Störche sind auf der Wanderschaft. Heute ca. 14:40h GMT hielt sich ein Schwarm von exakt 47 Weißstörchen über Teneriffa auf. Führt ihr Weg regelmäßig über die Insel oder haben die sich verirrt?
Leider hatte ich meine Kamera mit dem langen Zoom nicht zur Hand.
(Klick auf Bild für vergrößerte Darstellung)
Normalerweise ziehen die aus Nordwestafrika kommenden Schwärme über die Engstelle Gibraltar nach Spanien, Frankreich und die Benelux-Länder. Es ist das erste Mal, dass ich Weißstörche hier in freier Wildbahn beobachten konnte. Sollte ich nur einem „Betriebsausflug“ der Tiere aus einem der Parks aufgesessen sein? Allerdings erscheint mir der Schwarm etwas zu groß dafür.
@pensador - ich habe neulich was darüber gelesen, daß sich das Magnetfeld der Erde am Verschieben ist und die magnetischen Pole seien sehr am Wandern .Das Magnetfeld soll sich angeblich - nagle mich nicht fest ich müsste erst nochmals genau nachschauen- alle (18 ?) tausend Jahre umpolen und das sei momentan überfällig. Dadurch würden natürlich auch die Vogelschwärme von ihren Zugbahnen abkommen.
Je mehr ich google, desto mehr komme ich zu der Überzeugung, dass es - wie schon angedeutet - ein Vogeltrupp ist, der hier auf der Insel lebt oder es sich tatsächlich um eine Anomalie handelt. Falls der Trupp auf Teneriffa lebt, wo könnte das sein? Ich kann mir keinen Lebensraum für einen solch starken Trupp vorstellen, weder im Süden (Las Agilas etc.), noch im Norden (Loro Parque etc.).
Hier ist eine gut verständliche Darstellung des Storchenzugs. Danach dürften sie normalerweise nicht aus Westafrika kommen, da die Passage über den Atlantik zu kräftezehrend wäre.
Ich hoffe in Bälde weitere Information dazu zu erhalten und werde sie hier widergeben.
Oft ist eine Grundrichtung für den Zug genetisch vorgegeben, die mit wachsender Zugerfahrung durch Lernen präzisiert wird. Vögeln stehen mehrere Hilfsmittel für die Orientierung zur Verfügung. Sie besitzen eine biologische Uhr für die Tageszeit, mit deren Hilfe sie den Sonnenstand als Sonnenkompass verwenden können. Sicher ist, dass Vögel einen magnetischen Sinn besitzen, mit dem sie das Magnetfeld der Erde wahrnehmen können.
Auch nach Erdmagnetfeld – Wikipedia gibt es Anzeichen, die aber m. E. nicht die Erklärung für EINEN Weißstorchtrupp auf Teneriffa liefern.
__________________ Pensador_XL
Geändert von Pensador_XL (29.03.2008 um 11:12 Uhr).
Wo du Recht hast,hast du Recht - wäre echt merkwürdig: ein einziger "fehlmagnetisierter" Schwarm .
Vielleicht klärt sich das Rätsel noch....................
im Jungle Park ( las Aguilas de Teide ) habe ich im April 07 einen ganzen Schwarm Störche erlebt. Ich schätze so um die 20 ( ohne Gewähr ). Habe leider vom Schwarm kein Foto, nur einen kleinen Ausschnitt.
Die wurden zum Ende der Adlershow freigelassen und flogen kreuz und quer durch die Zuschauer, dann ab in die "Prärie" und sammelten sich so 10 Minuten später wieder im Park. Vor 4 Wochen war ich auch dort, da hatte ich nur ein paar vereinzelte Exemplare entdeckt. Über Adeje sind auch ab und zu zwei große Adler hoch in den Wolken zu entdecken. Das sind auch welche aus dem Park, die kehren aber immer wieder zurück.
Ich versprach, bei neuen Erkenntnissen hier zu posten, daher nachfolgend die Aussagen von beiden Organisationen:
Zitat:
Zitat von LVB
... herzlichen Dank für diese außergewöhnliche Meldung! Teneriffa liegt tatsächlich abseits der Winterquartiere und entsprechend auch abseits der Zugrouten. Die in der westlichen Sahara überwinternden Störche ziehen über Marokko in Richtung Gibraltar. Es kann allerdings immer wieder passieren, dass einzelne Tiere oder Trupps z.B. bei größeren Stürmen verblasen werden, dies ist die einzige Erklärungsmöglichkeit, die mir im Moment einfällt. Dass die Tiere sich hochkreisen, lässt hoffen, dass sie eine Chance sehen, das Festland und die normale Zugroute wieder zu erreichen, man kann nur hoffen, dass sie die Distanz überwinden können, 100 km über Wasser ist noch machbar, wenn die Termik (sie) eine große Höhe erreichen lässt. Es gibt einige Störche, die über Italien nach Tunesien fliegen (170km), aber dort kann auch öfters beobachtet werden, dass einzelne Tiere z.T. nur noch wenige Meter vor dem rettenden Ufer ins Meer stürzen, weil die Kraft zum anstrengenden Ruderflug nicht mehr ausgereicht hat...
Zitat:
Zitat von NABU
... vielen Dank für Ihre Nachricht an den NABU-Bundesverband.
Uns war bisher nicht bekannt, dass auf den Kanaren Weißstörche als Brutvögel auftauchen. Typische Bruthabitate sind in der gemäßigten Zone Feuchtwiesen, in subtropischen Gebieten aber auch Savannenlandschaften.
Das Auftreten der Störche kann durchaus mit einer Verdriftung zusammenhängen. Störche sind Segelflieger und eine Zugroute verläuft nahe der westlichen Afrikaküste. Bei starkem Ostwind wäre eine Verdriftung daher denkbar.