Würden Sie eingebürgert werden?
Ein Aufschrei der Empörung ging durch Deutschland, als im vergangenen Jahr die hessische Landesregierung einbürgerungswilligen Ausländern einen detaillierten Wissenstest vorlegte. Viele Bürger fragten sich: Würde ich eigentlich selbst eingebürgert werden? Sie können hier die Probe aufs Exempel machen.
Viele, die meisten, hier sind Deutsche. Auch wenn manche der hier permanent Lebenden gebetsmühlenartig erklären, wie toll Teneriffa und wie sch... Deutschland wäre, sind und bleiben wir Deutsche. Hand zum Schwure: wer unter den hier ach so Integrierten würde denn den deutschen Pass gegen den spanischen tauschen nach 6 - 9 Jahren nachgewiesenen Aufenthalts hier (ist durchaus möglich, man muß es nur tun). Keine Angst, die meisten deutschen Sozialleistungen bleiben weiterhin zugänglich. Obwohl kontinuierlich auf ein vernünftiges und bezahlbares Maß zurückgeführt, werden sie immer noch ein Vielfaches dessen sein, was z.B. Spanien an seine Bürger ausreicht.
Ich sing' bestimmt nicht ein generelles Loblied auf Deutschland, aber vieles ist einfach wesentlich besser und zuverlässiger geregelt als vor allem auf Teneriffa - selbst die Festlands-Spanier schütteln überwiegend den Kopf über dieses westafrikanische Tollhaus hier. Und obwohl ich keinen Hehl mache aus meiner Kritik kritikwürdiger Zustände, werde ich weiterhin hier leben. Nicht etwa, weil ich muss, sondern weil ich will. Ich fliege 5-6mal jährlich nach D und/oder A, mir gefällts dort meist (wenn's mich nicht grad abregnet vom ersten bis zum letzten Tag) und ich fliege trotzdem gern wieder zurück. Heimat allerdings wird "das hier" nie für mich, diejenigen unter Euch mit Ehrlichkeit zu sich selbst werden's wohl ähnlich sehen. Allerdings ist auch Deutschland nicht mehr Heimat, als mobiler Mensch, nicht an die Scholle gebundener Wandervogel, verliert man seine Heimat. Aber man gewinnt die Fähigkeit, sich vielerorts schnell und routiniert zu installieren, zurecht zu kommen, sich wohlzufühlen.
War so ein kleiner Exkurs, wie seht Ihr das denn?[addsig]
Hallo Sanmiguel!
also zum test: von den ersten 30 fragen konnte ich doch 29 richtig beantworten - würde also im notfall wohl wieder in der brd eingebürgert werden....
von wegen heimat: wir leben jetzt seit 5 jahren auf teneriffa und haben unterdessen auch viele erfahrungen gesammelt - schlechte wie gute. die schlechten sind für mich meist die, bei denen ich an meine "deutsche" grenze stosse. bedeutet z.b. die "canarische unpünktlichkeit" verso meiner "deutschen pünktlichkeit". ich werd mich nie dran gewöhnen!! es nervt!! und ich will nicht so werden!! da pass ich mich nicht an!! so gibt es noch andre punkte, aber auch alle zusammen genommen sind nicht gravierend genug, um mich von hier zu vertreiben. es gibt nämlich dann auch die ausgleiche bzw. lebenswerte, die das gut wettmachen.
wir werden demnächst unseren letzten stützpunkt in deutschland verkaufen, damit gibt es dann zumindest keine materielle nabelschnur (wohnung) mehr und ich werde künftig in der brd auch einfach "besucherin" bzw. touri sein.
