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Alt 22.05.2008, 15:37
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Standard Zukunft der kanarischen Wirtschaft

Der Thread ist zur Diskussion von wirtschaftspolitischen Themen gedacht, die primär Teneriffa und die Kanaren betreffen, aber damit nicht enden müssen. Nachdem 'Alles im Allem zusammenhängt' entsprechend dem Globalisierungsgedankengut, sollten auch über die 7 Inseln hinausreichende Themen hier Platz finden.
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Alt 22.05.2008, 16:01
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Standard „Schutz der Natur und Umwelt“ oder „Die Wertschöpfung gehört zu den Ressourcen“

Der Film im ZDF/Phoenix hat das Thema aufgezeigt. Das Problem der Zweiten oder Dritten Welt ist nicht, dass sie die Menschen faul, unintelligent oder unkultiviert sind, das Problem ist die Gier der Reichen. In der eingangs erwähnten Reportage ist es die EU, die Protektionismus für die spanischen und portugiesischen Fischfangflotten betreibt, indem sie den westafrikanischen Küstenstaaten die Fangrechte für einen Bruchteil des tatsächlichen Wertes abkaufen. Auf der anderen Seite erhalten diese Länder Almosen in Form von Entwicklungshilfe. Dieser Deal rechnet sich doch für die EU nur, wenn die Bilanz zugunsten der EU ausfällt. Ich nenne das Ausbeutung, kaum anderes als es der Imperialismus tat. Die Menschen in den afrikanischen Ländern haben gar nichts davon, die Offiziellen stecken ohnehin das Meiste davon in die eigenen Taschen, das Volk versucht sein Heil in der Flucht nach Europa(!). Paradox, nicht?

Warum wird der Fischfang nicht von den Ländern betrieben, die auch die Fische haben? Auch könnte die Verarbeitung der Fische in den gleichen Ländern erfolgen, damit wäre eine Wertschöpfung von 500 bis 1.000 Mio. Euro zugunsten der Eignerländer möglich. Stattdessen erhalten sie vielleicht nicht einmal 100 Mio. für die Fangrechte und Entwicklungshilfe zusammen. Ein weiterer wichtiger Vorteil wäre, den Menschen Arbeit und damit eine Lebensperspektive zu geben. Almosen an diese Länder könnte man sich dann getrost sparen.

Ähnlich kann man am Beispiel ‚Schutz der Tropenwälder’ argumentieren. Wozu werden die Wälder dort – erstklassige CO2-Senken – abgeholzt? 1. Um Ackerland zu gewinnen, weil das bisherige ausgelaugt wurde und kein Geld für Dünger da ist. 2. Weil die Agrarindustrie (nicht der kleine Landwirt) gierig nach Riesenflächen für gerade benötigte Pflanzen in Monokulturform ist für: Bioäthanol, Bananen nach Chiquita- oder Dole-Norm (warum müssen die USA eigentlich immer meistbegünstigt werden und nicht der EU-interne Anbau?), Kautschuk etc. 3. Als Edelholz für die Möbel und Bauindustrie.

Ich fange einmal mit Nr. 3. an. Wenn Holz aus einem Tropenwald geerntet und nach z.B. USA verschifft wird, bleibt dem Wachstumsland rund 70 Dollar pro Kubikmeter. Wenn daraus ein Kubikmeter Furnier in einer US-amerikanischen Fabrik erzeugt wird, bringt das gleiche Holz rund 3.000 Dollar. Selbst wenn man die Frachtkosten noch abzieht, gehen dem Erzeugerland rund 2.800 Dollar pro Kubikmeter an Wertschöpfung verloren. Damit könnten die Bauern Dünger kaufen und nicht neues Feld per Brandrodung gewinnen. Die Furnierfabriken böten Arbeit wo bisher keine ist und die Entwicklungshilfe könnte man sparen. Aber halt: Die ist ja ein politisches Instrument für das Gefügigmachen der jeweils Herrschenden und damit latent unter Schmiergeldverdacht.

