 | | 
03.09.2007, 15:49
| | Gesperrt | | Registriert seit: 25.05.2006
Beiträge: 993
| | Zitat: |
Wie makaber, sensationslustig und abartig ist das denn? Ein Journalist der ARD setzt sich in ein Cayuco um Menschen bei einer illegalen und lebensgefährlichen Überfahrt zu filmen, bei der einige möglicherweise nicht einmal lebend ankommen....
| Diese Frage ist für ein Presseunternehmen aber sehr ungewöhnlich!
Wie soll man denn sonst den Menschen klarmachen, dass der Atlantik zwischen Afrika und den Canarias derzeit das grösste Massengrab der Welt ist?
Was heisst hier illegal?
Die Fahrt ist meiner Meinung nach legal.
Das mag sich bei der "Ankunft" ändern.
Viele haben echte Asylgründe. Das muss geprüft werden.
Es ist die Aufgabe engagierter Journalisten, den Menschen die Verzweifelung der Flüchtlinge nahezubringen, die eine lebensgefährliche Fahrt auf sich nehmen, weil ihnen in Afrika möglicherweise auch nur der Tod droht.
Die wollen ihre letzte Chance wahrnehmen. Manchmal realisiert sich die Chance nicht, dann kümmern sich die Fische drum.
Ich trauere um die Ertrunkenen und bin froh, dass es noch engagierte Kollegen gibt.
Die Welt muss die Wahrheit wissen.
Wann fährt Radio Megawelle mit? Dann ist Vilaflor auch im Boot!
Das wäre ein Unternehmen für engagierten Journalismus. Oder?
Natürlich zahlt Megawelle dann das Ticket, derzeit zwischen 800 und 1000 EUR.
Salu2
Vilaflor editiert von: Vilaflor, 03.09.2007, 18:42 Uhr [addsig] | 
19.01.2008, 19:21
| | Neuer Benutzer | | Registriert seit: 19.01.2008
Beiträge: 5
| | Hallo Vilaflor,
was da passiert ist eine Schande für die Menschheit. Ich war in einem Forum von Costa Rica unterwegs, und habe erfahren, das dort ca. 500.000 Menschen aus Nicaragua und der Dominicanischen Republik illegal "eingefallen" sind, weil sie in ihrem Land die Lebensgrundlage verloren haben. So wie ja auch in Deutschland, wenn auch lange noch nicht so extrem. Ich bin weissgott kein Kommunist, aber die Welt sollte ihre Ressourcen besser verteilen. Zu Essen gibt es für alle genug. Bill Gates verteilt sein immenses Vermögen ja auch mit vollen Händen, und wenn alle Menschen auf ihren Nachbarn schauen würden und dieser elende Egoismus und diese Geldgeilheit sich ablösen würden für ein Bewusstsein für eine gemeinsame Welt, dann würden bestimmt auch die ein oder anderen Ausserirdischen Kontakt zu uns suchen, weil sie erkennen, das die Menschen als Einheit auftreten. So könnte ein Roman aus der Kategorie "Sience Fiction" anfangen.
salu2
Micha | 
21.01.2008, 16:27
| | Gesperrt | | Registriert seit: 25.05.2006
Beiträge: 993
| | BelAir schrieb: Zitat:
Hallo Vilaflor,
was da passiert ist eine Schande für die Menschheit.
| Ganz richtig, eine Schande für Europa vor allem.
Ab dem 24. Februar wird die sog. FRONTEX erst einmal den Dienst einstellen.
Das wissen auch die Schleuser.
Man muss ganz klar sehen, dass durch die FRONTEX Bemühungen zwar weniger Menschen lebend angekommen sind, dafür aber erheblich mehr zu den Fischen gingen.
Die Schleuser suchen sich immer mörderische Touren aus, um die FRONTEX zu umgehen. Viele Pateras und Cayucos sind bis zu 2 Wochen unterwegs.
Ein interessantes völkerrechtliches Problem ist auch noch nicht endgültig ausdiskutiert.
Es stellt sich die Frage, ob man Boote in internationalen Gewässern an der Weiterfahrt hindern kann bzw. sie in eine andere Richtung zurückdrängen darf.
Salu2
M.d.A.
Geändert von Vilaflor (21.01.2008 um 16:31 Uhr).
| 
30.01.2008, 19:14
| | Gesperrt | | Registriert seit: 25.05.2006
Beiträge: 993
| |
IMPORTANT !!!
09.00 PM: Ein entlarvender Bericht zur Gesamtproblematik der Flüchtlingswelle wird gleich auf 3sat gesendet.
Ich kann nur allen empfehlen, diesen Bericht zu programmieren und sich Gedanken über Ursache und Wirkungen zu machen.
