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| Der Thread ist zur Diskussion von wirtschaftspolitischen Themen gedacht, die primär Teneriffa und die Kanaren betreffen, aber damit nicht enden müssen. Nachdem 'Alles im Allem zusammenhängt' entsprechend dem Globalisierungsgedankengut, sollten auch über die 7 Inseln hinausreichende Themen hier Platz finden. |
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| Der Film im ZDF/Phoenix hat das Thema aufgezeigt. Das Problem der Zweiten oder Dritten Welt ist nicht, dass sie die Menschen faul, unintelligent oder unkultiviert sind, das Problem ist die Gier der Reichen. In der eingangs erwähnten Reportage ist es die EU, die Protektionismus für die spanischen und portugiesischen Fischfangflotten betreibt, indem sie den westafrikanischen Küstenstaaten die Fangrechte für einen Bruchteil des tatsächlichen Wertes abkaufen. Auf der anderen Seite erhalten diese Länder Almosen in Form von Entwicklungshilfe. Dieser Deal rechnet sich doch für die EU nur, wenn die Bilanz zugunsten der EU ausfällt. Ich nenne das Ausbeutung, kaum anderes als es der Imperialismus tat. Die Menschen in den afrikanischen Ländern haben gar nichts davon, die Offiziellen stecken ohnehin das Meiste davon in die eigenen Taschen, das Volk versucht sein Heil in der Flucht nach Europa(!). Paradox, nicht? ___________
Warum wird der Fischfang nicht von den Ländern betrieben, die auch die Fische haben? Auch könnte die Verarbeitung der Fische in den gleichen Ländern erfolgen, damit wäre eine Wertschöpfung von 500 bis 1.000 Mio. Euro zugunsten der Eignerländer möglich. Stattdessen erhalten sie vielleicht nicht einmal 100 Mio. für die Fangrechte und Entwicklungshilfe zusammen. Ein weiterer wichtiger Vorteil wäre, den Menschen Arbeit und damit eine Lebensperspektive zu geben. Almosen an diese Länder könnte man sich dann getrost sparen. Ähnlich kann man am Beispiel ‚Schutz der Tropenwälder’ argumentieren. Wozu werden die Wälder dort – erstklassige CO2-Senken – abgeholzt? 1. Um Ackerland zu gewinnen, weil das bisherige ausgelaugt wurde und kein Geld für Dünger da ist. 2. Weil die Agrarindustrie (nicht der kleine Landwirt) gierig nach Riesenflächen für gerade benötigte Pflanzen in Monokulturform ist für: Bioäthanol, Bananen nach Chiquita- oder Dole-Norm (warum müssen die USA eigentlich immer meistbegünstigt werden und nicht der EU-interne Anbau?), Kautschuk etc. 3. Als Edelholz für die Möbel und Bauindustrie. Ich fange einmal mit Nr. 3. an. Wenn Holz aus einem Tropenwald geerntet und nach z.B. USA verschifft wird, bleibt dem Wachstumsland rund 70 Dollar pro Kubikmeter. Wenn daraus ein Kubikmeter Furnier in einer US-amerikanischen Fabrik erzeugt wird, bringt das gleiche Holz rund 3.000 Dollar. Selbst wenn man die Frachtkosten noch abzieht, gehen dem Erzeugerland rund 2.800 Dollar pro Kubikmeter an Wertschöpfung verloren. Damit könnten die Bauern Dünger kaufen und nicht neues Feld per Brandrodung gewinnen. Die Furnierfabriken böten Arbeit wo bisher keine ist und die Entwicklungshilfe könnte man sparen. Aber halt: Die ist ja ein politisches Instrument für das Gefügigmachen der jeweils Herrschenden und damit latent unter Schmiergeldverdacht. Ich komme zu Argument 2: Wenn der (Tropen-) Wald, der ja gewissermaßen Gegenspieler der CO2-Verschmutzer ist, ähnlich den CO2-Verschmutzungszertifikaten an der Börse gehandelt werden würde, hätte der Wald plötzlich einen ganz anderen und wesentlich höheren pekuniären Wert als jetzt. Es gäbe den Punkt, an dem es nicht mehr wirtschaftlich interessant wäre, den Wald zu vernichten, sondern wesentlich lukrativer, den Wald am Leben zu erhalten oder sogar nachzupflanzen. Geld regiert die Welt! Und nun zu