Ich komme zu Argument 2: Wenn der (Tropen-) Wald, der ja gewissermaßen Gegenspieler der CO2-Verschmutzer ist, ähnlich den CO2-Verschmutzungszertifikaten an der Börse gehandelt werden würde, hätte der Wald plötzlich einen ganz anderen und wesentlich höheren pekuniären Wert als jetzt. Es gäbe den Punkt, an dem es nicht mehr wirtschaftlich interessant wäre, den Wald zu vernichten, sondern wesentlich lukrativer, den Wald am Leben zu erhalten oder sogar nachzupflanzen. Geld regiert die Welt!

Und nun zu Argument 1: Wenn die Wertschöpfung, zumindest die ersten Veredelungsstufen bis zu einem vernünftig transportierbaren Halbzeug, in den Ländern geschehen würde, die auch über die Ressourcen verfügen, käme ein gewisser Wohlstand ins Land und die Landwirte könnten sich z.B. Dünger kaufen, um das Land weiter bewirtschaften zu können UND der am Leben bleibende Wald würde zusätzlich direktes Geld einbringen.

Doch nun zurück zu den Kanaren: Das Äquivalent zu den Fangquoten des Senegals und Mauretaniens ist hier das Verschleudern der Kanarischen Dienstleistung und Kultur an die Tourismuskonzerne. Wie beim Tropenholz bleibt der autonomen Region nur der "Holzpreis". Die Veredlung als Furnier, die den Hauptanteil ausmacht an dem was die Endverbraucher wollen, „Einen Edelholzüberzug über ihre Pressspanmöbel“, wird geographisch und wirtschaftlich an völlig anderer Stelle und für andere Nutznieser erzeugt.

Diese Gedanken sind zwar von mir formuliert. Die Idee hinsichtlich Waldbörse stammt aber von Kevin Conrad aus Papua-Neuguinea, einem der wichtigsten Naturschützer und Sprecher der „Rainforest Coalition“.
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Pensador_XL
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Alt 22.05.2008, 23:25
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Danke Pensador_XL für diesen Tread. Der hat noch gefehlt, denn Zukunft ist wichtig, die Vergangenheit sehe ich immer nur im Rückspiegel.

Es gibt Hoffnung an der politischen Front:

Die kanarische Regierung versucht durch ein neues Gesetz dafür zu sorgen, dass die Anlagen im Tourismusbereich nicht ungehemmt weiterwachsen. Im Mai 2008 hat der Regierungsrat einen entsprechenden Gesetz-Entwurf verabschiedet und an die öffentlichen Institutionen und betroffene Unternehmen zur Prüfung übergeben. Damit soll ein breiter Konsens der Betroffenen erreicht werden.

Der Kern des Gesetzentwurfs ist ein erneuter Baustopp für fünf Jahre von Anlagen für den Tourismus. Natürlich gibt es Ausnahmen, z.B. um eine Anlage abreisen und neu aufbauen zu können, wobei sogar eine Aufstockung der Bettenzahl gestattet sein soll. Der erneute Baustopp soll sogar für solche Anlagen gelten, die derzeit schon über eine gültige Baugenehmigung verfügen. In diesen Fällen sei der Baustopp jedoch auf drei Jahre begrenzt.
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Alt 23.05.2008, 13:25
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@Dante.Alighieri

Im Gesamtzusammenhang darf ich auf den Beitrag des Users Vilaflor verweisen.

Der wies auf folgendes hin:


Zitat:
Dass das Moratorium einer dringenden Revision bedarf, daran besteht kein Zweifel. Denn trotz des verhängten Baustopps für neue Urlaubsanlagen sind in den vergangenen fünf Jahren 50.000 neue Hotelbetten entstanden – dank zahlreicher Schlupflöcher, die die bisherige Normative bot.
Es hat sich nicht viel Positives getan. Man beachte, wann das letzte Moratorium verabschiedet wurde! 2003 war das.
Was ist geschehen?
Es entwickelte sich ein Bauboom.
Was soll man davon halten?
Besser, man ignoriert solche Meldungen einfach und macht ein Photo von seinem näheren Umfeld. Ich wette, das Photo ist bald veraltet, weil das Moratorium noch schneller veraltet.