Vielleicht können wir danach ja über das Thema diskutieren.
Ich vertrete schon lange die Meinung, dass das Verhalten Europas der Hauptgrund für den Exodus ist.
Wenn dies so ist, dann kann sich Europa auch nicht aus der Verantwortung stehlen.
Salu2
M.d.A/AI/Human Rights Watch
************************** 3sat
Albtraum im Fischerboot - "Afrikas Flüchtlinge und Europas Fischereipolitik"
Mittwoch, 30.01.2008
Beginn: 21.00 Uhr
Ende: 22.00 Uhr
Länge: 60 Min.
VPS: 21.00
Für die Fangrechte vor Mauretanien zahlt die Europäische Union 86 Millionen Euro im Jahr, der gefangene Fisch ist aber auf den europäischen Märkten Milliarden wert.
Die Menschen an Afrikas Westküste gehen leer aus. Sie sind machtlos gegen die hoch subventionierte europäische Fischindustrie. Ihnen bleibt nur noch die Flucht. - Ein Film über Afrikas Flüchtlinge und Europas Fischereipolitik.
Sie sind wochenlang unterwegs, 70, 80, manchmal 150 Menschen, zusammengepfercht in kleinen offenen Fischerbooten.
Sie legen im Senegal, in Gambia oder Mauretanien ab, ihr Ziel sind die Kanarischen Inseln, Europa. Allein im letzten Jahr kamen dort 25.000 Flüchtlinge an. Viele haben die Flucht ins vermeintliche Paradies nicht überlebt.
Seit Jahrzehnten fischen europäische Trawler vor der Küste Westafrikas und tragen dazu bei, dass den Menschen dort ihre Lebensgrundlage entzogen wird und sie keinen anderen Ausweg als Flucht sehen.
Die ehemals fischreichsten Regionen der Welt sind längst überfischt:
Fast ausgestorben ist der Thiof, ein Barsch, der für die Senegalesen Grundnahrungsmittel ist. Weil es vor dem Senegal nur noch wenig Fisch gibt, ist die europäische Fangflotte weiter nach Norden gezogen, vor die Küste Mauretaniens. Für die Fangrechte vor Mauretanien zahlt die Europäische Union 86 Millionen Euro im Jahr. Der gefangene Fisch ist auf den europäischen Märkten Milliarden wert.
Doch die Menschen an Afrikas Westküste gehen leer aus. Sie fangen kaum noch Fisch, sind machtlos gegen die Trawler und die hoch subventionierte europäische Fischindustrie. Sie haben keine Zukunft und keine Perspektive, und so werden auch dieses Jahr wieder Tausende in ihren kleinen Booten nach Europa flüchten. Klaus Martens und Michael Grytz über den Zusammenhang zwischen Afrikas Flüchtlingen und Europas Fischereipolitik.
Albtraum im Fischerboot - Afrikas Flüchtlinge und Europas Fischereipolitik | 
31.01.2008, 08:37
| | Gesperrt | | Registriert seit: 25.05.2006
Beiträge: 993
| | REMINDER
Morgen: Der Atlantik zwischen Afrika und den Canarias ist derzeit das größte Massengrab der Welt.
Wer nicht zu den Fischen geht, wird auf Teneriffa europäisch "versorgt".
In diesem Punkt sind die Europäer ganz ordentlich. Zoom Europa - Reportagemagazin, D,F 2008
Teneriffa - Friedhof der Namenlosen
Das Dilemma der europäischen Zuwanderungspolitik ist offenkundig: Da sind die, die nach Europa kommen wollen - oft arm, verfolgt oder einfach ohne Perspektive - die also, die Europa nicht will.
Und da sind die, die Europa will - weil gut ausgebildet, und ein Gewinn. Die aber wollen nicht kommen. Wie geht Europa um mit dieser Not. Und wie integriert es die, die bereits hier sind?
************************************************** **
Friedhof der Namenlosen
Ein anonymer Friedhof auf Teneriffa - vielleicht der Ort, an dem Europas Einwanderungsproblematik am deutlichsten wird.
Hier werden die begraben, die den Weg nach Europa nicht überlebt haben - ohne Angehörige, ohne Namen. Gleichzeitig versucht man in Afrika mit Abschreckungskampagnen und einem eigens geplanten EU-Büro die ungeliebten Einwanderer von ihrer Überfahrt abzuhalten. ARTE DE
Freitag, 01.02.2008
Beginn: 19.00 Uhr
Ende: 19.45 Uhr
Länge: 45 Min.
