Man denkt sich was und dann ist es in Wirklichkeit ganz anders......
Wie sage ich es nur dem Deutschen?
Das geht einem mit der spanischen Sprache häufig so.
Deutsche übersetzen etwas, schütteln den Kopf und können es dann nicht fassen, wenn sich Spanier gar nichts daraus machen.
Ja, ist denn das die spanische Umgangssprache?
Wer hat das denn erfunden?
Jedenfalls nicht die Schweizer!
Die Spanier sagen dann immer, man muss es unseren
"Cabezas Cuadradas", bitte mal übersetzen, einfach erklären, dann vergessen sie es nie mehr, denn sie sind sehr gelehrig, sogar die Älteren.
Ich bin ja mehr so der "
Ballschädel", gerade auch während der EM.
Stefanie Müller von
Madrid für Deutche bringt es auf den Punkt.
Zitat:
Ja und dann gibt es da noch den tío, den Onkel. Ich dachte am Anfang, dass dieser in Spanien eine sehr wichtige Rolle spielt. Denn im täglichen Sprachgebrauch taucht er immer wieder auf. Meine Schwägerin ist eine der Spanierinnen, die in einem Satz mindestens drei Mal "tío" sagt. Erst vor rund zwei Jahren wurde mir bewußt, dass das nichts mit ihrer guten Beziehung zu ihrem Onkel zu tun hat, sondern sie einfach eine schludrige Sprache pflegt. Denn tío bedeutet so viel wie Mensch, ich sag Dir oder "dieser verdammte Typ". Ach ja und dann gibt es da noch cariño, übersetzt bedeutet das soviel wie meine Liebste oder Liebster. In Spanien nennen einen auch völlig Unbekannte so, selbst am Telefon ist man cariño hin und cariño her. Höfliche und herzliche Menschen diese Spanier, dachte ich am Anfang. Bis ich merkte, dass dieses Gesäusel in Wirklichkeit oft überheblich gemeint ist. So nach dem Motto: Liebchen, Du weißt doch gar nichts.
Ganz vorsichtig muss man bei Redewendungen sein, die mit der "madre", der Mutter, zu tun haben. Ich dachte anfänglich, warum reden die Spanier immer von meiner Mutter, beschimpfen sie sogar, sie kennen sie doch gar nicht. Ich möchte hier gar nicht die zahlreichen mütterlichen Beleidigungen aufzählen. Aber eine Redewendung sollte man wirklich nicht so schwer nehmen: "hijo de puta" - Hurensohn. Das ist fast jeder irgendwann mal.
Verwirrend ist allerdings der Ausdruck de puta madre. Es hat mich anfänglich immer erschreckt, wenn das jemand sagte. Ich dachte, es sei ebenfalls eine üble Beschimpfung. Irgendwie passte aber der Gesichtsausdruck derjenigen, die sie aussprachen, nie dazu. Erst später erfuhr ich, "de puta madre" bedeutet nicht wie von mir gedacht "von einer Hurenmutter", sondern: Mann, das ist echt geil. Sprachlich kann man also in Spanien ganz schön ausrutschen, wenn man keine einheimischen Freunde hat, die einen aufklären... |
Tío, tío, tío, kann ich da nur sagen.
Interessant wäre ja, wenn man jetzt mal die deutsche Sprache, bekanntlich schwere Sprache, auf solche Dinge untersucht.
"Ja, leckts mi!"
In diesem Sinne
"de puta madre"
Morta