Zitat:
Hotel-Baustopp auf den Kanaren

Santa Cruz

Im Kampf gegen die Auswüchse des Massentourismus haben die Kanarischen Inseln einen Baustopp für weitere Hotels beschlossen. Nach zweijährigen Beratungen verabschiedete das Regionalparlament in Santa Cruz (Teneriffa) ein Gesetz, das bis 2005 keine Ausweitung der derzeitigen Zahl von rund 400 000 Betten zulässt. Ausgenommen sind nur die bereits vergebenen Lizenzen für etwa 53 000 Betten. Nach dem Motto "Klasse statt Masse" soll künftig mehr auf die Qualität der Unterkünfte gesetzt werden.
dpa

erschienen am 14. April 2003

Hier mal ein Griff in´s Volle des kanarischen Wahnsinns.
Ein Grundstückangebot:

Zitat:
Lage:
Im Süden der Insel in der Stadt Playa Blanca mit internationalem Hafen, liegt in Richtung Leuchtturm das Grundstück in der Urbanisation Playa Blanca / Montana Roja, angrenzend an das Hotel Calimera Playa das Grundstück unmittelbar am Meer.

Die Hotels wie das Rubicón Palace mit Yachthafen 4 und 5 + Sterne wie Meliá Volcán, Princesa Yaiza, Timanfaya - und Natura Palace mit Iberostar Papagayo und die neuen Ferienanlagen wie das Playa Blanca Dunas, Playa Limones, Casa Domingo, Lanzasur, Jardines del Sol, Sun Park, Atlantic Gardens, Bahia Blanca Rock und das Paradise Island liegen sehr schön, das umliegende Naturschutzgebiet „ Timanfaya „ steht unter Weltkulturerbe.

Trotz Baustopp haben Investoren die Möglichkeit, am Meer eine Attraktion für Erlebnis- und Entertaintment zu bauen, die für LANZAROTENEOS und TOURISTEN auf der Insel einmalig wäre mit dem „ LOCALES CENTRO COMERCIALES „

Beschreibung:
Das Grundstück ist 4.271 m2 groß und liegt am Meer Linea Primero. Die Baugenehmigung für ein Lokales Comerciales ist vorhanden. Total können ca. 7.960 m2 BGF überbaut werden.
Im Sotano UG/ Meerseite EG sind viele Nutzungen möglich, so dass hier ca. 3.960 m2 für ein Comercial Center, Medical-Center – mit Fitness- und Erlebnisbereichen – möglich sind. EG mit Ladenflächen, im 1. OG und 2. OG sind die Cafe´s, Bars, Restaurants und eine Open-Air-Discothek.

Wichtig:
Für jeden Investor ist das Investitionsgesetz Z.E.C. / R.I.C. da. Dieses Steuer-Gesetz begünstigt Investitionen auf den CANAREN, so dass 95 % der Gewinne steuerfrei zu gestalten sind, dazu ist eine Re-Investition innerhalb von 5 Jahren auf den CANAREN nötig.
Die Zwischenzeit ist ohne oder kaum mit Steuer belegt. Laufende Ausgaben und Anschaffungen für bewegliche Wirtschaftsgüter mindern weiterhin die Steuerzahlungen.


Preis auf Anfrage
Man lasse sich auf der Zunge zergehen:

Trotz Baustopp .........!

Ja, so läuft das, wenn man genügend Scheine beim Ayuntamiento abliefert.
Aber bitte außerhalb der offiziellen Dienstzeiten, vielleicht bei einem schönen "Geschäftsessen" in netter Ungebung. Bei der Verabschiedung übergibt man dann einen kleinen unauffälligen Spendenkoffer.

Besonders pikant ist auch der Hinweis auf die ZEC!

