Im Zusammenhang mit gefährlichen Kabelbränden in öffentlichen Stromleitungen auf der Insel La Gomera hat der Präsident der Inselregierung, Casimiro Curbelo, gestern seine Forderungen an den Stromversorger Unelco bekräftigt. In einer Versammlung mit allen Bürgermeistern der Insel sagte Curbelo, er verlange, dass der Stromversorger umgehend handele und endlich die notwendigen Investitionen vornehme. Der bisherige Zustand der Stromleitungen stelle aufgrund der nur notdürftigen Instandhaltung ein permanentes Risiko für die Insel dar. Seit dem letzten Sommer habe es bereits sechs durch Kabelschäden verursachte Brände gegeben. Unelco solle die Verantwortung übernehmen und umgehend mit den lokalen Behörden die notwendigen Arbeiten vereinbaren. Weiter erklärte der Inselpräsident, dass bereits eine Konferenz der kanarischen Ineslregierungen geplant sei, auf der konkrete Forderungen an den Stromversorger und klare Richtlinien festgelegt werden sollen. Lanfristig müssten alle alten Leitungen ersetzt werden.Der letzte durch ein defektes Überlandkabel verursachte Brand auf La Gomera hat vergangenen Montag stattgefunden. Dabei wurden die Löscharbeiten durch Sturmböen erschwert, die das Feuer immer wieder entfachten. 100 Menschen waren evakuiert worden, rund 35.000 Quadratmeter Palmenwald zerstört. Auch der Garajonay Nationalpark war laut Curbelo durch das Feuer in Gefahr geraten.
In einer Pressekonferenz hat Casimiro Curbelo, der Inselpräsident von La Gomera, erklärt, die Brände seien durch schlecht isolierte Stromkabel verursacht worden.
Nicht isolierte Kabel dehnen sich bei großer Hitze aus und können bei starken Windböen aneinandergeraten, was regelmäßig einen erheblichen Funkenflug verursacht.
Es ist ungalublich, dass die Behörden nach den Erfahrungen der Vergangenheit nicht tätig geworden sind. Insoweit sehe ich auch ein pflichtwidriges Unterlassen der Inselregierung.
Leider haben starke Böen im Gebiet Las Rosas, La Palmita und Aceviños dem Feuer wieder mehr Nahrung gegeben.
Offensichtlich funktionieren aber wenigstens die Telefone wieder, wie ich gerade feststellen konnte.
Nach über 30 Stunden ohne Telefon, Handy und Internet, scheint alles wieder einigermassen zu funktionieren. Über 1000 Bewohner mussten gestern im Norden La Gomeras evakuiert werden, heute konnten die Bewohner wieder in ihre Häuser zurück, ausser in Las Rosas, Aceviños, Barranco de Liria und La Palmita.
In Vallehermoso und Hermigua waren die Feuer unter Kontrolle, jedoch kann jederzeit wieder etwas aufflammen.
Mittlerweile arbeiten 5 Hubschrauber und zwei Flugzeuge, für morgen werden weitere Hubschrauber vom Festland erwartet.
In Vallehermoso ist vor knapp einer halben Stunde wieder ein Feuer ausgebrochen, am bedrohlichsten ist jedoch eine Front direkt an der Grenze zum Parque Nacional Garajonay in Aceviños und Las Rosas. Dort kann nur mit Hubschraubern und Flugzeugen gelöscht werden, da das Gelände sehr abrupt und unzugänglich für das Bodenpersonal der Feuerwehr ist. Der ständig wechselnde Wind und die sehr hohen Temperaturen erschweren zusätzlich die Löscharbeiten.
Das Feuer in Vallehermoso enstand durch Funken bei Unelco-Kablen, der Auslöser des Feuer in Hermigua ist noch ungeklärt.
Insgesamt sind bereits über 700 Hektar vernichtet.
Der Parque nacional del Garajonay ist bis auf weiteres für Wanderer und Besucher gesperrt.
Ständig aktuelle Informationen gibt es hier:
Der Präsident des Cabildos, Casimiro Curbelo, hat für Dienstag eine
außerordentliche Sitzung einberufen, bei der es um Verbesserung der
Brandprävention geht.
