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Alt 10.10.2006, 20:45
Benutzerbild von sanmiguel
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sanmiguel befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Das war der Schlußsatz der sehr guten Dokumentation von Wolf von Lojewski über Namibia, die soeben im ZDF lief (2. Teil nächsten Di um 19.15 h UTC). Unbedingt anschauen, sehr sensibel und nachdenklich kommentiert, traumhafte Bilder).

Ich nehm' diesen Beitrag zum Anlaß, ein neues Thema zur Flüchtlings-Thematik zu eröffnen. Ganz bewußt nicht ausgerichtet auf aktuelle lokale Ereignisse: "hab' ein cajuco gesehen", sondern um Plattform zu sein für Eure Sichtweisen, Befürchtungen, Erwartungen, Vermutungen über die weitere Entwicklung und den richtigen Modus, mit diesem FAKTUM umzugehen. Jetzt, heute, morgen und jeden Tag unseres weiteren Lebens. Denn hier haben wir's nicht mit bichos zu tun, die auf einmal wieder weg sind, sondern mit einem echten humanen Problem und einer Aufgabe, die wir so frühzeitig als möglich angehen müssen, denn sie wird größer werden - und für uns, für die 1. Welt, für die reich gefressenen Wohlstandsbürger, wird sie noch so richtig unbequem werden, weil wir uns von liebgewordenen Besitzständen werden trennen müssen. Je frühzeitiger wir anfangen, "unser Eigentum" zu teilen, desto mehr wird für uns überbleiben.
Mit all dem, was nicht zuletzt auch in diesem Forum zu lesen ist über die nach 47 oder egal wie viel Tagen entstehende "Freiheit" für die boat people, muß wirklich jedem klar sein, daß a) diese Informationen auch sofort in Afrika landen und Öl ins Feuer der kriminellen Schlepper sind und b) das Problem natürlich nicht regionalauf die Kanaren oder Spanien zu begrenzen ist, sondern ganz Europa überziehen wird, innerhalb weniger Monate.
Meines Erachtens ist es unmöglich, Dutzende/Hunderte Millionen von Menschen ungeregelt nach Europa zu lassen, da Europa eh' völlig übervölkert ist, abgesehen von Mecklenburg-Vorpommern vielleicht...

Aber man kann und muß den Spieß umdrehen: o.k., Jungs, Ihr wollt was von uns, Lebenssicherheit z.B., ordentliche gesundheitliche Versorgung, Erwerbsmöglichkeiten (?, ob die Afrikaner das wirklich wollen). Aber gerade auch das letzte müssen sie als zumindest existent kennen lernen in ihrem gelobten Land. Von nix kommt eben nix. Mancher 35jährige Afrikaner war ja sein Leben lang arbeitslos, nicht etwa, weil's keine Arbeit gab, sondern weil in seiner Welt geplantes regelmäßiges Arbeiten nicht existent ist - morgen auch noch was zu essen haben ist für Millionen Menschen im schwarzen Kontinent das einzige Thema, mit dem sie sich beschäftigen. Wir müssen da wohl wirklich umdenken, daß es Bevölkerungsgruppen gibt, in denen unsere Werte wie "Bildung", "Konsum", "challenge" überhaupt nicht existent sind. Nein, ich sprech`nicht von den canarios, bei ebendiesen ist zumindest "Konsum" als Wert sehr präsent...
Das sind echte Aufgaben für die Staaten der 1. Welt, einerseits behutsam und doch konsequent energisch riesigen fast nicht organisierten nicht medienmäßig oder infrastrukturell erreichbaren Menschenmassen zu verdeutlichen: die Welt, in die ihr hinwollt, funktioniert aber ganz anders, sie wird Euer Wertegefüge völlig zerstören, wisst Ihr überhaupt, worauf Ihr Euch einlasst.

Ich hab' auch keine Idee, wie das klappen könnte...
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  #2 (permalink)  
Alt 10.10.2006, 20:55
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Hi admin,
setz' das Thema mal um auf "off topic", weil's m.E. nicht direkt Teneriffa-bezogen ist, zumindest wenn's so benutzt wird, wie ich es eigentlich verstanden haben will...
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  #3 (permalink)  
Alt 10.10.2006, 21:02
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Das mit den 47 Tagen oder so wissen die im tiefsten Afrika schon laengst,es existiert sogar ein Film darueber wie es den Fluechtlingen hier geht, aber es laesst sie kalt.Gedreht und dokumentiert von einer Exfluechtling.
:-)
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  #4 (permalink)  
Alt 10.10.2006, 21:17
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Hi santana,
ich hab' extra ein neues Thema eröffnet, weil mich vor allem Ideen und Lösungsansätze interessieren. Alles andere kann ruhig in dem bisherigen Flüchtlings-Thema bleiben. Ich würd' mich wirklich sehr freuen, wenn's mal einen Platz gäbe nach dem Motto:
1. Beiträge vollständig lesen
2. darüber mehr als nur einige Sekunden nachdenken
3. eigene Meinung bilden und ausformulieren
4. selbige niederschreiben, möglichst ohne Verwendung von smileys

und jetzt war ich wahrscheinlich schon wieder nicht nett...