Ach so, noch was zum Lesen:

Zitat:

SZ
17.03.2008 16:18 Uhr


Kanarische Inseln
Illegale Luxushotels auf Lanzarote

Ein Drittel der gehobeneren Hotels auf der Kanaren-Insel Lanzarote ist mit illegalen Genehmigungen errichtet worden. Einigen droht nun der Abriss.

Ein Drittel der Luxushotels auf der spanischen Ferieninsel Lanzarote ist nach einem Zeitungsbericht illegal errichtet worden. Wie die Madrider Zeitung El País berichtete, erklärte der Oberste Gerichtshof der Kanarischen Inseln seit dem vorigen Sommer insgesamt 22 Hotellizenzen auf Lanzarote für ungültig.

Dazu gehörten die Genehmigungen für 8 der insgesamt 25 Vier-Sterne-Hotels auf der Kanaren-Insel. Beim Bau der Anlagen sei gegen einen auf Lanzarote geltenden Baustopp verstoßen worden. Die Verwaltungsbehörden hatten im Jahr 2000 entschieden, zum Schutz der Umwelt die touristische Entwicklung auf Lanzarote einzuschränken und Qualitätstourismus zu fördern.

Das Investitionsvolumen der 22 illegal genehmigten Gebäude beläuft sich dem Bericht zufolge auf 270 Millionen Euro, insgesamt handelte es sich um mehrere tausend Betten. Gegen zahlreiche weitere Hotels seien Gerichtsverfahren anhängig, schrieb die Zeitung. Davon seien insgesamt 23 Prozent der Unterkünfte auf Lanzarote betroffen.

Die Hotels mit den illegalen oder angefochtenen Lizenzen befänden sich vor allem in den Gemeinden Yaiza und Teguise. Einigen der für illegal erklärten Hotelanlagen drohe nun der Abriss, berichtete das Blatt. Die Justiz ermittele, ob sich Verantwortliche der Gemeinden bei der Vergabe von Baugenehmigungen hätten bestechen lassen.
Und hier noch etwas:
Zitat:
NZZ Online am 18.02.2008:

Innerhalb kürzester Zeit wurden statt der ursprünglich geplanten Feriendörfer zahllose anonyme Apartmentanlagen und Hotelkästen errichtet, zu denen der desillusionierte Manrique lakonisch meinte: «In die Luft sprengen.»

Trotz zahlreichen Baustopps wird hier heute mehr geklotzt denn je. Doch statt den mittlerweile zu einer einzigen Urbanisation zusammengewachsenen Küstenabschnitt mit gezielten Interventionen aufzuwerten, ihn mit einer Inselmetro vom Privatverkehr zu entlasten und so die – aufgrund der höchsten prozentualen Fahrzeugdichte der EU und der energiefressenden Meerwasserentsalzungsanlagen – ungünstige Ökobilanz zu korrigieren, setzte man auf eine rücksichtslose Vorwärtsstrategie. So wurden in den letzten Jahren die einst ruhigen Strände von Playa Blanca an der sonnenverwöhnten Südspitze der Insel touristisch aufgerüstet und mit einer Schnellstrasse erschlossen. Die im Eiltempo aufgestellten Bungalowanlagen und Nobelherbergen mit ihren mittlerweile 20 000 Betten sollen nicht zuletzt Ersatz bieten für all jene Tourismusbauten, die derzeit in den älteren Ferienzentren Lanzarotes zu «architektonischen Kadavern» verkommen.


Umweltschützer, Unesco

Bereits überwuchert das urbanistische Krebsgeschwür einen acht Kilometer langen Küstenstreifen mit traumhafter Sicht auf die Vulkangebirge von Lobos und Fuerteventura. Die mietautogerecht angelegte Ferienstadt reicht inzwischen bis zu den geschützten Papagayo-Stränden, an denen sich vor wenigen Jahren noch der Held von Michel Houellebecqs Erzählung «Lanzarote» ungestört vergnügen konnte. Jetzt wird das hoch über den schwarzen Klippen thronende Castillo de las Coloradas vom Luxushotel «Gran Meliá Volcán» bedrängt, das in der Form eines kanarischen Dorfes erbaut wurde – samt Kirche und einem an eine Kohlenhalde erinnernden Vulkan, unter dem sich die Lobby befindet. Diese Art von Disney-Architektur hätte Manrique wohl ebenso bekämpft wie die hier dem Meer abgetrotzte Marina Rubicón mit ihren 500 Anlegeplätzen oder den zwischen der Playa de Afe, dem ersten, jüngst völlig zubetonierten Papagayo-Strand, und der Playa de las Mujeres errichteten Ferienbunker «Papagayo Arena».