ich verbinde mit dem begriff "heimat" die beziehungen zu menschen, mit denen ich etwas gemeinsam habe oder tue. das ist an kein land gebunden, sondern eben an leute, bei denen ich mich "wie daheim" fühle. so gesehen spielt die deutsche nationalität für mich keine grosse rolle - jedenfalls bin ich nicht stolz darauf, deutsche zu sein - das ist einfach zufall. ob ich die spanische staatsangehörigkeit wollte?? weiss ich nicht, habe ich noch nicht nachgedacht - es würde aber wieder nationalstaatlichkeit bedeuten, die ich eigentlich überwinden will.
jetzt beim nachlesen merke ich, dass ich eigentlich keinen roten faden habe, nur geschrieben, was mir so einfiel. ich hoffe, ihr könnt mir trotzdem ein wenig folgen.
zum schluss: dieses land, vor allem die einheimischen hier, haben es uns leicht gemacht, hier anzukommen und wohlzufühlen (aller bürokratischen hindernisse zum trotz) - darüber freue ich mich sehr. wohl wissend, dass ich meine "frühere" geschichte immer mit mir herumschleppe und eben nicht an der landesgrenze abgeben kann, hatte ich hier anfangs das gefühl, mein leben sei es unbeschriebenes blatt - ich habe es in den letzten 5 jahren mit neuem text gefüllt und selbst bestimmen können, was die leute hier von mir wissen sollen und was nicht. das ist der grösste unterschied, da ich vorher fast meine ganzes leben lang in einer deutschen kleinstadt lebte, wo mich jeder kannte bzw. zu kennen glaubte. [addsig]
Ich hab' den Test jetzt soeben auch gemacht, hoffentlich lesen vor allem vom Forum nebenan meine Freunde nicht, daß ich nun "König von Deutschland" bin... Doch zum Trost: aus lauter Übermut und Neugier hab' ich ihn nochmals gemacht, es gibt immer andere Fragen, und da hab' ich zwei Flüchtigkeitsböcke geschossen - aus war's mit dem König.
Ich find's schon krass, was da an Detailwissen abgefragt werden sollte, noch dazu bei Menschen, die deutsch nicht als Muttersprache sprechen. Hab' leider nirgends gefunden, wie viel % erreicht werden sollten, um eingebürgert zu werden. Wenn man davon ausgeht, daß wohl 33-50% ausgereicht hätten, ähnlich wie bei Schulnoten, dann wäre es allerdings nicht so dramatisch, z.B. Otto Hahn und seine Leistungen nicht zu kennen. Daß man das Land, dessen Bürger man werden möchte, in seinen Grundstrukturen und Mechanismen kennen, verstehen, akzeptieren muß, ist m.E. selbstverständlich.
Leider fehlen oft auch bei Einheimischen, sowohl in D als auch anderswo, bereits die Grundkenntnisse aus dem Fach "Heimatkunde". Frag' mal z.B. einen IES-Schulabgänger hier, wie viele Ayuntamientos Teneriffa hat. Selbst wenn Du das Wörtchen "etwa" nachschiebst, wirst Du seltenst eine einigermaßen zutreffende Antwort bekommen. Für den nächsten Residenten-Stammtisch: es sind 31, das höchstgelegene Spaniens ist auch dabei (Vilaflor, das ist gleichzeitig auch bzgl. Einwohnerzahl das kleinste). Flächenmäßig das kleinste ist ...
Puerto de la Cruz (knapp 9 km², aber die Besiedelungsdichte entspricht der von Berlin!).
So, genug der Zahlenspiele. Einerseits sind die wirklich nicht sehr wichtig, aber für Menschen, die hier tatsächlich den Lebensalltag mitleben, machen sie so manche Tür auf. Was glaubt Ihr, wie oft ich schon einen leichteren Gesprächseinstieg bei irgendeinem "hoffentlich bald - Kunden" hatte, nachdem ich ihm mit irgendeinem witzigen Vergleich oder erstaunlichen Infos zeigen konnte, daß ich mich nicht nur für meine Produkte interessiere, sondern auch "seine" Insel sehr genau kenne.