editiert von: sanmiguel, 10.10.2006, 22:20 Uhr [addsig]
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  #5 (permalink)  
Alt 11.10.2006, 00:02
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baluma befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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[quote=sanmiguel]
Meines Erachtens ist es unmöglich, Dutzende/Hunderte Millionen von Menschen ungeregelt nach Europa zu lassen, da Europa eh' völlig übervölkert ist, abgesehen von Mecklenburg-Vorpommern vielleicht...

Da sind aber viele Statistiker zusammen mit Wirtschaftsfachleuten anderer Meinung. Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die Geburtenraten in den sogenannten "1. Ländern" viel zu niedrig ist (Deutschland, Spanien, Italien usw.) und dass eine Zuwanderung auf jeden Fall erforderlich ist und sei es auch nur um die Wachstumsraten zu halten (natürlich könnte man hinterfragen, wohin soll das ganze noch wachsen? Was kommt nach dem Trend zum Dritt- oder Viert-Fernsehen, -Handy, Zweitwagen usw. usw.)

Und bezüglich Afrika: ich glaube, dass wir diesen Kontinent aus der Sicht eines Europäers gar nicht richtig begreifen können. Und überhaupt, wie soll man diesen Kontinent mit seiner enormen Größe, den vielen unterschiedlichen Ländern und Ethnien, denn unter einen Hut bekommen? Wenn ich so nachdenke, dann weiß ich so gut wie nichts darüber (und schon gar nicht aus eigener Anschauung), außer dass, was man in dem Medien so liest, hört und sieht. Und ob das ausreichend ist?

Außerdem sehe ich da ein Problem bei den Politikverantwortlichen, oder ist es nicht so, dass ein sehr großer Teil der (Entwicklungs-)Hilfe in deren eigener Tasche verschwindet? Gerade heute habe ich mich bei meiner Zeitungslektüre wieder gefragt, ob die von Spanien zugesagte millionenschwere "Versüßung" der Rückführung der Immigranten auch wirklich dazu führt, dass in den entsprechenden Ländern selbst etwas getan wird, oder ob das auf dem Foto lächelnde Staatsoberhaupt für seine Unterschrift ein paar Millionen "abzweigt"?

Hilfe zur Selbsthilfe: dieses Motto finde ich am Besten. Allerdings ist es meines Erachtens dafür unbedingt erforderlich, dass man sich sehr gut auskennt an dem entsprechenden Ort und eine Lösung, die für Ort X gilt muss nicht zwingend für Ort Y gut sein. Das wiederum ist sicherlich eine Herkulesaufgabe und wie soll man die angehen?

Ich kann es drehen und wenden wie ich will, irgendwie bleibt ein ohnmächtiges Gefühl zurück. Kinderpatenschaften über eine seriöse Stiftung, das sagt mir noch am meisten zu.
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  #6 (permalink)  
Alt 11.10.2006, 22:58
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santana ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
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ACH krebserl ich weiss doch das Du nicht nett bist,ist das Los der Krebse.
Aussenminister Miguel Ángel Moratinos konnte am 9. Oktober die erste "globale Vereinbarung" in Sachen illegale Immigration mit zwei afrikanischen Laendern unterzeichnen.
Zwar gehoert Guinea-Conakry und Gambia nicht zu den Laendern aus denen die meisten Fluechtlingen stammen,die die kanarische Kueste erreichen,dennoch wertete die spanische Regiung das Abkommen als einen ersten wichtigen Erfolg.
Das Abkommen,das erstmalig Entwicklungshilfe an Vereinbarungen im Zusammenhang mit illegaler Immigration knuepft,sieht unter anderem vor,das Guinea-Conakry die etwa 156 illegalen Immigranten und Gambia die rund 500 Fluechtlinge wieder aufnehmen,die sich derzeit in kanarischen Auffanglagern befinden.Im Gegenzug erhalten sie von Spanien je 5 Millionen Euro.
Diese Vereinbarung soll vorraussichtlich in etwas 90 Tagen in Kraft treten.Es wurde jedoch ausgemacht das die Indentifizierung der beiden Laender so schnell wie moeglich beginnt.
Dadurch soll verhindert werden ,das die gesetzlichen festgelegten 40 Tage ablaufen,die illegale Imigranten in den Auffanglagern festhalten werden duerfen,und diese freigelassen werden muessen,ohne das ein Abschiebungsverfahren gegen sie eingeleitet werden konnte.
Moratinos der am Tag darauf in den Senegal reiste,zeigt sich aeusserst optimistisch das er in absehbarer Zeit mit der dortigen Regierung eine aehnliche Vereinbahrung treffen koennte.
angesichts der Tatsache das 3477 illegalen Immigranten auf den Kanaren aus dem Senegal stammen,ein fuer Spanien vorrangiges Ziel.
So Sanmigel und sas ist fuer Dich :-)



