Santa Cruz de la Palma, 20.05.2008: Auf den Kanaren werden dieses Jahr bis zu 200.000 Arbeitslose erwartet. Auf einer Pressekonferenz gestern auf La Palma räumte der Arbeitsminister der Kanarischen Inseln, Jorge Rodríguez ein, dass die Arbeitslosigkeit weiter wachsen werde, wenn nicht sehr schnelle Veränderungen in der Wirtschaft greifen. Die kanarische und spanische Regierung wollen alles in ihren Möglichkeiten tun, um die wirtschaftliche Talfahrt auf den Kanaren zu stoppen. Mit rund 170.000 registrierten Arbeitslosen wurde im April 2008 die höchste Arbeitslosenquote in der Geschichte der Inseln erreicht.
Also ich weiß ja nicht wie es Euch geht, aber mich hat diese Meldung schon ein wenig überrascht!
Woran liegt es, dass ausgerechnet auf den Kanaren die Arbeitslosenzahlen solche Höhen erreichen?
__________________ Gruß
Bayrer2003
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Vergiß niemals, daß auf der anderen Seite ein Mensch sitzt. Verfasser unbekannt
Oh, da gibt es bestimmt viele Ursachen, aber ich würde mal sagen, als allererstes liegt es an der schlechten Ausbildung auf den Canaren. Überleg mal wieviele Analphabeten wir hier haben. Das ist nicht die Schuld der Cacarios, weil vor 30 Jahren mussten die Ältesten noch mitarbeiten, damit die Familie ernährt werden kann. Da lief nichts mit vernünftiger Schulausbildung. Und dann kümmern sich auch viele Eltern nicht wirklich darum. In der Art: Früher brauchten wir das auch nicht.
Dann nach der Schule, die Kosten für eine "Lehre". Da bekommt man kein Lehrgeld, sondern muss zahlen. Das können sich viele garnicht leisten, daher ungelernt ab auch den Bau oder in die Tomaten.
Tja und ohne vernünftige Ausbildung nehmen viele dann lieber die ausgebildeten Ausländer. Zusätzlich gibt es wenig Kontrollen wegen Schwarzarbeit. Was denkst Du, wieviele Arbeitsplätze es durch die Schwarzarbeit nicht gibt...
Mich hat die Meldung nicht überrascht.
Die Canarias gehörten schon immer zu den drei autonomen Regionen mit der größten Arbeitslosigkeit.
Man soll halt nicht immer der Hofberichterstattung in der kanarischen Presse glauben, wenn sie über Wirtschaftszahlen spricht. Die Realität wird häufig verschleiert.
In welchen Bereichen arbeiten denn die meisten Menschen?
Nehmen wir nur einmal Tourismus, Bau und Landwirtschaft. Floriert die Wirtschaft in diesen Bereichen derzeit?
Was ist mit der Zinsentwicklung?
Kommt noch so viel Geld wie früher aus europäischen Kassen an?
Wer sich die Fragen beantwortet, den wird es nicht überraschen, was in der PM steht.
Wirklich nicht!
Denken wir auch nur an die Geschichte der Inseln. Aus wirtschaftlichen Gründen flohen Tausende nach Südamerika und versuchten es dort.
Viele sind inzwischen wieder zurück, aber als Reiche.
Wer glaubt, die Marktwirtschaft könne für eine gerechte Einkommensverteilung sorgen, hat die Grundprinzipien dieser Wirtschaftsform nicht verstanden.
Es kommt nicht überraschend. Die verantwortlichen Politiker wissen es schon lange.
Wo werden denn Arbeitsplätze geschaffen? Beim Staat? Bei der Industrie?
Da werden sie eher abgebaut.
Arbeitsplätze entstehen bei den Betrieben des Mittelstandes. Betrachten wir also die Betriebgründungen und Betriebseinstellungen auf den Inseln.
Für bayrer2003 hier mal diesen Auszug aus einer PM:
Zitat:
Von Januar bis April haben 426 Firmen auf den Kanaren ihren Betrieb eingestellt, 25 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zwar gab es im gleichen Zeitraum 1.664 Neugründungen, aber auch das sind 519 weniger als noch im Jahr zuvor, als noch 2.183 Firmen gegründet wurden.
Da kann einen nicht mehr wundern, dass die Arbeitslosenzahlen ansteigen.
Franjos Firma musste leider auch kürzlich eingestellt werden. Da haben einige den Arbeitsplatz verloren.
Bin ich froh, dass ich wenigstens gut verdiene, sonst wäre unsere kleine Family aber echt am A.......
Eure
Verona
Geändert von Canarias_Verona11880 (21.05.2008 um 14:50 Uhr).
dazu kann man sich natürlich auch die bevölkerungsstatistik auf den kanaren anschauen - und ich vermute, das sind nur die offiziell gemeldeten einwohner:
Die kanarische Bevölkerung wurde gefragt, was derzeit als die drei wichtigsten Probleme empfunden werden.
An erster Stelle wurde die Arbeitslosigkeit genannt. Der Anteil derer, die dieses als wichtigstes Problem empfinden ist von 41% (2007) auf 61% (2008) der befragten 2.890 Bewohner des Archipels gestiegen.
Den zweiten Platz in der Sorge der Bevölkerung nimmt die Entwicklung der Wirtschaft ein. 38% (2008) im Gegensatz zu 26% (2007) machen sich Sorge um die Entwicklung und Zukunft.
Den dritten Platz belegt das Thema Immigration. Die Position hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert, jedoch hat die Zahl der Nennungen abgenommen: 30% in 2008 gegenüber 38% in 2007.
Je mehr die Befragten das eigene Wohlergehen bedroht sehen, desto weniger interessieren sie andere, übergreifende Themen. Das drückt sich nicht zuletzt daran aus, dass die Themen Politik, Umwelt und Sauberkeit nur 1-2% der Nennungen auf sich vereinen konnten.
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Geändert von Hijo de Puta (26.07.2008 um 17:15 Uhr).