Zurück zum angedachten Hessischen Einbürgerungstest: Hand auf's Herz, wer von den dauerhaft hier lebenden Forumslesern würde Vergleichbares zu Spanien (in spanischer Sprache wohlgemerkt) meistern? Ich würd's mir ohne Vorbereitung nicht zutrauen. Aber die ist ja gestattet und sogar gewünscht, man müsste sicher auch hier nicht fehlerfrei sein und 30 Fragen in 5 min. durchgehen müsste bestimmt auch nicht sein. So gesehen wäre ein derartiger Test so arg falsch nicht, die Schweizer praktizieren das seit langem, wie man spätestens seit "Emil" wohl allgemein weiß.
Was ich bedenklich finde, ist, daß derartige Tests vielfach als Instrument angesehen werden, Ausländer rauszuhalten. Wenn man auch seitens der "Test-Anordner" mit dem Ansatz herangehen würde, das Interesse und die aktive Auseinandersetzung mit dem "gelobten Land" anzuregen, dann wäre das topp.[addsig]
Guten Morgen, liebe Forianer, jetzt habt ihr mich doch am heiligen Sonntag in aller Frühe dazu gebracht, das Hirn einzuschalten.
Ich hab den Einbürgerungstest bestanden jawohl. Gleich zweimal hintereinander , hab bloß die Literaturpreisträger durcheinandergewürfelt.Ein dreifach Hoch oder so ähnlich.Ich dürfte , wenn ich denn wollte , also doch wieder rein.
Voller Euphorie bin ich das Ganze dann mal anders angegangen.Wer ,um Himmels Willen, versteht dieses deutsche Kauderwelsch denn überhaupt wenn er aus dem Ausland kommt?
Und wen - man verzeihe mir - interessiert den, was da irgendwelche Maler irgendwann mal gepinselt haben ?Und wer was geschrieben hat ?
Ich würde bei diesem Stand der Dinge allen Einwanderungswilligen ein paar Studiengänge empfehlen.
Alsoooooooo mal überlegen - erstmal ein Deutschstudium damit man das alles auch schön versteht, was denn da gefragt wird. So als Grundvoraussetzung mal.
Dann auch natürlich Geschichte, Literatur ,Politwissenschaften, Medizin und Kunst.
Sollte das dann alles gewissenhaft studiert worden sein ,könnte unter Umständen mal testweise mit dem Test gearbeitet werden.
Dann sieht man ja wo es klemmt und man kann anhängen was noch fehlt.
Ich bekomme heute Mittag Besuch ,es sind - so hoffe ich auch die Kinder dabei.Die werd ich mal an den PC jagen Test machen .
2 junge Engländerinnen, die hier geboren sind, hier beide Abi gemacht haben und mitten im Studium sind. Und grad hat sich noch jemand angemeldet -hach das wird ein Testnachmittag werden .Ein junger Deutscher dabei mit Hauptschulabschluss und fertiger Lehre.
Ein Glück wir haben 2 Teststationen.
Ich werd von PC zu PC wetzen und Euch , liebe Forianer ,sofortigst mitteilen was nun Sache war, sobald die aus dem Hause sind.
Versprochen.
Und zu dir sanmiguel - ich brauch nicht mal die Hand aufs Herz legen - ich würde mit Sicherheit NICHT eingebürgert werden.
Dieses kulturelle Wissen über Spanien fehlt mir schlicht und ergreifend.
Ich finde, das kann man sich auch nur dann aneignen, wenn man sehr sehr lange irgendwo wohnt und sich sehr intensiv mit dem Land, seiner Geschichte und Kultur beschäftigt.
Das Wissen aus deutschen Landen ist einem ja auch nicht zugeflogen , da hat die Schule, die Eltern, das eigene Interesse an manchen Themengebieten und Gelesenes und Gehörtes aus vielen Jahren dazu beigetragen.
