Wie wird eigentlich auf den Kanaren Weihnachten gefeiert. Wir sind nämlich heuer über Weihnachten auf Teneriffa (zwar im Hotel aber na ja).
Ich denke nicht, dass irgendwo ein Christkindlesmarkt stattfindet! 8-)
Oder ist dort in den größeren Ortschaften so was ähnliches, wie bei uns ein Christkindlesmarkt!
Wie wird eigentlich das Fest in den Hotels begangen. Merkt man da überhaupt was von Weihnachten, oder geht das außer einem Festessen spurlos an einem vorbei!
Sind an den Feiertagen so wie bei uns am 25 und 26.12 die Läden und Geschäfte geschlossen? Wäre schön, wenn ihr mir wieder mal weiterhelfen könntet.
Ich hab' mal die Suchfunktion unseres Portals benutzt (außer mir tuts scheinbar fast niemand) und "Weihnachten" eingegeben - siehe da, 113 Treffer! Da steht ziemlich alles, was man zu diesem Fest auf TF sagen kann.
Nochmals die Kurzform:
1. Für Touris, die 25 Jahre "Weihnachten wie immer", also in Regen, Matsch oder Schnee, auflockern wollen durch ganz was anderes: kommt alle her, Ihr könnt im Atlantik baden, habt höchstwahrscheinlich zumindest im Süden viel Sonne, der Sandstrand ist so warm, daß man barfuß laufen kann und in den Supermärkten hört man auch ein bißl Weihnachtsmusik im original amerikanischen Micky-Mouse-Style... Weihnachten alternativ also.
2. Für die, die permanent hier leben und die eine positive Erinnerung haben an das Weihnachten "früher", "im Alpenland" oder auch sonstwo in D/A mit Weihnachtskultur und Bratäpfelduft und wochenlanger subtiler Hinführung aufs Fest, Aufbau von Vorfreude, Plätzlduft, festliche oder dörfliche Weihnachtskonzerte und all das Drumherum, ist's schlimm. Die kriegen hier die Krise, wenn sie nicht eingebunden sind in ein stabiles soziales Umfeld. Fragt mal die Seelsorger der deutschsprachigen Gemeinden hier. Antwort unisono: Advents- und Weihnachtszeit: Alarmstufe rot!
3. Das Weihnachtsfest in Spanien findet/fand ja eigentlich am 6. Januar/Hl.Drei König statt. Erst peu a peu und auf heftiges Betreiben der Spielzeugindustrie hin hat sich auch der in Mitteleuropa gängige Termin etabliert, ohne daß man allerdings den anderen aufgegeben hätte. So kannibalisiert sich Weihnachten also selbst, da es sich auf 2 separate Termine verteilt.
4. Es ist nun mal so, und da können die Canarios wirklich nichts dafür, daß hier ziemlich viele Palmen wachsen. Wenn man dann so ein jämmerliches, meist aus Plastik bestehenden Tannenbäumchen danebenstellt, geht das Duell Tanne-Palme zwangsläufig in die Hose für die Tanne. Da hilfts auch nichts, die Palme vielleicht mit Lametta zu behängen, die ist einfach viel zu hoch.
5. Wegen all diesem optischen und gefühlten Weihnachts-Elend wird die Zahl derjenigen Residenten immer höher, die Mitte Dezember "nach Hause" flüchten und Mitte Januar wiederkommen. Auch wenn die Fluggesellschaften unisono im Dezember das kostenlose Mitfliegen von Weihnachtsbäumen erlauben...
6. Kleiner Trost zum Schluß: wir haben bisher noch jedes Jahr eine Schneeballschlacht gemacht, oben in der Caldera. Und dabei auch Minusgrade und klirrend frische Luft erlebt.
Ach ja: Christkindl-Märkte gibt's nicht, wenn man mal vom PIT absieht. Das ist die belebteste Ausstellung im Messezentrum von Santa Cruz, dauert sage und schreibe 1 Monat und dort gibt's, ja was wohl? Spielzeug, Spielzeug, Spielzeug. Alles knattert, schießt, pfeift, kracht, daß es eine Freude ist. Der ganze Schund, der in Mitteleuropa schon längst nur mehr in den Billigramsch-Läden verhökert wird, stößt hier auf gierig zahlende Abnehmer. Womit der durchschnittliche kanarische Familienvater seiner Erziehungsaufgabe wieder Genüge geleistet hätte für's nächste Jahr...
Der 24. Dezember ist ein ganz normaler Tag, der 25. ist Feiertag (wobei die Geschäfte in den Tourizonen sowieso immer offen haben), in den Hotels gibt's ein mehr oder minder gutes und meist verpflichtend einzunehmendes Festmahl und dann natürlich auch noch die entsprechenden Gottesdienste, wobei deren Festlichkeit eher im Rahmen bleibt...
