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| Heute frueh wieder am Hafen von Puerto. Der blau-weisse Fischstand wird grade bestueckt unter fachkundigen Bemerkungen der wartenden Einheimischen. Nur Maenner, alle haben Tueten dabei und sind zum Teil von entfernten Vierteln gekommen, auch natuerlich, um hier ein Schwaetzchen zu halten. Den einen aus Ranilla kenne ich. Er lebt dort mit 3 Hunden auf dem Dach einer kleinen Autowerkstatt. Meine Fellnase Tanni laeuft voran, sucht sich ihre struppigen Freunde, die alle schon mit ihren Fischern unterwegs sind. Ihr weisses, frisch gewaschenes Fell fliegt in damenhafter Alluer den Fellraudies entgegen. Hier mischt sich ja alles.. Sie begruesst Boto, den loewenkoepfigen Stromer- wie immer huebsch frisiert- zumindest am Morgen noch. Die gleiche Frisur wie sein Herrchen, der dicke Fischer mit der rauhen Stimme. "Hola miniña!" begruesst er mich und ich winke lachend zurueck. Er steht bei den anderen Fischern, die neben dem Schiffsverladekran, die Netze ausgerollt haben. In kleinen Gruppen sitzen sie unter roten Schirmen und reparieren Loecher und Risse. Stich um Stich mit groben, schwieligen Fingern, ganz konzentriert. Es riecht nach Algen und frischem Atlantik Ich liebe diesen Geruch, kommt gleich nach dem meiner tiefschwarzen Fruehstuecksinfusion. Die Sonne blendet uns in gleissendem Licht und mit wohltueneder Waerme. Die tiefen Falten in den alten Fischergesichter, sind Zeugen dieser Sonne und auch des Windes, der die Wellen des Atlantik hochpeitscht, bis hinein in die Fischerboote. Heute ist die Sicht in die Berge frei, Tanni und ich schauen gleichermassen angetan auf die langgestreckte Ansicht der kleinen Staedtchen in den Bergen, die sich ziehen sodass sie von allem etwas abbekommen: Bäume, schwarze Erde, Atlantik. Sie glitzern in aquarelligen Farben, versinken auch teilweise in den Wattebaellchen der Passat Wolken. Weiter drueben, majestaetisch und diesmal in hellen bis dunklen Brauntoenen, ohne viel Trara, unser Teide. Ich denke an Victor, der mit einer kleinen Wander Gruppe grade dort irgendwo hinauf marschiert. Bloederweise, versuche ich auch Bewegungen diesbezueglich zu erkennen- aber das ist ja nicht moeglich.. Wir gehen noch zum hinteren Teil des Hafens, um einen Blick zum so unsichtbaren Paradies zu schicken, Richtung Afrika, von wo gestern die Tauben her kamen.. mit viel Philosophie und einer merkwuerdigen Sehnsucht. Kein Schiff, keine ueberfluessige Bewegung, keine Welle. Ein schoener Tag beginnt fuer alle die es sehen koennen. Wuensche euch ihr seid dabei! Bis zum naechsten Spaziergang- hasta luego! Geändert von Kaleika (29.05.2009 um 12:36 Uhr). |
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| Samstag frueh in Puerto- Diesmal spazieren wir ueber den Plaza Charco. Mittags soll es hier ja einen grossen Umzug geben zum Dïa de Canarias. Meine Fellnase scheint ziemlich enttäuscht, dass es heute keine Tauben gibt, hat sie mich doch sonst querfeldein gerissen, um das Gefieder zu verscheuchen. Und ich wundere mich auch: kein Taxi an dem Stand wo sonst mindestens 20 Wagen stehen. Ja, hier braut sich was zusammen, aber ganz gemuetlich und wie ich auch sehe, haben sich -ganz gemütlich- Touristen in erwartungsvoller Stimmung unters Volk gemischt, vertrauter berliner Dialekt zwischen canarischem Schluder-Akzent, comme c'est jolie, neben russisch anmutenden Geheimlauten. Noch schnell einen Cortado, bisschen Milchschaum.. ein schmuddeliger Jongleur mit Sonnenbrille treibt sein ungekonntes Unwesen vor unseren Augen- wir nennen sie hier "associal sociable". Man ist in Puerto nicht ganz so streng mit den nichtstuenden Langschlaefern: 3 Glaeser die immer da sind, wo sie keiner erwartet, am wenigstens wohl er selbst. Schliesslich muss man doch lachen und das ist ja wohl der Sinn. Jetzt hoeren wir auch schon dumpfe Trommeln. Augenblicklich springen die Leute im Cafe auf, zahlen- oder auch nicht und laufen zur gegenueber liegenden Seite und sehen erwartungsvoll auf die bunten Zuege, die jetzt naeher kommen. Schaulustige, blau-gelbe Polizisten, Rucksackpassanten, filz-zopfige