Das spanische Umweltministerium möchte diesen nun abreissen lassen, um ein Zeichen gegen die fortschreitende Verschandelung des Biosphärenreservats zu setzen. Doch das sind schöne Worte, denn Spanien sieht allzu lange schon tatenlos der Zerstörung seiner Küsten zu. Ein Machtwort der Unesco könnte allenfalls noch zu einem Baustopp und zur Rückbesinnung auf Manriques grüneren Qualitätstourismus führen – und damit Lanzarote nicht nur erneut zum Vorbild machen, sondern darüber hinaus auch den vom Fremdenverkehr abhängigen Wohlstand nachhaltiger sichern.
Man muss die UNESCO wirklich fragen, welchen Sinn es macht, die Cañadas del Teide zum Weltnaturerbe zu machen, aber gleichzeitig auch den Bauwahnsinn in Süden und Norden der Insel Teneriffa zu übersehen.

Lieber Dante.Alighieri,

ich glaube nicht, dass man sich nach den Erfahrungen vorheriger Baustopps viel Positives von einem erneuten Baustop versprechen sollte.
Der Begriff STOP wird auf den Canarias eher als "volles Bauen voraus" interpretiert.
Hoffentlich wird STOP nicht bald auch im Straßenverkehr so interpretiert, sonst könnte es in Zukunft noch gefährlicher werden, STOP Schilder aufzustellen.

"Ein Drittel der Luxushotels auf der spanischen Ferieninsel Lanzarote ist nach einem Zeitungsbericht illegal errichtet worden."
Architektonische Kadaver in die Luft sprengen.

Geändert von mac08151 (23.05.2008 um 13:45 Uhr).
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  #5 (permalink)  
Alt 23.05.2008, 17:15
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@ mac08151

Du kannst einem aber Angst einjagen. Mein Glaube an das Gute bei Politikern ist nun vollkommen erschüttert.

Wenn ich meinen Beitrag nochmals durchsehe, stelle ich fest, dass die Verlautbarung (ungewollt) weich war.

Zitat:
... Regierung versucht ... dafür zu sorgen, dass die Anlagen .. nicht ungehemmt weiterwachsen. ... Gesetz-Entwurf verabschiedet und an die öffentlichen Institutionen und betroffene Unternehmen zur Prüfung übergeben. Damit soll ein breiter Konsens der Betroffenen erreicht werden.
Die Regierung versucht (sie entscheidet also nicht) und stimmt sich mit der Lobby ab. Das ist wie in Deutschland, wo die Lobbyisten die Gesetze enwerfen und das Parlament nur noch abnickt.
Zitat:
... ein erneuter Baustopp für fünf Jahre von Anlagen .... ... Ausnahmen, z.B. ... eine Anlage abreisen und neu aufbauen ... eine Aufstockung der Bettenzahl gestattet .... Der ... Baustopp soll ... für Anlagen gelten, die schon über eine gültige Baugenehmigung verfügen. In diesen Fällen sei der Baustopp jedoch auf drei Jahre begrenzt.
Hier stellt sich die Frage: "Woher stammt die ursprüngliche Baugenehmigung?" Denn die kann doch in der vorhergehenden Baustoppphase erteilt worden sein.
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Alt 09.07.2008, 16:13
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Standard Die gefühlte Flaute nun offiziell bestätigt.

Allen Urlaubern, Auswanderern, Autofahrern, Jobsuchern, Hoteliers, Wanderführern, Bauunternehmern, Diskjockeys und wer weiß, wem noch alles, war es schon länger aufgegangen.