Argument 1: Wenn die Wertschöpfung, zumindest die ersten Veredelungsstufen bis zu einem vernünftig transportierbaren Halbzeug, in den Ländern geschehen würde, die auch über die Ressourcen verfügen, käme ein gewisser Wohlstand ins Land und die Landwirte könnten sich z.B. Dünger kaufen, um das Land weiter bewirtschaften zu können UND der am Leben bleibende Wald würde zusätzlich direktes Geld einbringen. Doch nun zurück zu den Kanaren: Das Äquivalent zu den Fangquoten des Senegals und Mauretaniens ist hier das Verschleudern der Kanarischen Dienstleistung und Kultur an die Tourismuskonzerne. Wie beim Tropenholz bleibt der autonomen Region nur der "Holzpreis". Die Veredlung als Furnier, die den Hauptanteil ausmacht an dem was die Endverbraucher wollen, „Einen Edelholzüberzug über ihre Pressspanmöbel“, wird geographisch und wirtschaftlich an völlig anderer Stelle und für andere Nutznieser erzeugt.Diese Gedanken sind zwar von mir formuliert. Die Idee hinsichtlich Waldbörse stammt aber von Kevin Conrad aus Papua-Neuguinea, einem der wichtigsten Naturschützer und Sprecher der „Rainforest Coalition“. |
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| @Dante.Alighieri Im Gesamtzusammenhang darf ich auf den Beitrag des Users Vilaflor verweisen. Der wies auf folgendes hin: Zitat:
Was ist geschehen? Es entwickelte sich ein Bauboom. Was soll man davon halten? Besser, man ignoriert solche Meldungen einfach und macht ein Photo von seinem näheren Umfeld. Ich wette, das Photo ist bald veraltet, weil das Moratorium noch schneller veraltet. Zitat:
Hier mal ein Griff in´s Volle des kanarischen Wahnsinns. Ein Grundstückangebot: Zitat:
Trotz Baustopp .........! Ja, so läuft das, wenn man genügend Scheine beim Ayuntamiento abliefert.Aber bitte außerhalb der offiziellen Dienstzeiten, vielleicht bei einem schönen "Geschäftsessen" in netter Ungebung. Bei der Verabschiedung übergibt man dann einen kleinen unauffälligen Spendenkoffer. Besonders pikant ist auch der Hinweis auf die ZEC!Ach so, noch was zum Lesen: Zitat:
Zitat:
Lieber Dante.Alighieri, ich glaube nicht, dass man sich nach den Erfahrungen vorheriger Baustopps viel Positives von einem erneuten Baustop versprechen sollte. Der Begriff STOP wird auf den Canarias eher als "volles Bauen voraus" interpretiert. Hoffentlich wird STOP nicht bald auch im Straßenverkehr so interpretiert, sonst könnte es in Zukunft noch gefährlicher werden, STOP Schilder aufzustellen. "Ein Drittel der Luxushotels auf der spanischen Ferieninsel Lanzarote ist nach einem Zeitungsbericht illegal errichtet worden." Architektonische Kadaver in die Luft sprengen. Geändert von mac08151 (23.05.2008 um 13:45 Uhr). |
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| @ mac08151 ___________
Du kannst einem aber Angst einjagen. Mein Glaube an das Gute bei Politikern ist nun vollkommen erschüttert. ![]() Wenn ich meinen Beitrag nochmals durchsehe, stelle ich fest, dass die Verlautbarung (ungewollt) weich war. Zitat:
Zitat:
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| Allen Urlaubern, Auswanderern, Autofahrern, Jobsuchern, Hoteliers, Wanderführern, Bauunternehmern, Diskjockeys und wer weiß, wem noch alles, war es schon länger aufgegangen. ___________
