
Megawelle berichtete:
Zitat:
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Kanarische Inseln, 18.01.2008: Die Kanarischen Inseln haben im letzten Jahr über 200.000 ausländische Touristen verloren. Das hat jetzt die Kanarische Regierung bekannt gegeben. Damit kamen fast 10 Prozent weniger Briten, Deutsche und Skandinavier auf den Archipel. Das Minus ausgleichen konnten aber die knapp 8 Prozent mehr Festlandspanier, die ihren Urlaub hier verbrachten. Inselweit betrifft der Rückgang der Touristen besonders Teneriffa. Dort war ein Minus von über 4 Prozent zu verzeichnen. Lanzarote steht auf Platz 2 mit 3,8 Prozent. Gran Canaria verlor 1,4 Prozent Touristen. Als einzige Insel konnte Fuerteventura mehr Urlauber empfangen als 2006. Um mehr als 3,5 % stieg die Zahl.
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Gran Canaria verlor im Jahr 2007 insgesamt 1,40 Prozent Touristen.
Teneriffa verbuchte in 2007 gar 4,14 Prozent (147.000) weniger Touristen,
Lanzarote (- 3,83 Prozent),
La Palma (- 0,84 Prozent).
Das war alles zu erwarten. Besonders bitter ist das Ergebnis für La Palma, wo die Hotelauslastungsraten inzwischen in Richtung 40% gehen.
Die Zahlen mussten jetzt an das Licht der Öffentlichkeit, weil man nichts mehr beschönigen konnte.
Was die Beobachter von "Wild West" (Montesquieu, La Palma Air, Resibetreuer, Vilaflor u.a. ) seit Mitte des Jahres näher beleuchteten, bewahrheitet sich.
Aber bis zum Schluss hat man sich seitens der Politik immer um die Wahrheit gedrückt.
Zwischendurch hatte man sogar überraschend mal
700.000 zusätzliche Touristen "gefunden".
Ja, das war wirklich so!
Zitat:
Immer weniger Touristen kommen auf die Kanarischen Inseln. Im laufenden Jahr wurden über 200.000 ausländische Touristen weniger gezählt als noch zur selben Zeit im Vorjahr. Lediglich 6,8 Millionen Besucher kamen von Januar bis September auf den Archipel. Das ist ein Minus von über drei Prozent gegenüber dem Jahr 2006. Damit sind die Kanaren erneut die einzige spanische Region, die Urlauber verloren hat. Vor allem Briten und Deutsche wählten in diesem Jahr ein anderes Urlaubsziel.
Mittwoch, 24.10.2007
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Wenig später dann das vermeintlich "Erfreuliche":
Zitat:
Kanaren - Mehr Touristen
Rund 3,5 Millionen deutschsprachige Touristen besuchten die Kanarischen Inseln in den ersten neun Monaten dieses Jahres. Das sind etwa 320.000 Urlauber mehr als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahl der deutschen Touristen stieg um fast sechs Prozent. Insgesamt zählte das Tourismusministerium von Januar bis September rund 7,5 Millionen Touristen auf den Kanaren.
Mittwoch, 07.11.2007
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En klassischer Fall für die Taktik des Tourismusministeriums in Sachen Informationsvermittlung.
Zunächst stellt man das ganze Jahr fest, dass es nicht rosig aussieht.
Rückläufiger Tourismus auf den Canarias.
Gründe seien die hohen Flugpreise und die böse Konkurrenz in Nordafrika, Griechenland und Festlandspanien.
Wirtschaftsverbände machen sich auch grosse Sorgen, wie es denn weitergehen soll.
Dann beschließt man eine grosse Werbekampagne und wenn die anläuft, hören sich die Meldungen auf einmal ganz anders an.
Aus weniger Touristen werden auf einmal mehr Touristen für die gleichen Zeiträume.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Journalisten die Zahlen schönen, würde mir aber schon wünschen, dass man hinterfragt, wenn sich die Zahlen vom 24.10.2007 bis zum 07.11.2007 derart verändern.
Es kommt der Eindruck auf, dass Aktionen des Tourismusministeriums offenbar schon nach kurzer Zeit erst einmal mit einer "Erfolgsmeldung" bedacht werden, auch wenn es dafür eigentlich keine Grundlage gibt.
Man darf halt nicht alles glauben und muss immer auch mit der kanarischen Art von "Hofberichterstattung" rechnen.
Woran liegt es denn nur, dass die Canarias tatsächlich so schlecht aussehen?