Also ich halte diesen Einbürgerungstest ehrlich für puren Schwachsinn.Statt dessen bitte Schild hochhalten : Bleibt doch gleich draussen, ihr schafft es eh nicht .
Jetzt beisst mich nur noch eins, die Definition von Heimat.
Also dazu hab ich persönlich ein sehr sehr gespaltenes Verhältnis.
So als der Nachkriegsgeneration angehörend ( hach das liest sich fast wie : es gab vor Jahrmillionen noch Dinosaurier grins ) hatte ich schon relativ früh komplette Identitätsprobleme als Deutsche. Begonnen hatte das, als ich heimlich unter der Bettdecke mir des nächtens die Nürnberger Prozesse im Kofferradio anhörte. Ich dachte zuerst das wäre ein Hörspiel oder so.
Mit Grauen wurde mir bewusst, was das tatsächlich war.
Es hat jahrzehntelang gedauert ,bis ich ohne Schamröte im Gesicht sagen konnte - ich bin Deutsche.
Sicher hat auch die Schule dazu beigetragen.Irgendwie hatte und habe ich kein richtiges Deutschland-Heimat-Gefühl und ich denke ich werde das auch nie kriegen .
Ich bin immer irgendwie da zu Hause, wo mein Herz ist. Und das ist immer da, wo meine Familie ist .Und da ja meine gesamte Familie mit auswandert ,denk ich mir mal, wird das dann auch wie üblich die Heimat sein, egal wohin es uns auf diesem Planeten noch ziehen wird.( Man weiss ja nie. )
Weltbürger und Schwabe , das triffts so in etwa, aber auch wirklich nicht ortsgebunden bitte.
Susana du glaubst nicht, wie sehr ich dir das nachfühlen kann mit der deutschen Kleinstadt.
Wir haben vor Kurzem eine Schulfreundin von mir besucht, die auch noch so im Kaff der Jugend haust .Ich hab mich königlich amüsiert ob den alten Zöpfen, die da immer noch gang und gäbe sind.
Schwaben ist ja bekannt für Kehrwoche, permanentes Strassenfegen , arbeitsame Menschen und so.
Aber was das selbst heute noch für Auswüchse hat ,ich hab mich gekringelt.
Pass auf : wer morgens als erstes die Rollläden oben hat und die Betten aus dem Fenster hängen ist die fleissigste Hausfrau im Ort. Also zieht man die Rollläden vor dem zu Bettgehen gleich wieder hoch.( Ja also ich hatte dann noch die Superidee, gleich alte Bettdecken vors Fenster zu nageln,das kam aber nicht wirklich gut an .)
Wer am Montag früh als erstes die Wäsche aufhängt ist auch siehe oben - also wäscht man die am Sonntag Abend heimlich heimlich und wetzt im Morgengrauen montags und hängt sie auf.
Du meinst das ist übertrieben ? Beileibe nicht , ich habs vor Kurzem erlebt. Und das sind nur ein paar kleine Beispiele . Klar weiss jeder über jeden Bescheid bis in die Steinzeit und wieder zurück, oder meint zumindest alles zu wissen.
Meine Mutter hatte das auch an sich, selbst hier im Elsass noch, das mit den Rollläden hochziehen und so, aber ich dachte, das sei bloß noch bei ihrer Generation drin.
Ich hab jedenfalls gelacht wie eine Irre, konnte mich nicht mehr einkriegen , musste mir aber anhören entweder du machst das so und gehörst dazu , oder eben nicht.Und man würde sich daran gewöhnen.
Ich liebe Schwaben und die Schwaben , aber bitte nur aus der Entfernung. Ich könnte und wollte das so nicht mitmachen. Sozusagen würde ich aus der schwäbischen Schublade überall rausquellen.
Ausser vielleicht beim Spätzle vom Brett schaben, da könnt ich allemale mithalten grins.
Daß die europäischen Mitbürger in Sachen Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit nicht dem allseits gepriesenen deutschen Standard entsprechen, das haben wir hier auch erlebt in Frankreich.
