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  #1 (permalink)  
Alt 29.07.2008, 11:55
Benutzerbild von bayrer2003
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Registriert seit: 23.03.2008
Ort: Baden-Württemberg, nähe Offenburg
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bayrer2003 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Familie muss am Strand leben

Bei Megawelle gab es folgende Meldung:

Das wirtschaftliche Krisen in erster Linie arme und minderbemittelte Bürger treffen zeigt die Situation einer kanarischen Familie mit drei Kindern in Puerto de la Cruz. Seit rund drei Wochen campiert die Familie an der Playa Jardín. Das Ehepaar stammt aus dem Ort - trotz eines festen sozialen Umfeldes blieb der fünfköpfigen Familie nichts anderes übrig als an den Strand zu ziehen - das Geld für die Hypothek konnte das Ehepaar nicht mehr aufbringen. Seitdem warten Bruno und Mari mit ihren drei Kindern auf soziale Hilfe vom Staat.

In den einzelnen Foren-Beiträgen hatte sich ja schon abgezeichnet das es auf den kanarischen Inseln wohl bald Katastrophenmeldungen dieser Art geben wird.
Ist das nun ein Einzelfall oder der Anfang einer unrühmlichen Entwicklung? Was meint Ihr dazu?
___________
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  #2 (permalink)  
Alt 29.07.2008, 20:40
Benutzerbild von ElTomate
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Beiträge: 72
ElTomate befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Standard

Hi,

wird wohl leider kein Einzelfall bleiben. Viele haben nahezu ohne Eigenkapital Kredite zu variablen Zinsen aufgenommen und befinden sich wirtschaftlich am Anschlag, weil die Zinsen steigen und/oder Arbeitslosigkeit eingetreten ist. Wenn dann keine Hilfe verfügbar ist....

Tomate
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  #3 (permalink)  
Alt 29.07.2008, 23:12
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Beiträge: 36
hansen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard MUSS am Strand leben?

Ich kenne diesen Strand, er ist sehr schön.
Könnte mir vorstellen, daß es für tausende kein MUSS ist, dort zu leben, 24 Stunden am Tag.
Oben ist sogar ein Restaurant, man muss nicht einkaufen, kochen oder abspülen...

Soweit das Thema aus provokanter Sicht.

Jetzt zu meiner Meinung, bestimmt ist sie auch nicht politisch korrekt.
Niemand wird gezwungen, einen Kredit aufzunehmen.
Niemand wird gezwungen, sich auf Werbeaussagen wie "Finanzierung bis 120 %" einzulassen.
Jeder, der einen Kredit bekommt, muss volljährig sein - d.h. er darf Regierungen wählen, bei der Bunderwehr schießen (wie heißt die Bundeswehr in Spanien?),
Also muß jeder, der einen Kredit beantragt und kriegt, auch wissen, worauf er sich einlässt.
Vermutlich steht auch in Spanien im Kreditvertrag eine gar häßliche Zahl, die "monatliche Rückzahlung" bedeutet.

Was soll also das Geheule?
Sind die Canarios zu doof, um bis nach übermorgen zu denken?
Sind die Banken kriminell genug, um mögliche Kunden, junge Familien, in den erwartbaren lebenslangen Ruin zu locken?
Ich habe bei meinen jährlich 2-4 Urlauben auf Teneriffa manche Sachen gesehen, wo Du nur noch kopfschütteln kannst. Ich dachte mir immer: "kann man wirklich so blöd sein, daruaf hereinzufallen"? Z.B. kaufe heute, zahle in 1 Jahr
oder "1 Jahr tilgungsfrei"

in megawelle lief 2007 (gllaube ich) eine Werbung von einem Bauträger, wo angeboten wurde, daß man eine Neubau-Wohnung in Palm Mar für € 350 pro Monat kaufen konnte.
Wen soll man da jetz verantwortlich machen? Den Anbieter - für seine Lügen
oder die megawelle - als Erfüllungsgehilfe
oder den ders geglaubt hat - für bewiesene Dummheit?
___________
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  #4 (permalink)  
Alt 29.07.2008, 23:54
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 18.07.2008
Ort: Playa de las Americas
Beiträge: 14
Patitas befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard

Also wenn der Zinssatz weiter steigt,dann wird das sicherlich kein Einzelfall bleiben.
Ich kenne einige Leute,die mittlerweile ihr Eigentum wieder verkaufen mussten,weil die Hypothek einfach zu hoch wurde.
Zitat:
Sind die Canarios zu doof, um bis nach übermorgen zu denken?
das trifft sicherlich auf manche zu.Auf Kredit kaufen ist in Spanien sehr beliebt und wenn das Geld alle ist,dann nimmt man eben nochmal ein Kredit auf das Haus/Wohnung auf.
Manche leben über ihre Verhältnisse und merken das gar nicht-bis es zu spät ist.

Nur ist nicht immer der Leichtsinn das Problem.
Alles ist teurer geworden,die Zinzen steigen,aber die Gehälter werden nicht erhöht.Da kann man wirklich irgendwann in eine brenzlige Situation kommen.

