (LAP 13/02/14)

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