Nur also mal ganz ehrlich -wie sieht es damit denn in Deutschland unterdessen aus ?
GRAUSAM .
Klar wenn man sich verabredet ,sind die dann alle wesentlich pünktlicher als sonstwo.
Aber da wo es wirklich drauf ankommt , bei den Dienstleistungen , da kann man das langsam total vergessen.
Wir sind selbständig und daher auch noch viel in Deutschland zu Gange.
Als ich die Telefonicaerlebnisse unseres Sohnes im weblog nachempfunden habe, musste ich dran denken wie es uns mit der deutschen Telecom erging.
Wir haben nach der Übersiedlung ins Elsass 6 in Worten: sechs Jahre gebraucht, die deutsche Telecom zu überzeugen, daß wir keinen Anschluss mehr haben in Deutschland.Trotz persönlicher Abmeldung, Rückgabe gegen Beleg der damals geleasten Anlage.
Ja und in Frankreich dauerte es auch seine Zeit bis endlich mal der Internetanschluss flöppte, wie man es sich vorstellte.
Hab neulich bei einer Bekannten auf der anderen Seite der Grenze gemeckert, hier wären oft kleine Stromausfälle , wäre in Deutschland ja wohl stabiler. Sagte sie - ja früher mal .
Ich bin mir also nicht ganz sicher, ob das mit der deutschen Pünktlichkeit usw nicht nur eine vergoldete Erinnerung ist, wenn mal im gewählten Land nicht gleich alles klappt wie es soll.
Denn Deutschland hat sich doch sehr verändert in den letzten Jahren.
So jetzt geh ich ne Runde Kuchen in den Ofen donnern für meinen Einbürgerungstestbesuch , Belohnung muss ja sein.
Schönen Sonntag noch, es grüßt rührlöffelschwingend
Waltraud
__________________ Waltraud
Wovor hat Unschuld je bewahrt ? Selbst der Schöpfer sagt uns, wir sollen zu Festen Lämmer schlachten. Nie aber die Wölfe...................
liebe waltraud!
eigentlich meinte ich ja auch nicht eine generelle deutsche pünktlichkeit, sondern "meine deutsche pünktlichkeit" - glernt isch halt glernt, gell?
beim test ist mir auch aufgefallen, dass schon die formulierungen teilweise sehr kompliziert sind und bei einigen fragen mussten wir echt länger nachdenken. sowas auf spanisch wäre der absolute rausschmeisser...
als ich diese sache mit dem einbürgerungstest zum ersten mal hörte, dachte ich, deutsche politiker sollten mal nach tf kommen - von wegen parallelgesellschaft!! gibt es doch hier für massig viele deutsche auch! ich denke, es ist auch stückweit normal nach dem motto "gleich und gleich gesellt sich gern" gibt es überall auf der welt sog. "viertel" oder auch "ghettos" mit menschen gleicher zugehörigkeit, so chinatown, harlem etc.
es soll sich doch jedeR aussuchen, was für ihn richtig ist. allerdings habe ich mich hier von anfang an geweigert, in einer "deutschen urbanisation" wie chayofa zu leben (da fehlt eigentlich wirklich nur noch die kehrwoche!!), sondern wir haben sehr bewusst ein canarisches umfeld gesucht. das kam natürlich auch meinen sprachfertigkeiten super entgegen - denn hier kann wirklich niemand deutsch, also musste ich einfach lernen.
ich kenne jedoch auch viele deutsche, die leider ausser dem wetter nix hier interessiert. die wissen weder, wie "einheimische" leben, haben noch nie eine "lucha canaria" gesehen und meckern auch nur, dass die strassen so schlecht sind, die preise steigen und von spanisch null ahnung.
wir stellen jedoch fest, dass wir praktisch in zwei welten leben:
mein mann ist selbstständiger elektriker und hat beruflich nur deutschsprachige kundschaft, dafür ist unser "privatleben" canarisch. dieses wandern zwischen den kulturen gefällt mir gut, auch wenn es bisweilen etwas anstrengend ist.
