Gut 93.000 von insgesamt rund 800.000 Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkasse auf den Kanaren sind Ausländer. Damit folgen die kanarischen Inseln einem langjährigen Trend. Im Jahr 2003 gab es lediglich 33.000 ausländische Mitglieder. Das entspricht einem Anstieg von gut 200 Prozent. Spanienweit liegen die Kanaren damit auf Platz sechs. Die meisten Ausländer leben in der spanischen Hauptstadt Madrid, gefolgt von Valencia und Andalusien. Ein Großteil emigriert aus den lateinamerikanischen Ländern, bedingt durch die gemeinsame Sprache. Damit ist Spanien das beliebteste Einwanderungsland in der Europäischen Union.
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Gut 93.000 von insgesamt rund 800.000 Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkasse auf den Kanaren sind Ausländer.
die frage ist allerdings, wie diese offiziellen zahlen zu bewerten sind. wenn allein in diesem jahr bereits über 16.000 flüchtlinge die kanarischen inseln erreicht haben, wie überall nachzulesen ist, wird die anzahl der mitbürger aus anderen ländern und kulturen wahrscheinlich deutlisch höher liegen.
was mich als nicht-resident interessieren würde, ist, wie die einheimischen auf den kanaren mit der jetzigen situation umgehen. in den nachrichten hierzulande erfährt man zwar immer wieder, dass neue flüchtlinge das archipel erreicht haben, was aber genau mit ihnen passiert und wie sie dort von der bevölkerung aufgenommen werden, erfährt man hier nicht oder zumindest sehr schwer. da hat doch bestimmt jemand von euch einsichten, die er gerne mit mir teilen will :-)
inwiefern sind die einwanderer aus den lateinamerikanischen ländern denn ein problem?
und was heißt, die canarios gehen mit der jetzigen situation gelassen um? "gelassen" ist das ja auch irgendwie in deutschland. da steckt man diese leute in auffanglager oder asyslantenheime und aus die maus - keiner kriegt wirklich etwas mit. definiere also bitte einmal "gelassenheit"...
Ist doch logisch, warum die Südamerikaner "gefürchteter" sind als die Immigranten oder Residenten aus Europa. Im Grundsatz ist es die selbe Denklinie, die manchen politischen Wirrkopf an die Hauswände sprayen läßt "Peninsulares (Festland-Spanier) raus" - es geht um Arbeitsplätze. Im kommenden Jahr sind wieder Wahlen und das ist ein gutes Motiv, spanisch zu lernen - verstehen, welchen Blödsinn/welche Stimmvieh-Verdummung die Mehrzahl der politischen Parteien hier bezüglich Arbeitsmarkt-Situation absondern. Natürlich sind es die bösen Festland-Spanier und die bösen Residenten und bestimmt auch die besonders bösen (weil ja schon spanisch als Muttersprache sprechenden) Südamerikaner den armen Canarios die vielen schönen Arbeitsplätze wegnehmen.
Ist ja viel populistischer und stimmenbringender als zu verkünden: liebe Mitbürger, packt Euch mal an der eigenen Nase, habt Ehrgeiz und Berufsethos, auf der Ebene der Qualifikation, Zuverlässigkeit, Service-Orientierung gleichzuziehen mit denen, die Euch von den Arbeitgebern vorgezogen werden! Kein Arbeitgeber hier stellt einen Engländer, Franzosen, Deutschen, Argentinier ein, weil er keinen Canario möchte - nein, er möchte halt einen Mitarbeiter, der tatsächlich täglich pünktlich zur Arbeit kommt, konzentriert ist, dazu lernen möchte. Auch ich selbst habe mit Arbeitskräften aus Südamerika in meinem Betrieb sehr gute Erfahrungen gemacht.
Um dem kollektiven Aufheulen zuvor zu kommen: ja, ich weiß, es gibt auch sehr zuverlässige, leistungsorientierte Canarios (und vor allem Canarias). Aber sie sind halt in der Minderheit.
Was mich gerade hier so fuchsteufelswild macht, ist das eklatante Auseinanderklaffen von Realität und den illusionistischen, oft gegen besseres Wissen getätigten Sprechblasen-Parolen unserer Oberen. "Jeder kanarische Schüler hat ab der 1. Schulklasse Englisch-Unterricht". Soso, versucht mal, mit einigen 16jährigen Schulabgängern ein drei Sätze langes einfaches Gespräch über Basisthemen zu führen - Ihr werdet weinen...
Und drum sind die Südamerikaner eine echte Bedrohung für den Canario im Arbeitsmarkt: sie haben noch echt "Hunger" auf Verbesserung der Lebensqualität, sind aus ihren Heimatländern weggegangen, weil sie sich weiter entwickeln wollen, wissen, daß sie dafür selbst etwas tun, an sich arbeiten müssen. Sie haben nicht erfahren, daß der Massentourismus und die EG-Mitgliedschaft so viel Geld und Subventionen und Wohlstand über ihnen ausgeschüttet haben, daß morgen sowieso wieder "die Sonne aufgeht", egal, ob sie sich für irgendwas engagieren oder nicht.
Im kommenden Jahr sind wieder Wahlen und das ist ein gutes Motiv, spanisch zu lernen - verstehen, welchen Blödsinn/welche Stimmvieh-Verdummung die Mehrzahl der politischen Parteien hier bezüglich Arbeitsmarkt-Situation absondern.
Wenn eine deratige Schieflage in der Parteienlandschaft und der politischen Willensbildung wirklich existiert, wieso gründet "man" dann nicht eine Art eigene Partei der Einwanderer?
Zitat:
Zitat von fabian
93.000 von insgesamt rund 800.000 Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkasse auf den Kanaren sind Ausländer.
Wenn die alle wahlberechtigt sind, hätte man eine potenzielle Zielgruppe von über 10 Prozent. Da träumt eine FDP in Deutschland schon seit Jahren von... :-D
San Miguel Dein Bericht ist vollkommen richtig. Deshalb fuerchten die Canarios die Suedamerikaner so, in meinem Umfeld wollen alle nur eines:Fiesta,Fiesta,Fiesta, und wenig arbeiten :-( Danke das Du ihn geschrieben hast, jetzt brauch ich es nicht mehr zu tun.Und dann gibt es hier eine Partei.Centr Canario Reformista nennt sich die, ich kenne da einige und habe die Partei umgenannt in Centro Canario Ra.....a. Kennt die eigentlich einer genau??? Die haben ihr Buero in El Fraile.
Die Fluechtlingen aus den Booten sind nicht so gefuerchtet.Die werden fast alle wieder abgeschoben obwohl man weiss die versuchen es wieder, Ein Teufelskreis fuer die armen Kerlen.