Hippies, hiesige Familien die sich huebsch rausstaffiert haben; Maenner in weissen Leinenhemden und dunklen Hosen, die kleinen Maenner in feschem Nadlanzug mit Veste, den obligatorischen schwarzen Hut kess auf den Hinterkopf gedrueckt. Frech schauen sie in die Welt, was kostet sie denn?? Immer die Hand fest in der von Mama. Der Knirps gegenueber, hat schon eine richtige Traje de Mago an, eine kleine, bunte Tacht. Wuerdig, erhaben schaut er durch den anderen kleinen Mann hindurch... sowas von Luft! Tanni, misstrauisch den vielen Menschen und der Musik gegenueber- mustert mich zweifelhaft: muss das sein- gleich geht doch auch wieder das Gesaufe los..? Ich streichle sie liebevoll um den weissen Bart: "ja, muss sein!"Die ersten Taenzer ziehen vorbei, zur lustigen Volksmusik. Eine grosse Frau zieht alle Blicke auf sich: der feste, grossartige Busen, kraeftige Hinterbacken, Bauchspeck und viel Hueftmasse, koordinieren sich in erstaunlicher Weise elegant zum Rhytmus, ein aelterer Saenger, fleissig mit allen Strophen, blitzhuebsche Maedles in beschwingtem Tanzschritt. Lustig anzusehen: die Trachten fuer Maenner. Mit Spitzenwaesche die unter der schwarzen, bunt bestickten Kniehose vorschaut, ergaenzt von weiss- gehaekelten Gamaschen und schliesslich die bunte Weste. Kleiner, schwarzer Hut am Hinterkopf. Aus Orotava singt Las Magas in eleganten Streifen vorueber, alle singen mit.. schubiduba,, der naechste, huebsch geschmueckte Zug- ein kleiner roter Traktor mit Schaufel(habe immer geschaut ob SanMiguel da drauf sitzt), zieht die Repliken von San Thelmo auf seinem Haenger - einer das Kirchentor in weiss, der andere den Kirchenturm, ein anderer mit einem grossen, rostigen Anker; hinten drauf liegen die Weinreserven, Plastikbecher und viele Tueten mit Proviant. Dazwischen eine kleine Gruppe älterer Frauen, wunderschoene Stimmen, aber irgendwie sehen sie mit ihren Brillen aus, wie aus einem Werbespot von Fielmann! Inzwischen sind wir an unserem huebschen Hafen angelangt, er dampft schon. Hier sitzen bereits die ersten Taenzerinnen bis auf die Spitzenwaesche ausgezogen, auf den heissen Steinen, Familien cremen die kleinen Scheisser ein, ziehen ihnen huebsche Badehosen an, und mein bellender Scheisser- oh Gott, ich kenne ihn nicht- kackt gemuetlich in die Ecke an die Wogen, neben einer dicke Frau die grade etwas zu einem Bekannten hinueber schreit. Andere plantschen schon im Meer, zwischen dem Schlauchbot vom Cruz Roja und den bunten Fischerbooten- 3 TE 1-4012, 283-99. Blau-weisse Weisswurstschirme leuchten von der anderen Seite herueber,Wein wird ausgeschenkt, lautes Rufen, singen; ein 5 koepfiger Maennergesangs- Verein hat sich verschwoererisch zusammen gerottet, singt mit verschmitzen Gesichtern zu Gitarre und Kastagnette. Uebermut, Ausgelassenheit und Musik- ein kleiner, bunter Hafen, fest in familiaerer Hand. Que bonita la vida!! Ja, das ist es Freunde- einfach reinspringen! Hasta la vista. Geändert von Kaleika (31.05.2009 um 13:23 Uhr). |
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| Heute durften Fellnase und ich verreisen. Unser Guru hat uns mit genommen nach Los Silos, der alten Kornkammer im herb- romantischen Nordwesten der Insel. Am langgestreckten, alten Kloster wurden saemtliche Jeeptueren aufgerissen, wir wurden entlassen mit den samtigen Worten: “ lasst euch Zeit!“ Was ins deutsche uebersetzt hiess- er moechte gemuetlich seine Cortaditos trinken, El Dia lesen und den Sonntag geniessen...ohne uns?Ist·s moeglich? Tanni und ich schaun uns an-und los gehts. Rueber zum Kiosk- der aussieht als wuerde er gleich ein Kinderkarussel herumwirbeln, mit Pferdchen und Feuerwehr- dem gemuetlichen Platz der ihn umgibt, zu den einfachen, aber vollen Staenden des winzigen Bauernmarktes. Drumherum, grosse Lorbeerbaeume die freundlich Schatten spenden, ueber alte Bauernkoepfe, pfeiferauchend, lamentierend oder schweigend auf den braunen Holzbaenken. Den Alten entgeht nichts.. kein fesches Frauenbein, kein Pinscherhintern und Juan, der sich da hinten rumdrueckt, schon garnicht. Lauthals wird her herzitiert. Tanni dreht sich