LG Sanny
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  #5 (permalink)  
Alt 30.07.2008, 08:57
Erfahrener Benutzer
 
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Beiträge: 472
canaria111 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Ja, ich denke mir schon, das teilweise recht "leichtfertig" Kredite vergeben worden sind. Liege ich richtig, ds die Zinssätze hier auch nicht festgelegt sind ?

Ich denke mir aber, es ist einfach die ganzen steigende Lebensunterhaltskosten. Überall gibt es Erhöhungen, wärend die Gehälter nicht steigen. Schneller als man denkt kann es einen schonmal den Job kosten und eine Familie mit Kindern ist auf das Gehalt von 2 Personen angewiesen.
Für die Canarios zählt eigenes Land und Haus viel. Daher ist die Versuchung gross, etwas unüberlegt auf Immobilienkäufe einzugehen.

Auf das Erstposting eingehend, muss ich allerdings sagen, dass ich es doch recht merkwürdig finde, das Canarios mit Familie campen müssen. Ich glaube nicht, dass das hier in meiner Umgebung so schnell passieren würde. Da wird innerhalb der Familie zusammen gerückt und geholfen.
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  #6 (permalink)  
Alt 30.07.2008, 09:15
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Ort: Kabul-Guarazoca-Ifonche**Und die Frisur hält immer noch!
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Hijo de Puta befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Das werden sicher keine Einzelfälle bleiben.
Auf den Canarias leben viele Menschen am Strand.
Derzeit sorgt aber "Demarcación Costas" dafür, dass die Behausungen an Stränden erheblich reduziert werden.
Ich kenne junge Paare, die wohnen seit Jahren in Höhlen, um einen gewissen Luxus finanzieren zu können. Wenn ich sie besuche, sage ich immer: Besorgt mir auch eine Höhle. Bald werde ich hoffentlich eine haben.

Man wird in Europa - sind die Canarias wirklich Europa?- kaum eine Region finden, in der es eine viel höhere Pro-Kopf-Verschuldung der Bürger gibt.
Alles wurde finanziert, damit gekauft werden kann.
Kaufen schafft Arbeitsplätze, es fragt sich nur, wie nachhaltig diese Arbeitsplätze sind.
Die Autodichte auf Teneriffa spricht Bände. Der Trend geht zum Drittwagen.
Santa Cruz hat eine der höchsten Autodichten in Europa (Las Palmas, Los Llanos).

Und es gibt auf den Inseln fast keine nicht finanzierten Fahrzeuge.

Kapitalismus und Marktwirtschaft funktionieren nur, wenn die Menschen auch konsumieren.
Können sie das nicht mehr, wird es für das System gefährlich.
Das wird man jetzt sehen. Jahrelang wuchsen die Wachstumsraten in Spanien und jetzt entwickelt sich alles wieder auf ein Normalmaß zurück. Die Boomjahre sind vorbei, aber die kanarische Wirtschaft hat sich nicht konkurrenzfähig gemacht. Das wird sich rächen!

Die deutschen Wirtschaft hat damit Erfahrung und den "Turn Around" geschafft. Sie ist zunehmend konkurrenzfähiger geworden. Auf wessen Kosten dies geschah, muss man allerdings kritisch hinterfragen.

Die Spanier und Iren werden diese Erfahrungen jetzt machen.
Das wird viele Arbeitsplätze und Existenzen kosten.

Andererseits:
Wo gibt es so viele Menschen, die fast mietfrei wohnen?
Bei den Eltern oder bei der Oma bis weit über 40 Jahre wohnen, das gibt es gar nicht so selten auf den Inseln.

Der Staat wird die Verbraucher zukünftig effektiver schützen müssen.
Risiken müssen deutlicher werden. Verbraucherschutz ist in Spanien noch völlig unterentwickelt.
Verbraucherschutzorganisationen müssen tätig werden und geeignete Mittel erhalten, um die Verbraucher schützen zu können.
Nach spanischem Zivilrecht kann man nach der Unterschrift unter einen Vertrag fast nichts mehr machen.
In Deutschland gibt es noch jede Menge Regelungen (Irrtumsregeln etc.), die es ermöglichen, vom Vertrag wieder loszukommen.
Das sind schon wesentliche Unterschiede.

Sind variable oder feste Zinsen die Regel in Spanien? Wie ist es In der BRD?

Welche Rolle spielen die Banken und arbeiten die vielleicht eng mit den Regierenden zusammen?

Muss eigentlich jeder Canario ein Eigenheim haben?

In jedem Fall sollte er aber einen eigenen Garten haben, denn auf den Inseln wächst ja alles und das kann die Lebenshaltungskosten schon senken.

Der Markt wird sich wieder regulieren und der Staat wird dies mitbezahlen.
Aber wer ist der Staat? Ja, wir alle sind der Staat und wir werden es daher alle bezahlen, der Eine mehr, der Andere weniger.
Manchen wird es leicht fallen und vielen schwer.
Auf den Canarias war das Gefälle zwischen Armen und Reichen schon immer sehr groß. Das Gefälle wird noch größer werden, in der BRD ist das aber auch nicht anders.

