385600 Arbeitslose auf den Kanaren

canarias - nachrichten - 385600 Arbeitslose auf den KanarenLaut einer neuen Erhebung gibt es auf den Kanarischen Inseln inzwischen 385.600 Arbeitslose. Damit liegt der Prozentsatz bei 34,27%. Das bedeutet, dass seit Jahresanfang 17.200 Einwohner arbeitslos geworden sind. Lediglich in zwei Regionen Spaniens liegt der Prozentsatz noch höher, in Andalusien bei 36,87% und in Extremadura bei 35,56%. Der durchschnittliche Prozentsatz in Spanien liegt bei 27,16%.

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Bis jetzt noch keine Kommentare

  1. aurora
    April 27, 22:15 Reply

    Wenn die Schwarzarbeit massiv bekämpft würde, sähen die Zahlen bei weitem nicht so tragisch aus; und den nicht schwarz Arbeitenden stünde das Wasser dann auch weniger bis zum Hals.

    claudia

    ..es gibt auch für “Autónomos” seit 2013 neue Richtlinien zur Rechnungslegung und Ausweisung der Mwst.

  2. baxter
    April 27, 22:57 Reply

    Naja, auch wenn ich Schwarzarbeit nicht sonderlich gut finde, hat es aber durchaus Gründe. U.a. ist es hier fast unmöglich einen unbefristeten Arbeitsplatz zu bekommen, was auch an der nicht sonderlich Arbeitgeber freundlichen Gesetzgebung und Regelungen liegt.

    Viele Arbeiten als Autonomo, das heißt das sie jeden Monat, egal ob Umsatz oder nicht zwischen 250-300 Euro an die Sozialversicherungssysteme abdrücken müssen. Und das ist bei dem Preisniveau hier erst mal eine Hausnummer. Eine Staffelung nach Umsatz (die in meinen Augen nötig wäre) gibt es da nicht. Somit ist jeder Euro mehr in der Tasche das Geld wert. Bis vor ca. einem Jahr gab es ja noch die Möglichkeit den Beitrag zu senken wenn man darauf versichtet hat in die Arbeitslosenversicherung ein zu zahlen. Dies ist inzwischen aber auch gestrichen.

  3. aurora
    April 27, 23:00 Reply

    Nun, das ist wohl die Frage nach dem Zuerst: Die Henne oder das Ei.

    Klar gibt es viele Argumente hier FÜR Schwarzarbeit, zumal sich der spanische Staat sehr zurück hält, wenn es um soziale Netze geht.

    Nur leben wir in der EU, und nicht irgendwo in einem “Taka-Tuka-Land”.

    Bzw. was wollen die Spanier: Ein EU- oder ein Taka-Tuka-Land sein?

    claudia

  4. baxter
    April 27, 23:04 Reply

    Die Spanier haben bestimmt nichts dagegen “EU” zu sein. Aber dafür müssen dann auch die Rahmenbedingungen gegeben sein.

  5. aurora
    April 27, 23:12 Reply

    Nur … Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung in unglaublichem Ausmaße wie hier in Spanien – und Anzapfen von irgendwelchen EU-Geldern dort, das passt einfach auf Dauer nicht.

    Gerade in der spanischen Wirtschaft, in der viele Menschen nicht in mittleren bis größeren, tarifgebundenen Unternehmen tätig sind, sondern “ziemlich privat” beschäftigt sind, müssten auch diese vielen Arbeitnehmer (..schon aus Eigeninteresse) in die staatlichen Systeme gelangen. Auch steuerlich.

    Mir wird ganz schlecht wenn ich daran denke, dass diese vielen Menschen bei Arbeitsunfähigkeit und im Alter so gut wie keine Absicherung haben. Denn auch die spanische Großfamilie hat längst ausgedient und besteht schon seit vielen Jahren aus Patchworks.

    claudia

  6. ElTomate
    April 28, 00:49 Reply

    wie du sicher weißt, schätze ich deine meinung, weil sie auf jahrelanger inselerfahrung beruht. in diesem punkt weicht meine allerdings leicht ab. nicht, dass ich hier als befürworter der schwarzarbeit auftreten möchte. aber der m.e. wichtigste grund für schwarzarbeit ist für mich ganz klar die “burrocracia”. jeder, der mal ein legales geschäft, einen legalen bau oder irgendeine (in sonstigen eu-gefilden eher unproblematische) aktion gestartet hat, lernt einfach, dass es hier nicht funktioniert, weil es nicht funktionieren soll… und sucht daher nach einfacheren – unbürokratischen – wegen…

  7. aurora
    April 28, 12:02 Reply

    Ja, sicherlich ist die Bürokratie hier eine riesige Hürde.

