Kanaren als Paradies für Russen

Kahapackene Octpoba, so heißen die Kanaren auf Russisch, einer Sprache, an die man sich hier gewöhnen muss, wie seinerzeit ans Deutsche und ans Englische. Der russische Markt ist höchst attraktiv für die Kanaren mit dem größten Wachstum aller Nationen. Auch vor dem Hintergrund der Krim-Krise und dem schwächer gewordenen Rubel erwartet man immer noch imposante Wachstumsraten für 2014. So kamen im letzten Jahr gut 185000 Russen auf die Kanaren, 35% mehr als 2012.In den ersten Monaten des Jahres 2014 verzeichnet man einen Zuwachs von 11%. Aber was macht den russischen Urlauber so attraktiv für die Kanaren? Hauptsächlich die Bereitschaft, hier viel Geld auszugeben, wesentlich mehr als zum Beispiel die deutschen oder englischen Urlauber. So gibt der russische Urlauber während des Urlaubs (auf Teneriffa bezogen) gut 1374 Euro aus, wesentlich mehr als der Durchschnitt der anderen Urlauber mit 748 Euro. So kommen zwar mehr Deutsche, Engländer und Festlandspanier auf die Kanaren, diese geben aber wesentlich weniger Geld aus als die Russen. 2013 waren es durchschnittliche Ausgaben in Höhe von 1879 Euro/russischem Urlauber, die Komplettausgaben aller russischen Urlauber (in Russland und am Zielort) lagen bei 325 Milionen Euro, 42% mehr als im Jahr zuvor. Wenn man bedenkt, dass fast alle Russen Station auf TF machen, gut 97%, so bescherte das der Insel Einnahmen in Höhe von 254 Millionen Euro, 16,6% mehr als 2012. Darum wird auch fleißig Reklame gemacht, damit den Inseln kein potentieller russischer Urlauber “durch die Lappen geht”.So waren die Kanaren auch auf der Reisemesse MITT in Moskau vertreten, diesmal mit eigenem Stand, wie auch die Deutschen und Englischen Veranstalter. Seit dem letzten Sommer läuft auch eine Werbekampagne mit dem russischen Model Tatiana Sosna, welche ihre Landsleute auf die Insel locken soll. Das meiste Geld geben die Russen fürs Shoppen aus, gut 34,6%, nun auch mit der “Tax-free” Kampagne des Handelsverbandes von TF und dem Gobierno als Sahnehäuptchen, sehr zum Gefallen der russischen Urlauber, die spontan kaufen und meistens in Bar bezahlen. Das Profil des typischen russischen Urlaubers ist ein Alter von 37,1 Jahren (10 Jahre unter dem Schnitt der anderen Urlauber) Er bucht lange voraus im Reisebüro.Unterkunft mit Halbpension in ***** Sterne Hotels.Aufenthalt 10-12 Tage (auch hier mehr als der Durchschnitt)Anreise mit Familie (bei 30,3% der Reisenden)Jahreseinkommen 32524 EuroWiederholungs”Täter” 27,2% Aber die Bürokratie hat nicht nur Rosenblätter auf dem Weg auf die Kanaren verteilt, sondern auch Stolpersteine, Stichwort Visum.Und auch der Weg zu den Kanaren ist beschwerlich, gut 8 Stunden Flug, teilweise mit Zwischenlandung in Madrid.Gut 88% aller Urlauber kommen via Flughafen Moscú Domodeodovo, Moscú Sheremetyevo und San Petesburgo Pulkivo nach Teneriffa. Inzwischen gibt es aber auch schon Anstrengungen mit mehr Verbindungen die Strecke auszubauen, so fliegen 2x pro Woche Maschinen der Aeroflot direkt nach TF. Aber auch die Krim-Krise und die Abwertung des Rubels könnten sich negativ auf den Boom auswirken, ebenso wie die angedrohten Sanktionen seitens der EU, vor allem auch bei den Visa-Genehmigungen, was laut Welt-Tourismus-Organisation einen “gefährlichen” Rückgang der Besucherzahlen verursachen könnte. Von Spanien selbst gibt es noch keine Hinweise auf Sanktionen gegenüber Russland, einige Reiseveranstalter in Russland bieten aber schon spezielle Versicherungen an, die im Falle der Verweigerung eines Visums die Reisekosten deckeln. Aber auch auf anderem Gebiet sind Russen inzwischen gern gesehen, bei Investitionen im Immobiliensektor zum Beispiel bieten die Kanaren enorme Steuervorteile. So haben sich auch schon russischen Firmen niedergelassen, gut 100, die angefangen vom Tourismus, der Industrie, dem Baugewerbe bis hin zum Fischfang tätig sind. Nach den Briten und den Franzosen sind die Russen schon auf Platz 3 bei den Immobilienkäufen, so die neuen Zahlen des Verbandes der Notare. (DDA 30/03/14)

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