Nun hat auch "unser" Premierminister Zapatero eingeräumt, dass die spanische Wirtschaft auf dem absteigenden Ast ist. Bereits im zweiten Quartal nacheinander hat das Wirtschaftswachstum nachgegeben, zuletzt betrug es nur noch 2,0%.
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KONJUNKTURFLAUTE

Zapatero spricht erstmals von Krise in Spanien

Monatelang hat er sich gesträubt, das Wort in den Mund zu nehmen, doch damit ist jetzt Schluss: Spaniens Ministerpräsident Zapatero hat erstmals von einer Wirtschaftskrise gesprochen - und damit die Schwierigkeiten in seinem Land eingeräumt.

Madrid - Es war schon ein Running Gag: Monatelang hat Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero sich beharrlich geweigert, von einer Krise zu sprechen. Stattdessen hatte er stets von ernsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten oder einer gebremsten Konjunktur gesprochen.




REUTERS: Premierminister Zapatero: "Korrektur, die als Krise bezeichnet werden kann"

Doch das ist jetzt vorbei: "Wir erleben derzeit eine harte Korrektur, die als Krise bezeichnet werden kann", sagte er nach Presseberichten vom Mittwoch in einem Fernsehinterview. In dem Interview in dem Privatsender Antena 3 bekam Zapatero deshalb eine Schallplatte seiner Lieblingsband Supertramp geschenkt. Titel: "Crisis? What Crisis?"

Disclaimer: Das obenstehende Video wird durch Anbieter YouTube angeliefert. Sollten Sie der Urheber des Videos sein und eine Löschung des Videos wünschen, sollten Sie dies hier melden.


Bislang hatte der sozialistische Regierungschef seine Wortwahl damit begründet, dass laut Definition erst dann von einer Krise gesprochen werden könne, wenn zwei Quartale hintereinander ein rückläufiges Wachstum verzeichnet werde. Dies treffe für Spanien aber nicht zu.

Quelle und weiterlesen: Siegel-Online

Fröhliches Leben auf dem Archipel
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Alt 12.07.2008, 10:15
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Das staatliche Statistikamt INE (Instituto Nacional de Estadística de España) in Spanien hat herausgefunden, dass in Spanien beinahe jeder fünfte Einwohner unterhalb der Armutsgrenze lebt.

Genau 19,8 Prozent der Spanierinnen und Spanier sind von Armut betroffen. Besonders ältere Menschen in Spanien trifft die Armut, von den über 65jährigen gilt jeder Dritte als arm, bei den unter 16jährigen ist es jeder vierte Einwohner.

Auch das Durchschnittseinkommen in Spanien wurde von der INE ermittelt, dies liegt bei 22.418 Euro pro Jahr. Allerdings ist es regional sehr unterschiedlich. In Madrid liegt das Durchschnittseinkommen bei 27.540 Euro, während es in der Extremadura nur bei 17.630 Euro liegt.
Das staatliche Statistikinstitut INE ist die spanische Entsprechung zum Statistischen Bundesamt in Deutschland.

Das nur zu denen, die uns die Zahlen liefern.

Jetzt mal zu den Auswanderungswilligen, die ja wie Pilze aus dem Boden schießen.

Die INA hat gerade die neuesten Arbeitslosenzahlen für die Canarias veröffentlicht.

Mein lieber Canario, das lässt nichts Gutes für die Zukunft erahnen, weil Krisen auf dem Festland sich auf den Canarias immer noch ein wenig verschlimmert entwickeln.

Hier mal der Anstieg der Arbeitslosenzahlen auf den CANARIAS innerhalb der letzten 12 Monate.
(In Klammern die Zahlen vor 12 Monaten)

Gran Canaria: 80.011 (62.164)

Tenerife: 67.687 (50.416)

Lanzarote: 10.432 (6.738)

Fuerteventura: 8.415 (5.473)

La Palma 7.403 (5.984)

La Gomera: 1.254 (960)

El Hierro 622 (517)



Seit acht Monaten steigt übrigens die Zahl der Arbeitslosen in Spanien.