Wie mir ein dänischer Freund erzählt hat, lässt allerdings die skandinavische Gemeinde in Puerto de la Cruz jedes Jahr in der Weihnachtszeit eine Riesenfete steigen, wo die Teilnehmer dann meist mehrere Tage Rekonvaleszenz brauchen.
passt zwar nicht ganz aber auch doch in diesen Thread:
Würde eine gewisse Tannenart nicht doch auch auf den Kanaren gedeihen? Zumindest im Norden? Nadelbäume an sich wachsen ja auch ab einer gewissen (Berg-)Höhe.
Vielleicht wäre das eine kleine aber doch vorhandene Marktlücke so eine Plantage anzulegen :lol: ?
@sanmiguel . . . das ist doch die Geschäftsidee schlechthin! Christkindlmarktbetreiber !! Oktoberfest funktioniert doch auch . Ich kann schon mal Nürnberger Rostbratwürst und Nürnberger Lebkuchen ordern . . . wieviel kg brauchen wir ?? . . . Glühwein, - naja da nehmen wir Sangria heiß und strecken ihn etwas :lol: . . .
@Franky, mit dieser Marktlücke werden wir nicht viel Freude haben. Tannen passen nicht in die Canarische Landschaft, die werden von den Landschaftsdesignern gnadenlos abgeholzt, wie es schon mal in den Canadas geschehen ist! ;-) . . . übrigens in den Canadas steht eine einzelne große Fichte, wem ist die schon mal aufgefallen?
@Jimmythedog, an Weihnachtsbeleuchtung fehlt`s nicht . . .
ich habe im januar 2007 dein einzug der reyes (hl drei könige) nach garachico erlebt - sie ziehen mit echten kamelen (oder dromedaren?) von san pedro die strasse hinuntern in den ort hinein und dann zur kirche, wo die kinder geschenke bekommen.
die eltern können vorher in der gemeinde ihr geschenk für ein kind abgeben, das dann von den reyes an die kinder weitergegeben wird - das scheint hier eine der üblichen rituale zu sein - auch viele deutsche familien, deren kinder in spanische schulen gehen, machen das so.
generell möchte ich noch etwas dazu sagen:
kommt man in ein anderes land, dann wird einem oft so stark bewusst, wieviel gewohnheit in bestimmten dingen drin steckt - und auch wieviel willkür. klar gibt es jede menge religiöser und spiritueller "argumente", die das weihnachten für die menschen in deutschland genauso machen, wie es nun mal ist.
an weihnachten in einem anderen land zu sein (ich habe das auch schon zweimal in USA erlebt), führt einen dorthin, wo religiosität/spiritualität (meiner meinung nach) hingehört: in das eigene innere ... die äusseren rituale und gewohnheiten sind genau das: rituale und gewohnheiten ... die eine weile lang helfen, bestimmte gefühle zu erzeugen ... aber irgendwann ist damit schluss ... dann spätestens wird einem klar, was davon wirklich in einem drin lebt - und nicht nur "immer" von aussen erzeugt wird ...
nur so als kleine anregung, wie man diese dinge auch betrachten kann ... aber natürlich nicht muss ...
Wer die Möglichkeit hat und am 5.Januar noch auf Teneriffa ist sollte sich mal das inselbekannte "lebende Krippenspiel" in El Sauzal ansehen. Der Ort wird am Abend des 5. Januar in ein "Miniatur-Bethlehem" verwandelt; es wird der Palast des Königs Herodes aufgebaut, ein Stall, ein typischer Markt, eine Herberge, ein Brunnen und alles, was zu einem Ort dazugehört.
An diesem Abend wird in El Sauzal die biblische Geschichte nachgespielt. Auf einer aufwendig dekorierten Bühne wird der Krippenbesuch der Heiligen Drei Könige aufgeführt, alles in sorgfältig und mit viel Liebe angefertigten Kostümen. Bis zu 400 Anwohner nehmen als Schauspieler und Statisten an dem traditionellen Krippenspiel teil. Man sollte jedoch zeitig vor Ort sein um einen Parkplatz und einen Sitzplatz zu ergattern.
guten Morgen, die Herrschaften!
Ist ja noch oder jetzt erst eine würdige wichtige vernünftige Runde versammelt hier und nachdem mich soeben die Mücken entgültig von meinem Bett auf der Dachterrasse vertrieben haben, kann ich auch nochmal kurz dazustoßen.