editiert von: santana, 12.10.2006, 00:11 Uhr [addsig]
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  #7 (permalink)  
Alt 17.10.2006, 22:23
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Hi baluma,
erst mal Verzeihung für die Verspätung in der Antwort, aber z.Zt. bin ich ein biß'l viel im Flieger.
Die Volkswirtschaftler aller europäischen Kernländer zumindest möchten mehr Menschen im Land - das ist schon richtig. Aber nicht, weil sie höhere Bevölkerungsdichten in der Estremadura oder MeckPomm per se für toll halten, sondern weil die Staaten mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Finanzierer der sozialen Sicherungssysteme also...) brauchen, nicht etwa Leistungsbezieher oder Neutrale. In Spanien sehen manche Unternehmerkreise die boat people gar nicht so ungern, da sie in ihnen bestimmt zu Recht ein Potential billigster Arbeitskräfte für Anlern- und Hilfstätigkeiten sehen - natürlich nur so lange, als man nicht in eben diese Personen Qualifikations- und Integrationsmaßnahmen erfolgreich implantiert.

Mit Deiner Einschätzung bzgl. Entwicklungshilfe hast Du bestimmt Recht, sie hilft nur der Entwicklung höchstpersönlichen Wohlstandes bei den Mitgliedern der jeweiligen Nomenklatura.

Ich hab' in den vergangenen Wochen viel nachgedacht über optimale Hilfsmaßnahmen. Mir geht's nämlich ziemlich auf den Senkel, daß ca. 100 post's hier sagen: "man" oder "die Regierung" oder "xy" müsste etwas tun. Tja, schlau. Und Du? Und ich? Haben wir unserer sozialen Verantwortung damit Genüge geleistet, so was zu schreiben?

Du hältst Kinderpatenschaften über seriöse Organisationen für zweck-mäßig, ich hab' schon mal (und nochmal) eine Aktion zugunsten der Erblindungs-Prävention bei Jugendlichen ins Spiel gebracht - beides sinnvoll. Schulen bauen wäre auch ein sehr wirksamer Ansatzpunkt, vor allem erreicht man damit jeweils tausende von Jugendlichen.

Aber wir müssen jetzt wirklich was tun, nicht nur schreiben, daß was getan werden müsste. Ich hab' schon einiges an Fakten und Faktenwissen zusammengetragen, will da aber Schritt für Schritt vorgehen. Für meine Projektidee braucht's ein Sprachrohr (Medienkonzern megawelle & co. z.B.), und es braucht auch einige "Aktivisten", die klar definierte Teil-Aufgaben mittel- bis längerfristig übernehmen und durchhalten können. Ist jetzt alles ein bißl kryptisch, aber ich brauch' noch ein paar Tage - wer Interesse hat, effektiv an einer Afrika-Jugendhilfe mit zu arbeiten, sollte mir bitte eine pm schreiben.



editiert von: sanmiguel, 17.10.2006, 23:27 Uhr [addsig]
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  #8 (permalink)  
Alt 18.10.2006, 23:22
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SanMiguel, warum denn neue Initiativen gründen?
Es gibt schon welche, hochintereessante dazu noch.
Wenn Du Interesse hast, sage/schreibe ich mehr dazu.

Ansonsten muß ich sagen, daß ich jeden Diskutanten hier sehr gut verstehe.
Ich selbst habe zu diesem Thema schon so viel gesagt, geschrieben und publiziert, daß es jetzt jeden Rahmen sprengen würde, wieder damit anzufangen ...

.
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  #9 (permalink)  
Alt 26.10.2006, 15:33
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Ich hab' meine Anregungen aus meinem Beitrag vom 17.10. hier in diesem Thema nicht ad acta gelegt, sondern es geht voran. In den nächsten Tagen wird die Abdeckplane weggezogen von einem dann schon konkreten Projekt, das allerdings nicht von mir (bin da viel zu klein und scheu), sondern von einem vielseitigen Medienkonzern auf TF getragen werden wird. Ein klein bißchen Geduld noch - Ihr könnt ja schon mal Geld sammeln gehen im Bekanntenkreis...
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