derweil auf dem frisch geschorenen Rasen ein, ich weiss was kommt, ich kenn sie nicht! Der Kaesestand ist heute nicht besetzt, wie schade. Ein einziger Kaese, abgepackt in viele runde Raeder. War ganz hervorragend. Vater und Sohn haben ihn hergestellt und verkauft. Wie der Standlbesitzer von nebenan meint- gab es aber Schwierigkeiten mit dem Supermarkt. Wir kaufen laenglichen Kohl, Porree, verbeulten, roten Paprika, kleine Gurken, gruene Tomaten.. nebenan bei der Oekofrau, kugelrunde, rote Pflaumen- wachsen nur in dieser Hoehe, gelben Zitronen-Thyhmian, den nehme ich sonst immer bei den Wanderungen in Chinamada mit, und einen knorrigen, betoerend duftenden Zweig ·Menta Poleo· (haenge ich in den Flureingang und jeden Morgen bekommt er eine Watschn, damit er vor Schreck duftet- man koennte ihn natuerlich auch trinken..), kleine Zitronen und 2 Stueck selbstgemachten Zimtkuchen. Alles fuer 3,50€. Menta Poleo gibt es in den nahen Bergen und auch ein grosses Fest wenn er blueht. Fellnase holt mich ab, ihre heraushaengende Zunge und die flockig-wedelnde Puderquaste bedeutet mir dass sie jetzt gerne da drueben im Schatten sitzen will. Grosses JA zum kleinen Bier. Vor uns am Tisch sitzen bunte Hippies, aeltere Version mit viel Obst und Gemuese. Sie kommen aus einem verlassenen Dorf in den Felsen bei Tierra de Trigo und decken eine breite Berufsschicht ab- bis hin zum franzoesischen Baecker. Ein blasses Maedel, breite, buntgehaekelte Pûdelmuetze die mit Sicherheit einen Microkosmos froehlicher Endemica beherbergt.Ihr Guru in so’ner Art vordertuersteh Pyjama, ein Kind das popelte und alle teilhaben liess. Spanische Damen im Sonntagsschmuck und lauten Toenen, dralle Tussen in hohen Absaetzen, Tauben im Tiefflug- huebsch hier und es gibt noch viel mehr zu sehen. Der Blick durch verwinkelte Haeuserschluchten,zeigt einen moderner Rundbau, versetzt, eine suedamerikanische, sandfarbenen Villa, eine hohe, gruene Klobuerste taucht auf: ein junger Drachenbaum, alte Haeuschen mit verwitterten Ziegeln, ein Vulkankegel. Wir brechen wieder auf- wollen noch baden, stattdessen landen wir aber an einem alten Amphyttheater..?? Nein, sieht nur so aus. Unser Guru erklaert uns den Sinn eines Kalkofens, die Besonderheit der Steine, die aus Fuertoventura stammen und hier zu Kalk verarbeitet werden. Ein Prachtstueck, dieser geraeumige Ofen mit den vielen Schaechten und Gaengen. 1931 ist ueber dem Eingang eingeschlagen. Wir kommen noch an einer Riesenwalskulptur vorbei und es entsteht ein Streit- na klar, war ja faellig: Unser Guru behauptet, der Wal sei echt, ich denke dass es nicht moeglich sei, waere ja schon verwittert. Aber es steht zu lesen: Riesenwal- 16 mtr/ 20 tonnen- aus verschiedenen Funden zusammengestellt: Hommage an die Natur. Er hebt sich einsam mahnend ueber den Atlantik. Nachdem der Streit eben, von der Gegenseite gewonnen wurde, ist diese milde gestimmt und ueberrascht uns noch mit einer riesigen Saline. Die vereinzelten Fischer scheint das nicht zu interessieren, aber mich versoehnt es mit der scheusslichen, abgetragenen Landschaft rundherum. Alles voll mit feinstem, saubersten Meersalz. Tueten werden zusammengebunden und wir schuerfen und schuerfen. Das verspricht ein super Essen: Fisch in Salzkruste. Hasta pronto, amigos. Wuensche euch auch einen so schoenen Sonntag Geändert von Kaleika (14.06.2009 um 22:27 Uhr). |
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| Der Wal ist tatsächlich aus echtem Mark und Bein. Wenn ich mich recht erinnere, wurde der Kadaver vor 3 bis 4 Jahren auf Fuerteventura angespült, präpariert und in Los Silos auf Stelzen gestellt. Von Stückelung weiß ich nichts. Eine erholsame, kleine Episode, auch beim Lesen. |
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| auf "eurer" schoenen Insel? Deine nicht? Schoen dass es dir gefaellt. Heute war mir so, Kaufhaus und Auslaender hatten mich ziemlich frustriert. Und jetzt suche ich ein Rezept fuer Fisch in Salzkruste. |
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| betrachtungen, hund, spaziergäger |
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