Tja, ob das mit den Christkindlmärkten als neue Kulturform auf Teneriffa so funktioniert, wag' ich zu bezweifeln. Befindet sich die einstmalige Reinkultur dieser Märkte doch auch in D und A stark in der Gefahr der Verwässerung durch quiekende Fahrgeschäfte und einen immer mehr steigenden Anteil von "systemfremden" Angeboten. Aber ein Gedanke wär's, in Ansätzen gibt's sowas als Kunstmarkt z.B. an den Wochenenden in der Finca del Arte, Chayofa. Es wäre wohl wirklich mal einen Versuch wert, z.B. traditionelle Christbaumdekoration in Form eines Marktes und dann vermutlich eher im Norden anzubieten...
Und das mit der Weihnachtsbeleuchtung stimmt wirklich und allerorten, das Wettrüsten der Ayuntamientos wird von Jahr zu Jahr doller. Wenn da jemand straßenbreite, 2 m hohe Segment-Leuchtflächen anbieten könnte, die man gar nicht mehr abnehmen muß, sondern nach Weihnachten einfach umschaltet auf Carnaval und dann auf Fiesta und auf Elecciones und auf Universidad de Verano, DAS wär' die Marktlücke schlechthin.[addsig]
ach ja, doch noch was ganz Nettes und Anerkennendes: neben dem Einzug der Reyes in Garachico gibt's in der Vorweihnachtszeit tatsächlich in manchen Ayuntamientos auch schöne Freiluft-Konzerte mit wirklich spanischer Weihnachtsmusik, oft auch Kinderchöre. Ist eben alles anders hier, auch die spanischen Weihnachtslieder sind vielfach in Mitteleuropa völlig unbekannt, ebenso wie die mitteleuropäischen hier.
Es passt ja auch wirklich kaum in die Umgebung, wenn um 16.00 h im strahlenden Sonnenschein am Playa del Duque z.B. Gustl Bayrhammer den Text "Es wird scho glei dumpa" zitieren würde und man sich dabei in die atlantischen Wellen stürzt.[addsig]
Ich werd' bekanntlich immer ganz nervös, wenn ich auf eine Sachfrage hier im Forum nicht kurzfristig die richtige Antwort weiß - was glücklicherweise nicht allzu häufig passiert, bin nämlich so ungern nervös...
Aber Franky hat mich doch da tatsächlich auf einem ganz linken Fuß erwischt, sowas fragt man aber auch nicht, Franky! Warum gibt's keine frei lebenden Tannenbäume auf Teneriffa? Doch es ist heutzutage ja nicht mehr so wichtig, ob man was weiß, entscheidend ist, ob man weiß, wen man fragen kann. Also fragte ich, u.a. da die Frage von einem Österreicher stammt, auch wieder einen Österreicher und dann zur Sicherheit noch seine Frau, richtig, auch Österreicherin. Beide besitzen und betreiben, was sie sicherlich zu DEN Tannenexperten überhaupt macht, die größte Rosenplantage auf Teneriffa, Rosas Waibel nämlich. Siegfried Waibel, in eingeweihten Kreisen bekannt als "Der Rosenflüsterer", hat die Ausbildung, Erfahrung, Händchen, Näschen für alles was wächst und seine Frau steht ihm da nur wenig nach.
Nachdem der Rosenflüsterer den ersten Schock über meine Frage verdaut hatte und zur Überzeugung gelangte, daß ich das ernst meine, kam die gleich auf mehreren Ebenen für jegliches Tannenplantagenprojekt tödliche Antwort:
1. Tannen brauchen auch einen richtigen Winter von erheblicher Dauer mit erheblich niedrigeren Temperaturen, als man sie hier so vorfindet, zumindest in Zonen, wo überhaupt noch was Größeres wächst.
2. Tannen brauchen viel viel Wasser, ganz im Gegensatz zu den kanarischen 3-nadligen Pinien, die bekanntlich die Luft regelrecht ausmelken und eine positive Wasserbilanz haben. U.a. deshalb sind sie der einzige wirklich ernsthaft hier vorkommende Nadelbaum.
3. Tannen mögen den Boden hier nicht, ebenso übrigens, wie die kanarische Pinie alpenländischen Waldboden mag.
4. Was ein anständiger Rosenzüchter ist, der pflanzt keine Tannen, sondern kauft einen Baum jährlich aus dem Container beziehungsweise in diversen Gartencentern. Kosten dort wohl so ab 35 Euronen.
Tja, Franky, versuchen wirs halt mit aufblasbaren Tannenbäumen... [addsig]
Danke Sanmiguel für die ausführliche Antwort meiner Frage! Dann bleibt wohl echt nur die Wahl sich eine kleine Tanne einfliegen zu lassen ;-)
Weihnachten ohne Tannenbaum ist für mich wie Teneriffa ohne Teide... beides nicht vorstellbar ;-)[addsig]