Im Durchschnitt sind die Arbeitslosenzahlen auf den Canarias in den letzten 12 Monaten um 29,70 % angestiegen.
Abora hilf uns, kann ich da nur sagen.

Für Auswanderungswillige jetzt eine Art Wort zum Sonntag.


Bleibe im Lande und nähre dich redlich.
Zitat:
Ist das der erhobene Zeigefinger der Großmutter, die vor frechen Abenteuern warnt?
Nein, es steht in Psalm 37 und stammt aus dem dritten Vers.

"Die Gottlosen ziehen das Schwert und spannen ihren Bogen, dass sie fällen den Elenden und Armen und morden die Frommen", heißt es dort.

In dem Spruch steckt ein Aufruf zu Selbstdisziplin und Gewaltlosigkeit, wie er auch der Bergpredigt im Neuen Testament würdig wäre.

Es ist freilich ein antirevolutionärer Satz und eine harte moralische Herausforderung. Er warnt die Menschen davor, den Kampf gegen das Böse auf eigene Faust aufzunehmen.

Eine Kapitulation vor den Zuständen bedeutet das allerdings nicht: Nicht davonlaufen, so lautet die Botschaft. Einer der Schlussverse fasst die zähe Hoffnung auf Veränderung zusammen:

"Ich sah einen Gottlosen, der pochte auf Gewalt und machte sich breit und grünte wie eine Zeder. Dann kam ich wieder vorbei; siehe, da war er dahin."

Bibelfest?

Für einen neuen Anfang dürften die CANARIAS derzeit wohl nicht besonders geeignet sein, es sei denn, man hatte woanders schon ausgesorgt.

Oder sieht das jemand anders?

Grüße

Morta4U
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Geändert von Hijo de Puta (12.07.2008 um 10:18 Uhr).
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  #8 (permalink)  
Alt 12.07.2008, 11:27
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Pensador_XL befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Das ist nicht nur gefühlt

Die wirtschaftliche Talfahrt in Spanien und auf den Kanaren wird von den hier Lebenden schon länger gefühlt. Nun kommen die offiziellen Bestätigungen, wie Dante.Alighieri (#) und Hijo de Puta (#) berichten.

Bezogen auf die letzten verfügbaren Einwohnnerzahlen mit Stand Januar 2008 (Quelle INE) für die östlichen und westlichen Kanaren ergibt sich damit eine Arbeitslosenquote von:

Westinseln (La Palma, El Hierro, La Gomera, Teneriffa) 7,79%
Ostinseln (Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote) 9,38%

Das Ganze geht einher mit einer amtlich bestätigten Preissteigerung von Juni 2006 / Juni 2008 von durchschnittlich 8,3% (Gesamt-Spanien). Die Extreme bilden dabei Transport (+ 13,1%), alkoholische Getränke und Rauchwaren (+ 11,4%), Wohnen (+ 10,7%), Lebensmittel (+ 10,1%). Geringfügig billiger wurde nur Freizeit & Kultur (- 1%) und Gesundheitswesen (- 1,7%). (Details)

Auf Teneriffa sind die "gefühlten" Preissteigerungen noch wesentlich höher.
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  #9 (permalink)  
Alt 12.07.2008, 11:45
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Hi,

man müßte das sicher differenzierter betrachten...

In den tragenden Branchen (Tourismus, Bauwirtschaft) gehen derzeit sicher etliche Arbeitsplätze verloren. Neue entstehen (eher nur in geringer Zahl) evtl. in Bereichen wie Windenergie, Photovoltaik, Wassergewinnung/aufbereitung etc., sicher eher was für Spezialisten. Auch im Bereich Fischereiindustrie/Aquakultur gibts z. B. wohl noch Wachstum. Wieder anderen Branchen ist es relativ egal, was gerade im regionalen Umfeld passiert, weil sie ihre Güter/Dienstleistungen irgendwo auf der Welt absetzen (Call-Center, IT....).