Ein drittes Löschflugzeug wurde angefordert und müsste in Kürze eintreffen.
Zwei Flugzeuge sind bereits an den Löscharbeiten beteiligt.
128 Militärs einer Spezialeinheit bekämpfen bereits das Feuer.
Die Löscharbeiten der 4 Hubschrauber konzentrieren sich z.Zt auf
„El Ancón de Liria“ und „Pista del Cura“ in Hermigua.
In Vallehermoso stabilisiert sich die Situation, an einigen Stellen gibt
es noch Glut.
Im Barranco von Hermigua ist das Feuer weiterhin aktiv.
Der Haupt- Brandherd liegt in Aceviños
Mittlerweile sind 700 Hektar Land betroffen
Mir scheint vor Beginn der Sommersaison besonders wichtig zu sein, geeignete Präventivmaßnahmen zu treffen.
Jeder Meteorologe wird bestätigen, dass die sog. Calima-Wetterlagen zunehmen werden.
Mit anderen Worten: Es wird "furztrocken" in den Biosphärenreservaten und UNESCO Wellnaturerbe Areas.
Langsam wird es Zeit, dass man z.B. die "Zeitbomben" der UNELCO entschärft, sonst haben wir diese Szenarios bald noch häufiger.
Was dieses Unternehmen da macht, muss man schon unter dem Gesichtspunkt der fahrlässigen Brandstiftung prüfen.
Herr Curbelo hat seit Januar, da war der letzte eindeutig durch Funkenflug bei Stromkabeln verursachte Brand, übrigens nichts getan.
Im Gesamtzusammenhang muss auch über Betretungsverbote und Beschränkungen des Tourismus´ nachgedacht werden, wenn derartige Wetterlagen vorliegen. Statistisch erwiesen entstehen die meisten Brände übrigens durch menschliche Fahrlässigkeit oder gar Vorsatz.
Ernster kann die Lage für ein Weltnaturerbe nicht sein.
Besonders stark sind die Feuer in der Gegend von Los Aceviños, wo die Brandbekämpfung durch die Topographie erschwert wird. Wer schon mal dort war, der weiss, wie nahe das am Herz des Nationalparkes liegt und wie groß die Gefahr des Funkenflugs bei starkem Wind jetzt geworden ist.
Es ist eine dramatische Gefährdungslage entstanden.
Die Talsperre in Ancón de Liria ist durch Steinschlag beschädigt worden. Das Wasser läuft derzeit aus, was sich im Verlauf des Jahres als sehr nachteilig für die Landwirtschaft erweisen wird.
Offenbar sind bisher keine Personenschäden zu beklagen.
Ich wundere mich über die vielen Bilder, die derzeit im Netz kursieren.
Viele davon sind von Gästen gemacht, die dem Reiz der Feuersbrunst unterlegen sind und aus der Sicht des Gaffers knipsen.
Die Behörden appellieren dringend an alle Gäste, die betroffenen Gebiete zu meiden.
Laut Gomeranoticias konnte das Feuer an der Grenze zum Parque Nacional del Garajonay aufgehalten werden.
Gegen 2.ººUhr morgens war es sehr kompliziert, da der Wind wieder auffrischte. Teilweise mussten die Feuerwehrmänner die Arbeit einstellen, trotz allem konnte das Feuer aufgehalten werden. Mit Sonnenaufgang beginnen die Flugzeuge und Hubschrauber ihre Arbeit.
In Vallehermoso ist auch noch ein Feuer aktiv.
Sondernachrichten gibt es gleich um 8.ºº Uhr.
Im Valle Gran Rey hat es sehr gestürmt heute nacht bei 28º C.
Die Polizei hat gestern einen 53 jährigen Mann festgenommen unter dem Verdacht eins der Feuer ausgelöst zu haben. Laut Polizeiaussagen war es nicht vorsätzlich, aber bei dieser Wetterlage hat er Gestrüpp verbrannt auf seiner Finca in Ibo Alfaro in Hermigua.