10 Jahre nach den Terroranschlägen von Madrid

Heute vor 10 Jahren gab es den schwersten terroristischen Anschlag aller Zeiten in Spanien. Eine Gruppe von Jihadisten, die meisten von ihnen Marokkaner, ließen in mehreren Pendlerzügen im Bahnhof von Atocha Bomben explodieren, zur der Zeit, als die Fahrgäste unterwegs zur Arbeit waren. Eine von ihnen war Monica Sanchez, geboren 1978 in Madrid. Ihr Wagon explodierte in dem Augenblick, als sich die Türen des Zuges im Bahnhof schlossen. Mit einem Schädelbruch, taub und drei Brüchen im Rücken verlor sie ihr Baby mit dem sie gerade schwanger geworden war. Sie hatte wenig Grund, nach vorne zu blicken, aber inzwischen lebt sie glücklich mit ihrer neuen Familie, mit der sie nach Candelaria gezogen ist. Heute, am 10. Jahrestag der Anschläge, erläutert sie, wie sie es geschafft hat, an eine Zukunft zu glauben, dass man kein “normaler” Mensch ist, sondern anders. Monica hätte eigentlich einen späteren Zug nehmen müssen, hatte aber ihre älteste Tochter zur Oma bringen müssen, da das Mädchen krank war. Somit bestieg sie den Pendlerzug und blieb im Gang stehen, da in Atocha viele Leute ausstiegen und sie dann einen Sitzplatz ergattern konnte. Als die Bombe explodierte, sah sie, wie sich der Wagon wackelte und dann der rechte Teil des Wagons in die Luft flog.Sie merkte noch, dass einige Teile auf sie fielen und verlor dann das Bewusstsein. Monica befand sich in einem der 3 Wagons, in denen die Attentäter die Bomben zündeten. Die Explosion ließ sie halb sterbend zurück, taub, mit dem erwähnten Schädelbruch, drei gebrochenen Rückenwirbeln und dem Verlust des rechten Auges und dem teilweisen Verlust der Sehkraft auf dem linken Auge. Im Nachhinein, so Monica, hat sie wohl überlebt, weil Leichen über ihr lagen, welche sie vor noch gravierenderen Verletzungen bewahrt haben. Sie erinnert sich daran, dass sechs Verstorbene über ihr lagen, als als sie Schritte der Rettungsmannschaften über geborstenem Glas bemerkte, gelang es ihr, eine Hand herauszustrecken, um die Retter auf sich aufmerksam zu machen.”Wir holen Sie hier raus” waren die Worte, an die sie sich noch erinnern kann, dann verlor sie das Bewusstsein. Die nächste Erinnerung folgte erst zwei Monate später im Krankenhaus, als die Mediziner beschlossen, sie aus dem künstlichen Koma zu erwecken. Aber da die Schmerzen nach dem Aufwachen unerträglich waren, selbst Augenblinzeln wurde zur Qual, wurde sie wieder ins Koma versetzt.Damit sollten auch mögliche Hirnschäden wegen der Gefahr von auftretenden Hirnblutungen verhindert werden. Die Ärzte waren erstaunt, denn die erste Frage von Monica war, wie es ihrem Baby ginge. Ihrem Mann hatte sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts von der Schwangerschaft erzählt. Aber die Ärzte sagten von Anfang an, dass sie in diesem Zustand eine Schwangerschaft nicht übeleben würde und auch der Zustand des Babys nach den Vorfällen war nicht abzuwägen. Glücklicherweise hatte Monica zu diesem Zeitpunkt schon zwei Töchter. Ihre körperliche Genesung dauerte fünf Jahre, sechs Monate davon im Krankenhaus und zwei Jahre Arztbesuche und Reha, drei Stunden täglich, 7x die Woche. Aber das schlimmste passierte im Kopf, so Monica: “Stell Dir vor, Du wachst auf, bis taub und hast Narben am ganzen Körper. Das fällt schwer zu glauben, zu glauben, was passiert ist. Sie brauchte drei Jahre, bis sie psychologische Hilfe akzeptierte.Traurigkeit wechselte sich mit Wut und Frustration ab, beim Versuch, ein normales Leben zu führen, was unmöglich erschien. Spezialisten zeigten ihr dann, ihren eigenen Weg zu gehen. Es kam zur Scheidung, auch die Familie litt unter dem Geschehenen.Ich wollte die ganze Zeit reden, meine Familie wollte das nicht mehr, so Monica weiter.Nach und nach kam immer mehr Realität in ihr Leben, sie akzeptierte, dass sie nicht “normal” sei, sondern durch das Erlebte anders. Ein Schlüsselerlebnis war ihre Mitarbeit in der Asociación 11-M Afectados del Terrorismo, geleitet von Pilar Manjon, wo man lernte, ein neues Leben anzufangen, sich mit Tauben in der Zeichensprache zu unterhalten und so auch die anderen Betroffenen zu verstehen. Dank der Mitarbeit lernte sie einzigartige Menschen kennen, Eltern, deren Kinder bei den Anschlägen um Leben gekommen waren, die mit unglaublicher Kraft ihr Leben meisterten und anderen zu helfen. Ihre aktuelle Situation verdankt sie der Einstellung, dass sie Ihr Leben lebenswert finden muss, weil sie ein Recht auf Glück hat. Ihren zweiten Mann lernte sie auf einer Veranstaltung über den Terrorismus der Jihadisten kennen. Somit schaffte es die Organisation, ihre Lücke im Leben mit ihrem Mann Hector zu schließen. Seit vergangenen September lebt die Familie aus beruflichen Gründen in Candelaria und laut Monica haben sie dort sehr nette Leute kennengelernt undhat Teneriffa lieben gelernt. “Wir treffen uns auf einen Barraquito” sind die letzten Worte einer lachenden Monica, eines der 11-M Opfer, welches die Barbarei überlebt haben. (DDA 11/03/14)

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