Nun hat auch "unser" Premierminister Zapatero eingeräumt, dass die spanische Wirtschaft auf dem absteigenden Ast ist. Bereits im zweiten Quartal nacheinander hat das Wirtschaftswachstum nachgegeben, zuletzt betrug es nur noch 2,0%. _______________________________ KONJUNKTURFLAUTE Zapatero spricht erstmals von Krise in Spanien Monatelang hat er sich gesträubt, das Wort in den Mund zu nehmen, doch damit ist jetzt Schluss: Spaniens Ministerpräsident Zapatero hat erstmals von einer Wirtschaftskrise gesprochen - und damit die Schwierigkeiten in seinem Land eingeräumt. Madrid - Es war schon ein Running Gag: Monatelang hat Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero sich beharrlich geweigert, von einer Krise zu sprechen. Stattdessen hatte er stets von ernsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten oder einer gebremsten Konjunktur gesprochen. REUTERS: Premierminister Zapatero: "Korrektur, die als Krise bezeichnet werden kann" Doch das ist jetzt vorbei: "Wir erleben derzeit eine harte Korrektur, die als Krise bezeichnet werden kann", sagte er nach Presseberichten vom Mittwoch in einem Fernsehinterview. In dem Interview in dem Privatsender Antena 3 bekam Zapatero deshalb eine Schallplatte seiner Lieblingsband Supertramp geschenkt. Titel: "Crisis? What Crisis?" Zum YouTube Video Bislang hatte der sozialistische Regierungschef seine Wortwahl damit begründet, dass laut Definition erst dann von einer Krise gesprochen werden könne, wenn zwei Quartale hintereinander ein rückläufiges Wachstum verzeichnet werde. Dies treffe für Spanien aber nicht zu. Quelle und weiterlesen: Siegel-Online Fröhliches Leben auf dem Archipel |
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| Das staatliche Statistikamt INE (Instituto Nacional de Estadística de España) in Spanien hat herausgefunden, dass in Spanien beinahe jeder fünfte Einwohner unterhalb der Armutsgrenze lebt. Genau 19,8 Prozent der Spanierinnen und Spanier sind von Armut betroffen. Besonders ältere Menschen in Spanien trifft die Armut, von den über 65jährigen gilt jeder Dritte als arm, bei den unter 16jährigen ist es jeder vierte Einwohner. Auch das Durchschnittseinkommen in Spanien wurde von der INE ermittelt, dies liegt bei 22.418 Euro pro Jahr. Allerdings ist es regional sehr unterschiedlich. In Madrid liegt das Durchschnittseinkommen bei 27.540 Euro, während es in der Extremadura nur bei 17.630 Euro liegt. Das staatliche Statistikinstitut INE ist die spanische Entsprechung zum Statistischen Bundesamt in Deutschland. Das nur zu denen, die uns die Zahlen liefern. Jetzt mal zu den Auswanderungswilligen, die ja wie Pilze aus dem Boden schießen. Die INA hat gerade die neuesten Arbeitslosenzahlen für die Canarias veröffentlicht. Mein lieber Canario, das lässt nichts Gutes für die Zukunft erahnen, weil Krisen auf dem Festland sich auf den Canarias immer noch ein wenig verschlimmert entwickeln. Hier mal der Anstieg der Arbeitslosenzahlen auf den CANARIAS innerhalb der letzten 12 Monate. (In Klammern die Zahlen vor 12 Monaten) Gran Canaria: 80.011 (62.164) Tenerife: 67.687 (50.416) Lanzarote: 10.432 (6.738) Fuerteventura: 8.415 (5.473) La Palma 7.403 (5.984) La Gomera: 1.254 (960) El Hierro 622 (517) Seit acht Monaten steigt übrigens die Zahl der Arbeitslosen in Spanien. Im Durchschnitt sind die Arbeitslosenzahlen auf den Canarias in den letzten 12 Monaten um 29,70 % angestiegen. Abora hilf uns, kann ich da nur sagen. Für Auswanderungswillige jetzt eine Art Wort zum Sonntag. Bleibe im Lande und nähre dich redlich. Zitat:
Oder sieht das jemand anders? Grüße Morta4U Geändert von Hijo de Puta (12.07.2008 um 10:18 Uhr). |
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| Die wirtschaftliche Talfahrt in Spanien und auf den ___________