    Alleine die Tatsache, dass das touristische Vermieten von Häusern und Wohnungen so gut wie verboten ist (abgesehen von den paar Ausnahmen, die das Gesetz zulässt; aber auch dann kaum erfüllbare Voraussetzungen auflistet), treibt hier viele in die gesetzliche Grau- bis Schwarzzone.

    Auch die Tatsache, dass der nach wie vor hohe Kündigungsschutz und die hohen Abfindungszahlungen in der Wirtschaftskrise von kaum einem kleinen Betrieb wirklich erfüllt werden können, erhöht die Bereitschaft, in der Grau- bis Schwarzzone zu werkeln. Bzw. dies führt bisweilen zu sehr “phantasievollen” Arbeitsverhältnissen. Z.B. werden Köche in einigen Restaurants bei uns 1 x jährlich untereinander ausgetauscht um zu vermeiden, dass Kündigungsschutz und Abfindungszahlungen den Restaurantbetreibern das Genick brechen. In kleinen Shops wird’s mit Verkaufspersonal ebenso gehandhabt. Manchmal nur auf dem Papier..

    Vielleicht so wie’s Dänemark einst gemacht hat: Das Einstellen und Entlassen im Falle kleiner Unternehmen unbürokratisch und ohne weitere Kosten zu ermöglichen, aber eben bei gleichzeitigem Ausweiten der staatlichen Leistungen für eben jene, die dadurch ihren Job von heute auf morgen verlieren können.

    Es gibt da sicherlich noch andere “Modelle”; auf jeden Fall müsste mal ein größerer “Wurf” her, anstatt immer im Kleinkarierten zu laborieren bzw. dort zu beginnen. Und besonders kleinkariert; ja, das können die Canarios wunderbar. So wie bei uns zur Zeit die Steuerprüfer damit beschäftigt werden, kleine Marktbeschicker zu “betrafen”, anstatt die Steuersünder-Pyramide von oben nach unten abzuarbeiten. Die großen Steuersünder freut’s. Nun gewinnen sie schon wieder Zeit, um ihr heimliches Vermögen weltweit umzudisponieren, oder sich neue Firmenkonstruktionen auszudenken.

    claudia

  8. Tarajal
    April 28, 13:35 Reply

    Sorry aurora, ich steh grad auf der Leitung, was verstehst Du unter “Marktbeschicker”?

    Meinst Du damit die Zulieferer der kleinen Floh- und Bauernmärkte?

    Liebe Grüße Tarajal 🙂

  9. baxter
    April 28, 15:35 Reply

    Marktbeschicker = Bezeichnung für die auf dem Markt verkaufenden Händler

  10. aurora
    April 28, 17:34 Reply

    vielen Dank, Baxter. Das Wort wird offensichtlich nicht überall im deutschsprachigen Raum verwendet ;).

    Den Marktstandbetreibern – Kettchenflechter und so – drohen Strafen, die eh kaum einer imstande ist zu zahlen. Vorsorglich wurden Märkte komplett geschlossen. Mit Multas (Geldstrafen) und anderen, drakonischen Strafmaßnahmen lässt sich die Arbeitslosigkeit wohl eher nicht bekämpfen.

    Die vielen arbeitslosen Jugendlichen, selbst wenn sie noch so gute Ausbildungsmaßnahmen ..über sich ergehen lassen müssen ;), werden so lange keine Arbeit finden, so lange die Rahmenbedingungen für Betriebe nicht gelockert werden.

