Wilder, hemmungsloser Sex Mir viel beim Thema "Paarung der Hunderfüßler" zwar recht schnell eine Abhandlung ein, die das Liebesleben solcher Tierchen in sehr humorvoller Form beschreibt und bebildert. Doch wollte ich nicht einfach kopieren, sondern habe aus Fairness um Erlaubnis gefragt. Heute traf die Erlaubnis, angereichert mit dem Text ein. Ich hoffe, es macht Euch auch jetzt noch soviel Spass, wie mir, auch wenn das Thema "schon lange durch" ist. Ja, ja, die schnelllebige Zeit. Die Überschrift habe ich der des Autor entnommen. Es lohnt sich zum Lachmuskeltraining ab und an auf die Website des Autors zu schauen: Aktuelles aus La Palma Es gibt täglich Neues. Unter Kalenderblatt können die Glossen und Anekdoten aufgeblättert werden. Der nachfolgende Beitrag wurde am 19.11.07 verfasst. Wer an der Quelle nachlesen möcht, muss das Kalenderblatt 11/07 öffnen. Zitat: Wilder, hemmungsloser Sex bei Krabbeltieren
Mal sehen, auf welchem Index nun diese Webseite landet, oder welche neuen Zugriffe wir haben… Der erwartete Regen ist gekommen und mit ihm wieder unsere kleinen possierlichen Begleiter, die Tausendfüßer. Nicht in solchen Massen wir schon mal vor drei Jahren, als wir mit dem Besen die Wände abkehren mussten, aber immerhin, man bringt sich seitens der Schnurfüßer mal wieder in Erinnerung. - Seit Jahren beobachte ich nun schon diese Marathon-Tiere und bin immer wieder aufs Neue fasziniert, was diese, scheinbar so unnützen Geschöpfe, so alles drauf haben. - Da ist einmal ihre Überlebensstrategie, die ganz einfach heißt, wenn es warm und trocken ist, dann ab in die Erde und warten bis wieder tausendfüßergerechte Umweltbedingungen herrschen: feucht und nicht zu kalt. - Das können diese Tiere auch mal Jahre aushalten, wie man aus Untersuchungen in Australien festgestellt hat, kommt dann aber wieder Regen, dann entsteigen die Tierchen in Massen dem Erdreich und tun das, wozu wohl alles Leben auf dieser Erde oberflächlich orientiert ist: Fressen und sich Vermehren. - Da die Tausendfüßer keine Zähne haben, gestaltet sich das Fressen eher zu einem Lutschen und Saugen (der Bayer in mir spricht dann immer von "zuzln") und es muss weiche Nahrung sein, feste Körper können nicht aufgenommen werden.
Weiches Obst, am besten schon im breiigen Zustand ist ideal, es kann aber auch Aas sein. Neulich erwischte ich ein Rudel dieser Diplopoden beim Festmahl in einem bereits ziemlich leer gelutschen Mäusekörper, den Paul (unser Kater)wohl nach erfolgreicher Jagd zurückgelassen hat. - War mir neu, dass die auch tierische Nahrung zu sich nehmen, aber nachdem ich gesehen habe, dass die sich an auch bereits durchgekauten Kaugummis laben, muss man diesen Zeitgenossen wohl kulinarischen so einiges zutrauen. - Wär´ ja mal was für das Promidinner…
Was man aber wohl noch nicht so richtig weiß, das ist das mit der Fortpflanzung. - Dabei haben die Tiere aber ein ausgeklügeltes Überlebenspaket mitbekommen, welches unsereins vor Neid ja schier erblassen lässt. - Falls keine Partner vorhanden sind, legen die Weibchen einfach mal so aus Verdacht Eier ab und sollte dann, rein zufällig, weil er gerade nichts anderes vor hatte, ein männliches Tier über die Eier stolpern, dann werden diese eben flugs besamt. - Gar nicht auszudenken, was solche Möglichkeiten in die Humanwelt transferiert bedeuten würden und ganz sicher hat Boris Becker da heißes Interesse daran, das könnte der Besenkammergeschichte ein komplett neue Wendung verleihen. - Sind aber genügend begattungswillige Exemplare vorhanden, dann können die auch richtigen Sex machen, so mit allem Drum und Dran. - Fragen Sie mich jetzt bitte nicht, was so "mit allem Drum und Dran" im Detail gemeint ist, sonst erzähle ich das später Ihrem Partner… - Nun habe ich endlich auch den photographischen Beweis dafür und das sind sicherlich ganz rare Aufnahmen, nicht jedem ist es vergönnt, dem Diplopoda Julidea ommatoiulus moreletii beim Kopulieren zuzusehen. - Das ist recht wild zur Sache gegangen, mal lag er oben, mal sie, wobei ich ganz ehrlich nicht genau weiß, wer denn nun "er"
und wer "sie" war. - Aber immerhin, der (die) kleinere der Beiden schien der
(die) deutlich aktivere zu sein und weil ich nun ganz geschickt die Chauvikasse umschiffen will, nahm ich an, das sei das Weibchen. - Danach zog man sich übrigens wieder zurück, keine Zigarette und beide taten das, was Tausendfüßer am besten können, sie liefen davon. - Weiter konnte ich nicht beobachten, der nächste Schauer trieb mich zurück unter die schützende Pergola, zu gerne hätte ich dem Weibchen noch beim Nestbau und der Eiablage zugesehen. - Was, die bauen keine Nester und legen ihre Eier einfach unbeobachtbar in die Erde? - Ein anderes Mal werden mir da auch noch spektakuläre Aufnahmen gelingen, was ein echter Tausendfüßer-Spanner ist, der bekommt das auch noch raus.  | |