Guten Montagmorgen , liebe Megaweller und -innen ,
da es wie jeden Montagmorgen gleich mit Schuften los geht, bloß ganz kurz noch die Ergebnisse meines Supertests gestern. Es wurde dermaßen lang noch darüber debattiert, daß keiner vom Acker wollte und ich (wir ) halbtot ins Bett fielen.
Also alle durchgeknallt. So man den mit 30 % Durchschnitt durchgefallen wäre, was ja nicht erwiesen ist.
Allein das Sprachverständnis reichte teilweise nicht aus um den Antworten auf die Spur zu kommen und das sowohl beim deutschen, als auch beim englischen Teil und die Älteren haben auch fleissig mitgemacht .
Also wird dieses unser Land dann wohl doch bald aussterben und von Ausbürgerungen bedroht sein oder so ähnlich. ;-)
@susana - du scheindschd au aus am Ländle z komma. Da müssen wir uns mal kehrwochenmässig unterhalten.Zwinker .
Ansonsten gehts uns wie euch - geschäftlich alles deutsch - privat querbeet , egal was kommt, Hauptsache nett und interessant.
So dann werd ich mich ans Schuften machen , wie üblich - ohne Moos nix lox.
Es grüßt kuliwedelnd
Waltraud
__________________ Waltraud
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also, als heimatvertriebener weis ich wovon ich rede.
geboren in freiburg/brsg. zog ich im zarten alter von 18 jahren nach Bayern.
es war ein kulturschock. der zweite schock kam als ich in hessen eine arbeit fand.jetzt wohne ich wieder im badischen , ich fühle mich richtig befreit.
einziges mango,meine frau kommt nicht aus dem badischen,sondern aus bayern.
ich weis ,das leben ist grausam.aber muß es mich so strafen?
auch ich habe den hessischen einbürgerungstest hinter mich gebracht ( mehrmals ).
jeweils ein fehler . ich höre euch schon sagen " streber ".
da ich beruflich ( bin selbstständig Heizung-Sanitär ) oft mit türken sowie mit menschen aus kasachstan zu tun habe, kann ich mir, glaube ich ein urteil über sinn oder unsinn eines tests erlauben.wir hätten wohl alle erhebliche probleme diesen test in spanisch zu bestehen.
er ist auch unsinnig.was ich aber sehr wohl erwarte,daß menschen die ihren lebensmittelpunkt
in deutschland oder in einem anderen land haben,die sprache verstehen.
ich erwarte,daß diese menschen in einem angemessenem zeitraum die rechtsgeschäfte selbst ohne dolmetscher erledigen können.dabei soll der staat mit sprachschulung helfenes kann nicht sein,daß die allgemeinheit für dolmetscherdienste aufkommen muß,obwohl diese
schon 20 jahre in deutschland leben.ich hoffe daß ich nicht ungerecht bin.lasse mich aber
durchaus eines besseren belehren.muchos saludos
[addsig]
Faro mein Guter, du hast mein vollstes Mitgefühl .Ich kann es dir so gut nachempfinden.
Mich hat weiland auch fast der Schlag getroffen, als ich aus dem Land der vom Brett geschabten Spätzle ins Land der metallgeriebenen Knöpfle kam. Und dann noch Knödel obendrauf - Faro das ist fast nicht zu verkraften grins.
Du hast ja Recht, daß man die Sprache sprechen sollte. Vollkommen Recht jawohl.
Nur - die Realität sieht anders aus.
Ich schrei mea culpa . Wir sind seit 12 Jahren im Elsass.Okay mein französisch reicht aus, um mich überall verständlich zu machen, ich krieg Finanzamt , sämtliche Ämter ,Autoummelden, Immobilienmakler etc alles ohne Hilfe gebacken.