Ganz kritisch sieht es sicher mit der Kaufkraft der Einheimischen aus, die durch steigende Zinsen und Arbeitslosigkeit sowie steigende Preise gebeutelt werden. Wer dagegen Leistungen für zugereiste, gutbetuchte Ruheständler anbietet, dürfte davon eher nicht betroffen sein.

Ich fände die Diskussion ja mal spannend, wo es künftig vielleicht noch steigende Bedarfe für Leistungen gibt und wo es eher schon jetzt mau aussieht.

Und nochmal: Auch in D wird´s enger und enger, weil ein Großteil industrieller Wertschöpfung aus Kostengründen gen Osten abgewandert ist und weiter abwandert. Das ist aus meiner Sicht auch nicht mehr umzudrehen, während mir die Probleme auf den Kanaren eher zyklischer Natur zu sein scheinen.


Tomate
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  #10 (permalink)  
Alt 12.07.2008, 12:12
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Zitat:
man müßte das sicher differenzierter betrachten...
Von mir aus!

El Tomate, wenn im Tourismus und in der Bauwirtschaft viele Arbeitsplätze verloren gehen, dann ist das durch

Windenergie, Photovoltaik, Wassergewinnung/aufbereitung, Fischereiindustrie/Aquakultur u.s.w. kaum zu kompensieren.

Viele dieser Betriebe entstehen als ZEC Unternehmen.
Bei Call Centern und im IT Bereich werden auf den Canarias eher keine Arbeitsplätze geschaffen. Erstere sind durchweg kriminell und letztere werden auf den Insel allenfalls als Departamento betrieben und häufig auf wieder geschlossen.
Zitat:
Wer dagegen Leistungen für zugereiste, gutbetuchte Ruheständler anbietet, dürfte davon eher nicht betroffen sein.
Da irrst Du. Frage mal diejenigen, die das vorwiegend für englische Ruheständler taten. Durch den ungünstigen Wechselkurs des Pfund zum EUR ist das Leben für die auch erheblich teurer geworden und die finden Dependancen, die für sie erheblich günstiger sind.
Ich würde ja diesen Leuten die Kapverden empfehlen. Ein ganz heisser Tipp ist auch Marokko, da kann man im Winter auch mal Ski fahren!

Zitat:
Und nochmal: Auch in D wird´s enger und enger, weil ein Großteil industrieller Wertschöpfung aus Kostengründen gen Osten abgewandert ist und weiter abwandert.
Das ist aus meiner Sicht auch nicht mehr umzudrehen, während mir die Probleme auf den Kanaren eher zyklischer Natur zu sein scheinen.
Deutschland hat seine Aufgaben gemacht und ist auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig.
Ich prognostiziere, dass Spanien in den nächsten 10 Jahren keine Wachstumsraten wie in den vergangenen Jahren mehr haben wird.
Das wird auch in Irland so sein.
Ausserdem erhalten die Spanier ja viel weniger Geld aus Brüssel. das hat in der Baubranche richtig eingeschlagen.

Im Tourismusbereich gilt folgendes:

Geht es den Deutschen und den Briten schlechter, hat das ganz besondere Auswirkungen in Spanien und auf den Canarias.

Nehmen wir nur den Ölpreis:

Wer kann sich in Zukunft noch eine Reise von 7000 km aus Deutschland oder 8000 km aus England leisten?
Früher waren die günstigen Lebenshaltungskosten auf den Inseln noch ein Grund, in den Flug zu investieren.
Das ist nicht mehr der Fall.
Die Lebenshaltungskosten auf den Canarias sind die höchsten in ganz Spanien.

Der Warenkorb einer Familie auf den Inseln hat sich seit 2000 und ca. 50% verteuert.
Da würden in Deutschland alle Lidls und Aldis brennen.

Steigende Bedarfe auf den Inseln?

Na, klar!

Sprachkurse für reiche Russen!


Grüße

Morta, der DELLA
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Geändert von Hijo de Puta (12.07.2008 um 12:24 Uhr).
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