    Z.B. sind 50% der Autowerkstätten auf Lanzarote illegal (habe ich neulich schon mal irgendwo geschrieben). Automechaniker ist einer der Lieblingsberufe von männlichen Jugendlichen; nicht nur auf den Kanaren. Nun soll diesen Werkstätten und potentiellen Ausbildungs- und Arbeitsstätten an den Kragen gegangen werden durch Multas und Betriebsschließungen.

    Das Pferd von vorne aufzuzäumen wäre m.E. eleganter und nützlicher… Leider fehlt noch die zündende Idee, wie auch diesen vielen illegalen Betrieben der Weg in die Legalität geebnet werden könnte. Würde zwar nicht gleich zur kompletten Krisenbewältigung auf den Kanaren führen, halte ich jedoch für wesentlich besser, als weitere Steine in den Weg zu legen, .. die dann dazu genutzt werden, um noch größere Bögen um jede Art von “Staatlichkeit” zu schlagen.

    claudia

  11. Tarajal
    April 28, 19:23 Reply

    Danke für die Erklärung, das Wort war mir wirklich nicht geläufig.

    Bei den extrem straffen Rahmenbedingungen für selbstständige Betriebe fasse ich mir seit Jahren auf die Frage nach dem Sinn verständnislos ans Hirn.

    Aber gehen die jetzt auch noch auf die kleinen Marktstände los???
    Um Himmels Willen, da versuchen ein paar Leutchen mit ihrem selbstangebauten Gemüse, Ziegenkäse aus eigener Produktion und dem bißchen Kunsthandwerk zu überleben, – was ich ehrlich für eine gute Chance halte sich selber einen Job zu verschaffen – und die sind jetzt im Visiert der Steuerfahnder???

    Haben die Fahnder denn keine Eier mal an die richtigen Straftäter heran zu gehen ???

    Verständnislose Grüße Tarajal 🙂

  12. aurora
    April 28, 23:58 Reply

    Ob es hier letztendlich wirklich vom Gesetz her straffer ist als sonstwo, würde ich noch nicht einmal sagen. Da gibt es Vor- und auch Nachteile; und irgendwie “nerven” tun Behörden bisweilen überall. Ist ja meistens auch ok, denn bestimmte Vorschriften haben durchaus ihre Daseinsberechtigung. Nur befindet sich das Land in einer Krise, und da müssten m.E. zumindest temporär “Entstraffungsmaßnahmen” einerseits stattfinden; und andererseits – und da stimme ich Tomaterich zu – Bürokratien unbedingt und dringend abgebaut werden.

    Ganz aktuell fällt mir dazu eine Spanierin ein, die hier eine professionelle Fahrradvermietung aufmachen möchte. Ist ja nun wirklich nichts Weltbewegendes, sondern nur ein klitzekleiner Betrieb. Sie wird seit Monaten von Pontius zu Pilatus geschickt, weil sie – potzblitz – auch noch geführte Touren anbieten möchte; und das scheint sehr kompliziert zu sein. Es mag ja durchaus berechtigt und nachvollziehbar sein, dass es Vorschriften gibt und nicht “jeder Hans und Franz” so etwas macht. Nur konnte ihr leider niemand im Vorwege sagen, was sie denn so alles benötigt. Sie muss sich ein Papier nach dem nächsten erkämpfen. Das zermürbt und frustriert.

    Gerade hier, wo’s so viele kleine Betriebe gibt, täte es schon gut, wenn es offizielle Stellen geben würde, die wirkliche Unterstützung bei Unternehmensgründungen und der Führung kleiner Betriebe geben. Stattdessen müssen Gestorías und Anwälte eingeschaltet werden, damit’s evtl. voran geht. Evtl. .. (Habe selten so viele Anwaltbüros auf so wenig Quadratmetern gesehen wir hier).

    Wer’s indes “heimlich” macht, wird i.d.R. ziemlich in Ruhe gelassen. Ist ja nirgendwo registriert und erscheint also auch auf keinen Listen, an denen sich abgearbeitet werden kann. Die Versuchung ist da in der Tat sehr groß, die Behörden lieber außen vor zu lassen. .. Dann bleibt die Nase auf jeden Fall heile B) .

    claudia

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