Kanaren wird von den hier Lebenden schon länger gefühlt. Nun kommen die offiziellen Bestätigungen, wie Dante.Alighieri (#) und Hijo de Puta (#) berichten. Bezogen auf die letzten verfügbaren Einwohnnerzahlen mit Stand Januar 2008 (Quelle INE) für die östlichen und westlichen Kanaren ergibt sich damit eine Arbeitslosenquote von:Westinseln (La Palma, El Hierro, La Gomera, Teneriffa) 7,79% Ostinseln (Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote) 9,38% Das Ganze geht einher mit einer amtlich bestätigten Preissteigerung von Juni 2006 / Juni 2008 von durchschnittlich 8,3% (Gesamt-Spanien). Die Extreme bilden dabei Transport (+ 13,1%), alkoholische Getränke und Rauchwaren (+ 11,4%), Wohnen (+ 10,7%), Lebensmittel (+ 10,1%). Geringfügig billiger wurde nur Freizeit & Kultur (- 1%) und Gesundheitswesen (- 1,7%). (Details) Auf Teneriffa sind die "gefühlten" Preissteigerungen noch wesentlich höher. |
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| Hi, man müßte das sicher differenzierter betrachten... In den tragenden Branchen (Tourismus, Bauwirtschaft) gehen derzeit sicher etliche Arbeitsplätze verloren. Neue entstehen (eher nur in geringer Zahl) evtl. in Bereichen wie Windenergie, Photovoltaik, Wassergewinnung/aufbereitung etc., sicher eher was für Spezialisten. Auch im Bereich Fischereiindustrie/Aquakultur gibts z. B. wohl noch Wachstum. Wieder anderen Branchen ist es relativ egal, was gerade im regionalen Umfeld passiert, weil sie ihre Güter/Dienstleistungen irgendwo auf der Welt absetzen (Call-Center, IT....). Ganz kritisch sieht es sicher mit der Kaufkraft der Einheimischen aus, die durch steigende Zinsen und Arbeitslosigkeit sowie steigende Preise gebeutelt werden. Wer dagegen Leistungen für zugereiste, gutbetuchte Ruheständler anbietet, dürfte davon eher nicht betroffen sein. Ich fände die Diskussion ja mal spannend, wo es künftig vielleicht noch steigende Bedarfe für Leistungen gibt und wo es eher schon jetzt mau aussieht. Und nochmal: Auch in D wird´s enger und enger, weil ein Großteil industrieller Wertschöpfung aus Kostengründen gen Osten abgewandert ist und weiter abwandert. Das ist aus meiner Sicht auch nicht mehr umzudrehen, während mir die Probleme auf den Kanaren eher zyklischer Natur zu sein scheinen.Tomate |
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| Zitat:
El Tomate, wenn im Tourismus und in der Bauwirtschaft viele Arbeitsplätze verloren gehen, dann ist das durch Windenergie, Photovoltaik, Wassergewinnung/aufbereitung, Fischereiindustrie/Aquakultur u.s.w. kaum zu kompensieren. Viele dieser Betriebe entstehen als ZEC Unternehmen.Bei Call Centern und im IT Bereich werden auf den Canarias eher keine Arbeitsplätze geschaffen. Erstere sind durchweg kriminell und letztere werden auf den Insel allenfalls als Departamento betrieben und häufig auf wieder geschlossen. Zitat:
Ich würde ja diesen Leuten die Kapverden empfehlen. Ein ganz heisser Tipp ist auch Marokko, da kann man im Winter auch mal Ski fahren! Zitat:
Ich prognostiziere, dass Spanien in den nächsten 10 Jahren keine Wachstumsraten wie in den vergangenen Jahren mehr haben wird. Das wird auch in Irland so sein. Ausserdem erhalten die Spanier ja viel weniger Geld aus Brüssel. das hat in der Baubranche richtig eingeschlagen. Im Tourismusbereich gilt folgendes: Geht es den Deutschen und den Briten schlechter, hat das ganz besondere Auswirkungen in Spanien und auf den Canarias. Nehmen wir nur den Ölpreis: Wer kann sich in Zukunft noch eine Reise von 7000 km aus Deutschland oder 8000 km aus England leisten? Früher waren die günstigen Lebenshaltungskosten auf den Inseln noch ein Grund, in den Flug zu investieren. Das ist nicht mehr der Fall. Die Lebenshaltungskosten auf den Canarias sind die höchsten in ganz Spanien. Der Warenkorb einer Familie auf den Inseln hat sich seit 2000 und ca. 50% verteuert. Da würden in Deutschland alle Lidls und Aldis brennen. Steigende Bedarfe auf den Inseln? Na, klar! Sprachkurse für reiche Russen! Grüße Morta, der DELLA Geändert von Hijo de Puta (12.07.2008 um 12:24 Uhr). |
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