ABER müsste ich vor Gericht dann würde ich auf alle Fälle auf einem Dolmetscher bestehen.
Die Crux an der ganzen Geschichte ist nämlich, daß wir eben nicht gezwungen sind laufend französisch zu sprechen, zwar viele Bekannte und französische Freunde haben aber- davon sprechen auch viele wieder elsässisch.
Und da der Mensch eben immer den bequemeren Weg geht bekanntlich, und wir wussten, daß wir mal ne Ecke weiter wollten,haben wir das Lernen doch sehr vernachlässigt.
Und wenns 100 % auf jedes Wort ankommt, das man von sich gibt oder auch schreibt,dann werd ich mir das wie immer durchschauen lassen und kontrollieren.
Sicher ist sicher.
Ich denke, daß wir das auch auf den Kanaren zumindest so lange beibehalten werden, bis der Sprachschatz noch um eine ganze Menge, vor allem umgangssprachlicher, Redewendungen angewachsen ist.
Ich werd den Teufel tun und irgendwas unbesehen unterschreibe, was ich nicht vollkommen verstehe .Da kannst du ja in Deutschland mit juristischen Fallstricken sowas von auf die Schnauze fallen , obwohl du denkst du würdest deutsch verstehen , was du ja auch tust, aber sowas eben dann doch nicht.
Und ich hab mit Freude beim letzten Besuch auf Teneriffa festgestellt - man versteht uns jawohl.
Manchmal mit Grinsen im Gesicht, aber das ist mir egal.Kenn ich von hier, da hat sich auch das ganze Kaff gekringelt als ich ein Geschenk für ein junges Mädchen von 81 Jahren suchte.
Hab halt die Zahlen verwechselt kann mal vorkommen. Dafür war ich aber dann bekannt wie ein bunter Hund und kriegte nette Kontakte.
Wenn man sich nicht traut auch Fehler zu machen zum Amüsement der gesamten Umgebung, dann wird das sowieso nichts hab ich gemerkt.
Nun sind die Deutschen, was das Deutsch angeht sowieso ein bissele (man verzeihe mir ) komisch.
Ich hab jedenfalls die Erfahrung gemacht in Italien, in Spanien in Frankreich usw. die freuen sich richtig wenn man sich bemüht, sich in ihrer Landessprache verständlich zu machen und helfen dann gerne weiter.
In Deutschland allerdings dann heissts gleich - mannnnnnnnnnnnnnnnn können die nicht richtig Deutsch lernen ?Ich wollte das so nicht ganz glauben und habs getestet . Jawohl so was mach ich sehr gerne wenn Zeit vorhanden.
Man nehme ein Kopftuch. Ein Riesiges . Und radebreche ( oder heissts radebrache ? sanmiguel hilf )auf deutsch. Zwar in Etwa verständlich, aber doch merklich falsch in Satzstellung und Grammatik.
Man taucht in eine andere Welt ein .Kaum zu glauben, aber es ist so.Da kriegt man statt der Auskunft wo der Bus abfährt sehr gute Ratschläge, so in Etwa - lern mal Deutsch Mädchen ( übers Mädchenalter bin ich nun aber wirklich raus ).
Oder auch - was habt ihr hier zu suchen, wenn ihr nicht mal Deutsch könnt - ( hab mich umgedreht, wollte sehen wer hinter mir steht wegen dem IHR - war aber keiner da.
Von 12 angesprochenen Personen meckerten mich 9 an. 2 beschrieben mir in einfachen Worten den Weg. Und Eine nahm mich am Flügel und brachte mich gleich hin.Eine sehr nette alte Dame, die auch irgendwann mal vor Urzeiten aus den östlichen Gefilden nach Deutschland gekommen war.Ich war selten so erleichtert wie in dem Moment ,als ich endlich das Kopftuch verschwinden lassen konnte und wieder zum Normalo mutierte.