Die vielen Engländer haben doch bisher nahezu alles angenommen!
Es liegt daran, dass viele Touristenzentren der Canarias einfach nicht mehr zeitgemäß sind.
Man schaue sich nur Playa del Inglés, Maspalomas, Las Americas, "Lost" Christianos, Costa Teguise oder Puerto del Carmen an.
Ein veralteter Alptraum!
Nur gutes Wetter reicht heute nicht mehr, um mit der Konkurrenz mithalten zu können.
Die Touristen nehmen die "Ghettos" aus den 70er und 80er Jahren einfach nicht mehr an.
Man wird viel Geld in die Hand nehmen müssen, wenn man die Qualität verbessern will.
Es reicht nicht aus, nur verstärkt zu werben.
Der Pauschaltourismus verändert sich. Die Menschen möchten mehr als gutes Klima und andere Anbieter, vor allem die in Marokko und der Türkei, haben rechtzeitig ihre Urlaubszentren zeitgemäß renoviert.
Ein weiteres großes Problem wurde oben schon angesprochen:
Die Hofberichterstattung der kanarischen Presse. Während des Jahres werden häufig völlig unkritisch einfach die Zahlen der Politiker übernommen. Dadurch entsteht zunächst ein völlig falscher Eindruck.
Das geht dann so:
Zitat:
Kanaren - Größte Werbekampagne geplant
Die Kanarischen Inseln starten für die kommende Saison eine Tourismus-Werbekampagne für 4 Millionen Euro.
Das wird die größte Werbekampagne in der Geschichte des Archipels. Mit dieser Investition wollen sich die Inseln auf 15 europäischen Märkten präsentieren. Nach den zuletzt rückläufigen Touristenzahlen, soll es auf den Kanaren damit wieder bergauf gehen.
Der Tourismussektor spült mehr als 80 Prozent des Geldes in die kanarische Wirtschaft. Die Kosten für die Werbekampagne teilen sich die kanarische und die spanische Regierung.
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Unmittelbar nach Anlaufen der Kampagne dann das:
Zitat:
Kanaren - Politik ist zuversichtlich
Der stellvertretende kanarische Ministerpräsident, José Manuel Soria, ist zuversichtlich, verlorenenes Terrain auf dem Tourismusmarkt für die Kanaren zurück zu erobern.
Das sagte er auf der Internationalen Touristikmesse "World Travel Market" in London.
Die britische Wirtschaft wächst, und die Kanaren sind für die Briten auch weiterhin ein begehrtes Urlaubsziel, so Soria weiter. Allerdings muss der Tourismussektor seine Buchungsmöglichkeiten für Hotels und Ferienanlagen im Internet deutlich erhöhen.
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Beobachter Montesquieu schrieb daraufhin:
"Ich bin auch zuversichtlich, dass die "Hofberichterstattung" so weiter geht.
Sehr zuversichtlich!
Immer, wenn Herr Soria was sagt, dann ganz besonders.
Das ist doch auch der Erfinder der Super Bandera für 300.000 EUR, die aber leider nur noch selten in Las Palmas wehen darf.
Wo sind die Tatsachen, die den Vize unmittelbar nach der Messe so zuversichtlich erscheinen lassen?
So, der britische Markt wächst.
Der deutsche Markt wahrscheinlich auch.
Gut, dass wir so kurz vor Ende des Jahres jetzt genau wissen, dass alles wieder besser wird.
Dennoch sollten wir uns die Zahlen für Oktober, November und Dezember genau anschauen.
Da werden nicht nur dem Herrn Soria die Augen tränen.
Nach meinen Informationen wird die Insel La Palma noch schlechter als 2006 abschneiden.
Das wäre dann das siebte Jahr mit rückläufigen Zahlen.
Aber wir wissen ja, was nach dem verflixten siebten Jahr kommt.
Ganz genau, das was der Soria sagt.
Alles in Butter!
Man sollte die Super Bandera heute schon mal aufziehen, bei guter Sicht sieht man die vielleicht sogar von Marokko."
Die Zahlen für 2007 sind also alles andere als gut und man darf gespannt sein, ob vor allem die Briten und Deutschen sich zukünftig wieder für die Canarias entscheiden.
Ich bin mal auf die Prognosen der Tourismusministerin Rita Martín gespannt.
Bald wäre es ja wieder Zeit für eine rundweg positive Meldung.
Salu2
M.d.A.