Unfall der Fred Olsen - Fähre Los Cristianos - El Hierro Ich komme soeben vom Hafen Los Cristianos. Etwa um 22.15 h konnten die Passagiere der heutigen Fährverbindung von El Hierro nach hierher von Bord gehen, allesamt unverletzt, aber ein bißl durchgeschüttelt, nachdem die Fähre "Feindkontakt" mit Felsen hatte. Dabei hat sie sich anscheinend auch einen "Schlitz im Kleid" zugelegt und dadurch das Fahrzeug-Deck teilweise unter Wasser gesetzt. Die Besatzung hat aber alle Öffnungen zu den Passagierbereichen abgedichtet, sodass diese trocken blieben. Keinerlei Personenschaden, nur Sachschaden. Alle sind noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen.
Ich hatte das Vergnügen, eine kleine anrührende Szene der sensationslüsternen antena3-Reporterin zu beobachten, die natürlich möglichst dramatische news produzieren wollte. Im Geschwindschritt mit Kameramann im Schlepptau zu der Stelle eilend, wo die "Schiffbrüchigen" an Land kamen, schnappte sie sich den Erstbesten der Passagiere, einen älteren Herrn. Als er zu sprechen begann, stellte sich heraus, daß er beklagenswerterweise kehlkopf-amputiert war und daher nicht sehr gut verständlich - was ihn nicht daran hinderte, stolz der Reporterin auf ihre Frage "ob er denn Angst hatte" zu antworten, dass ER ganz bestimmt keine Angst gehabt hätte. Ein stolzer Herreno und Angst, wo kämen wir denn da hin. Die Reporterin brach daher sein Interview ab mit dem comment an den Kameramann "wir brauchen jemanden mit Angst...". Die neben ihm stehende Gattin des ersten Interview-"Kunden" erbot sich daher eilfertig, Angst gehabt zu haben - wann steht man denn schon mal vor einer Kamera. Das dabei in die Kamera gestrahlte Grinsen wird vermutlich ihren Beitrag auch nicht sendefähig machen. Die arme Reporter-Praktikantin - es war ihr förmlich anzusehen, dass sie in diesem Moment beschloß, für künftige derartige Einsätze immer ein Fläschchen Theaterblut mitzuführen.
Aber dennoch: alle können froh sein, dass es bei einer Petitesse geblieben ist. |