Es grüßt

Morta, der DELLA

Geändert von Hijo de Puta (30.07.2008 um 09:23 Uhr).
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  #7 (permalink)  
Alt 30.07.2008, 11:55
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Registriert seit: 14.06.2008
Ort: Kabul-Guarazoca-Ifonche**Und die Frisur hält immer noch!
Beiträge: 476
Hijo de Puta befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Interessant ist vermutlich aus dieser Hinweis:

Zitat:
Im Verhältnis zum spanischen Durchschnitt werden die Canarios immer ärmer. Seit 1995 wird die Schere zwischen dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf auf den Kanaren und dem spanischen Durchschnitt immer größer. Derzeit beträgt es auf der Inselgruppe 15.880 Euro pro Canario, landesweit sind es 17.785 Euro. In Deutschland liegt es weit über 20.000 Euro.
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  #8 (permalink)  
Alt 30.07.2008, 14:01
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Registriert seit: 13.02.2007
Beiträge: 97
faro befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard

hiola, über was diskutieren wir im forum ? wenn eine familie es sich nicht mehr leisten
kann sein haus zu bezahlen, muß sie dies halt verkaufen. dann gehört diese familie zu unterschicht.
pech gehabt. ob in china ein sackreis umfällt, oder in mombasa ein fahrrad geklaut wird ,
wen interessiert dies.
wenn das so einfach wäre! die gründe sind sicher vielfältig. warscheinlich ist nichteinmal ein verschulden ( doppeldeutiges wort ) der familie vorhanden.
ich kann auch nur für die deutsche situation reden. heute wird ein arbeitnehmer durch den großkonzern entlassen. WARUM ? die kosten müssen reduziert werden. wo kann man sparen ?
am eingesetzten material ? nein . nur an den lohnkosten.
also wird der arbeiter entlassen. eine auffanggesellschaft stellt diesen qualifizierten mitarbeiter
ein. er wird durch die auffanggesellschaft wieder an die entlassende firma verliehen.
zu welchen bedingungen ?
der selbe mitarbeiter arbeitet jetzt an seinem alten arbeitsplatz für ein drittel weniger.
die3 forderung der politik,für seiné alterssicherung vorzusorgen, klingt in den ohren der
arbeitnehmer wie hohn.ein drittel weniger lohn,bedeutet ein drittel weniger seiner
schulden abzuzahlen.
die zu erwartende rente wird deutlich weniger. die sozialabgaben werden weniger.
( und das geld wird dringend benötigt. )
wer gewinnt ? der unternehmer !wobei man nicht alle gleichbehandeln darf.
ein unternehmer ist kein reudiges schaf das mabn totschlagen muß.
ohne ein unternehmertun kann keine wirtschaft funktionieren.
im umkehrschluß bedeutet dies jedoch, das der Staat ( also wir alle ) mit transferleistungen
helfen müssen, die trotz 8 stunden arbeit nicht ihre familien ernähren können.
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  #9 (permalink)  
Alt 30.07.2008, 14:07
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Registriert seit: 13.02.2007
Beiträge: 97
faro befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard

wer ist der gewinner ? das großunternehmertum sowie die politiker.
man muß sich nur mal ansehen,in welchen aufsichtsradgremien unsere politiker sitzen.
ebenso wo sie nach ablauf ihrer abgeordnetentätigkeit ihre weitere
berufliche tätigkeit fortsetzen. siehe clement aber auch bangemann und
viele andere.
ich möchte mich nicht der gefahr aussetzen,durch den verfassunsschutz beobachtet werden
deshalb beende ich meine ausführungen di nur meine un maßgebliche meinung wiedergeben.
a PESAR DE ELLO muchos saludos y haste siempre viktoria
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  #10 (permalink)  
Alt 30.07.2008, 19:44
Benutzerbild von taiga
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 26.06.2006
Beiträge: 149
taiga befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard

Zitat:
Zitat von faro Beitrag anzeigen
wer ist der gewinner ? das großunternehmertum sowie die politiker.
man muß sich nur mal ansehen,in welchen aufsichtsradgremien unsere politiker sitzen.
ebenso wo sie nach ablauf ihrer abgeordnetentätigkeit ihre weitere
berufliche tätigkeit fortsetzen. siehe clement aber auch bangemann und
viele andere.
ich möchte mich nicht der gefahr aussetzen,durch den verfassunsschutz beobachtet werden
deshalb beende ich meine ausführungen di nur meine un maßgebliche meinung wiedergeben.
a PESAR DE ELLO muchos saludos y haste siempre viktoria
Vielleicht verwechselst Du gerade den Verfassungsschutz der BRD mit dem der DDR.
Für eine Meinungsäußerung ist noch niemand in die Rasterfandung gekommen. Vielleicht sollten wir den Spitzelapparat mal so richtig aufbauen (in der DDR waren es wohl 10%), das bringt eine Menge Arbeitsplätze (10% von 82 Mio sind ca 820.000 )

Bei uns ist es noch lange nicht so weit und wird es trotz Schäuble auch nicht kommen.
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