VPS: 19.00 Zoom Europa - Reportagemagazin, D,F 2008
Geändert von Vilaflor (01.02.2008 um 10:03 Uhr).
| 
01.02.2008, 10:06
| | Gesperrt | | Registriert seit: 25.05.2006
Beiträge: 993
| | REMINDER
Heute:
Der Atlantik zwischen Afrika und den Canarias ist derzeit das größte Massengrab der Welt.
Wer nicht zu den Fischen geht, wird auf Teneriffa europäisch "versorgt".
In diesem Punkt sind die Europäer ganz ordentlich. Zoom Europa - Reportagemagazin, D,F 2008
Teneriffa - Friedhof der Namenlosen
Das Dilemma der europäischen Zuwanderungspolitik ist offenkundig: Da sind die, die nach Europa kommen wollen - oft arm, verfolgt oder einfach ohne Perspektive - die also, die Europa nicht will.
Und da sind die, die Europa will - weil gut ausgebildet, und ein Gewinn. Die aber wollen nicht kommen. Wie geht Europa um mit dieser Not. Und wie integriert es die, die bereits hier sind?
************************************************** **
Friedhof der Namenlosen
Ein anonymer Friedhof auf Teneriffa - vielleicht der Ort, an dem Europas Einwanderungsproblematik am deutlichsten wird.
Hier werden die begraben, die den Weg nach Europa nicht überlebt haben - ohne Angehörige, ohne Namen. Gleichzeitig versucht man in Afrika mit Abschreckungskampagnen und einem eigens geplanten EU-Büro die ungeliebten Einwanderer von ihrer Überfahrt abzuhalten. ARTE DE
Freitag, 01.02.2008
Beginn: 19.00 Uhr
Ende: 19.45 Uhr
Länge: 45 Min.
VPS: 19.00 Zoom Europa - Reportagemagazin, D,F 2008 | 
03.04.2008, 10:06
| | Gesperrt | | Registriert seit: 25.05.2006
Beiträge: 993
| |
Geändert von Vilaflor (03.04.2008 um 11:00 Uhr).
| 
04.04.2008, 09:22
|  | Benutzer | | Registriert seit: 19.12.2007
Beiträge: 93
| | Kürzlich las ich zum Thema diesen Text:
"Rassismus ist bei uns schon so sehr Normalität, dass wir ihn in unseren alltäglichen Handlungen und Überzeugungen noch nicht einmal mehr bemerken: Wir bauen meterhohe Zäune um die Festung Europa und denken uns gar nichts dabei, dass es als normal betrachtet wird, dass bei uns jeder in jedes Land kommen und dort herumhängen darf, sofern es sich um Europäer handelt. Wir verlangen, dass Flüchtlinge nicht allein aus wirtschaftlichen Interessen zu uns herüberkommen dürfen, sondern erst ihr eigenes Land auf die Reihe kriegen sollen. Gleichzeitig aber feiern wir in fünf verschiedenen Fernsehsendungen Weiße, die ohne guten Grund und ohne Kultur- oder Sprachkenntnisse in andere Länder gehen, weil sie sich davon mehr Wohlstand und ein glücklicheres Leben erhoffen. "Auswanderer" und "Abenteurer" nennen wir sie dann und sind von ihrem Mut fasziniert. Sind sie aber Schwarz oder Afrikaner, sind Leute mit genau dem gleichen Verhalten für uns plötzlich "Wirtschaftsflüchtlinge" und "naiv" und werden nicht als Helden oder mutig, sondern als Bedrohung empfunden und dementsprechend behandelt. Und wir denken uns nicht einmal etwas dabei."
__________________ NO RISK - NO FUN | 
04.04.2008, 09:34
|  | Erfahrener Benutzer | | Registriert seit: 28.07.2007
Beiträge: 212
| | Die Zeitung mit den vier großen roten Buchstaben im Namen .. ... kann das nicht gewesen sein. Dazu ist der Text zu lang und sprachlich zu korrekt. Ich würde gerne den gesamten Artikel lesen. Kannst Du bitte mitteilen, wo ich weiter lesen darf? Zitat:
Zitat von lagaviota "Rassismus ist bei uns schon so sehr Normalität, dass wir ihn in unseren alltäglichen Handlungen und Überzeugungen noch nicht einmal mehr bemerken ..." |
__________________ Pensador_XL | 
04.04.2008, 09:46
|  | Benutzer | | Registriert seit: 19.12.2007
Beiträge: 93
| | @Pensador
....Du darfst: siehe PM
__________________ NO RISK - NO FUN |  | |
Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1) | | |
Forumregeln
| Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen. Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten. Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen. Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten. HTML-Code ist aus. | | | Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 10:21 Uhr. |