Ich bin im Ausland immer wesentlich freundlicher behandelt worden muss ich mal anmerken .
Wie siehts denn da bei Euch so aus ??
Die selben Erfahrungen im Ausland ??
Waltraud
__________________ Waltraud
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hallo ihr forianerInnen!
@waltraud: bin zwar aus dem badischen (kreis lörrach) ausgewandert, aber habe auch erfahrung mit kehrwoche...
meine erfahrungen im ausland sind fast durchweg positiv. allerdings habe ich auch die angewohnheit, mich zum beispiel auf den urlaub in einem neuen land recht gut vorzubereiten: diverse reiseführer, evtl. tv-sendungen, internet-recherche und wenn irgend möglich ein paar brocken der sprache - und wenn es nur "guten tag", JA und NEIN und DANKE ist. in thailand hatte ich den eindruck, dass die leute sich darüber freuen oder zumindest überrascht sind. so fliege ich nächste woche nach bali und habe wiederum einen "kauderwelsch" sprachführer dabei. ich finde das reine "touri"-dasein nämlich öde, wenn ich überhaupt keine möglichkeit habe, mit einheimischen ins gespräch zu kommen und nur auf auskünfte des guide angewiesen bin. also sprache finde ich ungemein wichtig.
habe ein paar jahre in der schweiz gearbeitet, da gab es ausser den normalen sticheleien gegen die "sauschwoobe" keine probleme.
ich habe auch mal anderthalb jahre auf korsika - in einem 100-seelen-dorf in den bergen - gelebt, nachdem ich vorher zwei jahre beruflich ab und an dort war. französisch war kein problem. allerdings konnte ich mich nicht integrieren. die korsen sind sehr gastfreundlich, aber eben nicht mehr. in ihre strukturen lassen sie keine "fremden" rein. leider habe ich erst gegen ende meines aufenthalts ein buch gelesen, in dem diese strukturen historisch und psychologisch aufgezeigt werden; schlagartig begriff ich all die fettnäpfe, in die ich reingetreten war, die mir aber auch niemand erklären wollte. so musste ich feststellen, dass korsika kein auswanderungsland für mich ist.
hier auf teneriffa kann ich einige parallelen erkennen, was das dörfliche leben angeht - die leute sind aber bei weitem nicht so verschlossen wie auf korsika. mag damit zusammenhängen, dass es hier schon länger eine "zuwanderungskultur" gibt. obwohl auch korsen massenhaft auswandern (so gibt es in marseille mehr korsen als auf der insel selbst), gestehen sie doch keine einwanderung zu. das scheint mir hier etwas anders zu sein.
die einzige einschränkung, die ich machen würde, ist dass ich keine muslimischen länder mehr allein oder mit freundin bereise - dort (und nur dort) wurde ich übel angemacht in einer art und weise, die mir den urlaub vermasselt hat.
ansonsten aber habe ich keine wirklich schlechten erfahrungen - nun freue ich mich auf bali und melde mich für die nächsten 4 wochen ab.
gute zeit für euch
susan :-)
[addsig]
ganz schnell noch bevor du entschwindest möchte ich dir einen wunderschönen Urlaub wünschen. Ich werd dich vermissen hier.( Du redest wenigstens mit mir grins ).
Es ist schon erstaunlich, was ein paar Worte für einen Unterschied machen können, wenn man sich wenigstens ein bißchen verständigen kann.
Guten Flug und guten Aufenthalt , und morgen bin ich in Lörrach und werd mal einen Gruß über das " Städtle " von dir erschallen lassen .
Tret in keine balinesichen Fettnäpfle !!!!!!!
Liebe Grüße
Waltraud
__________________ Waltraud
Wovor hat Unschuld je bewahrt ? Selbst der Schöpfer sagt uns, wir sollen zu Festen Lämmer schlachten. Nie aber die Wölfe...................