Beginnende Panik im Hafen von Las Palmas

Auf den ersten Blick scheint alles in Ordnung zu sein, die Fischereikrise vergessen. Der Hafen von Las Palmas gut besucht, mit unzähligen Schiffen, im Containerhafen türmen sich die Container. Aber der erste Blick täuscht. Der Hafen von Las Palmas steht am Anfang einer schweren Krise. Die guten Nachrichten: 12% mehr Kreuzfahrer im Jahr 2012, 400.000 Gäste.
Verzehnfacht im letzten Jahrzehnt. 14% mehr Umschlag bei den Tankschiffen, 2,2 Millionen Tonnen. 20% mehr Reparaturen in den Werften. Zu den schlechten Nachrichten: starker Rückgang bei den Fabrikschiffen für Tiefkühlfisch, besonders nach der Vereinbarung mit Marrakech und Mauretanien. Das wurde aber durch die oben genannten positiven Zahlen weitgehend kompensiert.

Die wahren Angstmacher sind die alarmierenden Rückgänge beim Containerumschlag, der 70% des gesamten Hafenbetriebs ausmacht. Maersk, der größte Container-Reeder weltweit, zieht sich aus La Luz zurück nach Algeciras, wo sie eigenes Terminal besitzen und die Abfertigung einen Bruchteil der Kosten von LPA ausmacht. 130.000 Tonnen TEU weniger bis August. Man befürchtet, auf eine Millionen TEU bis Jahresende abzurutschen. Die Häfen von Spanien erhöhen den Umschlag, der von La Luz geht zurück.

Und damit nicht genug, auch Mediterranean Shipping, der zweitgrößte Container-Riese, hat angedroht, La Luz zu verlassen, weil die Preise dort absolut nicht konkurrenzfähig seien. So kostet die Abwicklung eines Containers in Spanien im Schnitt 93 Euro, in La Luz sind es 120 Euro. Die Durchschnittlichen Kosten pro Arbeiter im Hafen belaufen sich auf 75.000 Euro im Jahr, verglichen mit 72.000 Euro, die der Regierungspräsident von der Kanaren verdient und 65.000 Euro für den Inselpräsidenten. Wenn der Trend so weiter geht, bleiben dem Hafen von La Luz im Jahr 2015 gerade mal 500.000 TEU, er geht in die Bedeutungslosigkeit, wogegen Häfen wie Sines in Portugal, 120km von Lissabon entfernt, in den letzten Jahren 200.000 TUE dazu gewonnen hat.

Die Handlingskosten eines Containers dort belaufen sich auf 80 Euro, in Häfen wie Tanger und Lome sogar nur 60 Euro. Soren Skou, CEO von Maersk Lines erklärte vor wenigen Tagen der Financial Times: “Die Containerschifffahrt wird durch eine schwierige Zeit gehen. Die guten Zeiten sind vorbei .Wir verlieren zwischen 8 und 9 Millionen Dollar pro Tag.” Der Ausbau des Panamakanals wird dazu führen, dass immer größere Containerschiffe unterwegs sind, auf Routen, weitab von den Kanaren.

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