Exportschlager Kanarische „Kamele“

Die Kanarischen Kamele, bis ins Zwanzigste Jahrhundert hinein ein unverzichtbarer Helfer der Landwirte und auch anderer Berufszweige, gehören untrennbar zu der Geschichte Teneriffas. Eingereist aus Afrika bei den Eroberungsfeldzügen stellten sich die robusten Tiere nach der anfänglichen Ansiedlung nur auf Lanzarote und Fuerteventura auch auf Teneriffa als genügsame Arbeitstiere heraus, sie fanden Nutzen als „Ersatz-Zugochsen“ an den Pflügen der Landwirte und zum Dreschen , als Transportmittel für Mensch und Waren und sogar im Militärwesen. In Zeiten, in denen die Automobile generell noch Science Fiction waren, lange vor dem Zeitalter der Traktoren und der Allradfahrzeuge.

Die Verbreitung der „Kamele“ (die eigentlich Dromedare waren, aber pssst, nicht verraten) spiegelt sich auch in etlichen Ortsnamen und Bezeichnungen vor allem im Süden von Teneriffa wieder.. So gibt es Hoya del Camello, La Camella, Llano del Camello usw.  Am Anfang des 20 Jahrhundert, mit Beginn des Gemüseanbaus wie Zwiebeln und Hülsenfrüchte galt die Haltung von Kamelen als Statussymbol. So gab es in den 40er Jahren gut 3000 Kamele auf den Kanaren.

Die Kamele wurden von den Kanaren aus nach Amerika verschifft und, was nur wenige wissen, sogar bis nach Australien. Ivan de Castillo beschrieb schon 1895 in seinem Werk „Die Kamele von Australien“ die Ansiedlung von Kamelen aus den Kanaren. So empfahl zu der Zeit der Gouverneur von Südaustralien die Ansiedlung der Kamele im Bereich von Adelaide und so machte sich 2 Monate später 6 Kamele von Teneriffa mittels Dampfschiff auf den Weg nach Australien. Lediglich eins, Harry genannt, überlebte jedoch die Strapazen und kam am 12 Oktober 1840 in Adelaide an. Einige Jahre später, 1846 brachten die Brüder Phillips, Auswanderer aus England, weitere 9 Kamele aus den Kanaren nach Australien. Dies Kamele wurden dann von John Horrocks aufgekauft, der mit ihrer Hilfe die nördlichen Teile der Südprovinzen von Australien erkundete. Harry wurde von Horrocks als überaus zickig beschrieben, weil er öfter die Reiter biss und auch vor den als Proviant mitgenommenen Ziegen nicht Halt machte und diese oft vermöbelte.   Heutzutage gibt es immer noch eine Population von 1200 Kamelen auf den Kanarischen Inseln.

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