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Alt 17.01.2008, 21:26
Benutzerbild von Patrick
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Patrick befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Spanien - Plastiktüten bis 2010 verboten

Spanien will den Verbrauch von Plastiktüten extrem einschränken. Das berichtet die Zeitung "El Pais". Das Madrider Umweltministerium will demnach den Gebrauch in zwei Jahren bis auf die Hälfte senken. 2010 sollen biologisch nicht abbaubare Plastiktüten ganz verboten werden. 10,5 Milliarden werden jährlich ausgegeben, das sind 250 Stück pro Einwohner. Davon werden aber nur zehn Prozent in Recycling-Anlagen wieder aufbereitet. Die meisten landen auf Müllhalden, im Meer oder in der Natur.

Da bin ich aber gespannt ob die Spanier/innen dann mit Jutebeutel zum Einkaufen gehen.Sicherlich ein grosses Problem aber wie sieht es da mit der Umsetzung aus.
Wenn wir einkaufen gehen haben wir eigendlich immer ein Korb dabei aber das war immer die große Ausnahme da habe uns die Spanier/innen immer verwundert angesehen selbst die Kassiereinnen.



Noch mehr dazu....

Geht es nach dem Willen der Regierung, dann soll in Spanien der Kampf gegen die Flut an Plastiktüten aufgenommen werden Bei jedem Einkauf erhält man fast unbegrenzt Tüten, um seine Einkäufe nach Hause tragen zu können. Die Verwendung von Taschen oder Körben ist in diesem Lande eher ungewöhnlich. So kommen in jedem Jahr 10,5 Milliarden Plastiktüten auf dem Markt, das entspricht 238 Stück pro Einwohner. Besonders problematisch ist, dass die Plastiktüten nicht wieder verwertet werden, nur zehn Prozent landen am Ende ihres kurzen Lebens im gelben Container, wo sie der Wiederverwertung zugeführt werden können. Der Rest landet im Idealfall im Müllschlucker, aber viele verirren sich aber auch in die freie Natur und, besonders schlimm, ins Meer, wo sie am Tod zahlreicher Meeresbewohner, wie der Schildkröten, schuld werden. Landen sie hingegen nur im freien Feld, dauhert es ein Jahrhundert, bis sie endlich verrotten. Der andere Umweltaspekt ist die CO2 Belastung, denn bei der Herstellung eines jeden Plastikbeutel fallen vier Gramm CO2 an, in der Summe 441.000 Tonnen, 0,1 Prozent des spanischen CO2 Ausstoßes überhaupt.
Das Umweltministerium in Madrid will nun den Gebrauch von Plastiktüten in den nächsten zwei Jahren um die Hälfte senken. Ab 2010 sollen dann biologisch nicht abbaubare Einwegplastiktüten in Spanien verboten werden. Die Unternehmen schießen bereits zurück und drohen mit der Entlassung von 3000 Arbeitskräften, sollten diese Pläne in die Realität umgesetzt werden. Und weisen darauf hin, eine Alternative, bei der der Rohstoff aus Kartoffeln gewonnen werden könnte, würde zu einer Verteuerung des Lebensmittels in Spanien führen. Umweltschützern in Spanien hingegen geht der Vorstoß der Regierung nicht weit genug, sie würden am liebsten sofort den Gebrauch und natürlich auch die Herstellung von Plastiktüten verbieten. Schließlich könnte sich die Bevölkerung innerhalb von kürzester Zeit umstellen und von den kostenlosen Plastiktüten auf wieder verwendbare Tragetaschen oder Körbe umstellen. Ein Vorlauf von zwei Jahren sei daher nicht möglich.
Es ist nicht das erste Mal, dass die spanische Regierung auf das Plastiktütenproblem eingeht. Im Juni 2006 gab es eine Vereinbarung zwischen Handel und dem Umweltministerium, um den Gebrauch der Supermarktplastikbeutel zu verringern. Allerdings ohne großen Erfolg. Zwar führte die Supermarktkette Alcampo in der Folge eine grüne Kiste an, aber viel mehr geschah in Spanien nicht.



238 Stück pro Einwohner?250 Stück? beide Zahlen sind seit Jahren zu hoch.

Die Unternehmen schießen bereits zurück und drohen mit der Entlassung von 3000 Arbeitskräften?Es leidet wieder der kleine Mann und kann sich nicht wehren statt sich Gedanken über das Problem zumachen Nein warum auch........!



Saludos Patrick
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Alt 17.01.2008, 22:34
Benutzerbild von sanmiguel
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sanmiguel befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Die Rituale sind doch immer die selben: kaum kommt irgendeine Idee, die die Industrie nicht in den selbst gewählten Bahnen verharren lässt, wird von ihrer Seite gedroht: "wir müssen 3.000 Arbeitskräfte entlassen" - was denn, in ganz Spanien, bei ca. 20 Mio "Werktätigen"? Entlässt dann jeder Supermarkt 0,06 Kassiererinnen? In der hierbei klar erkennbaren billigen Stammtisch-Parolen-Einschüchterungsstrategie ist die spanische Industrie nicht alleine, auch die deutsche Autoindustrie entblödete sich nicht, damals bei der von D als Spitzenreiter voran getriebenen Katalysator-Einführung den endgültigen Niedergang der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Autobauer zu beschwören (heute übrigens mit nahezu derselben Wortwahl die Risiken, die durch die Einführung einer allgemeinen Höchstgeschwindigkeit auf ein paar km noch freier dt. Autobahnen entstehen würden...). Peinlich vordergründig und durchschaubar sind alle diese vorgeschobenen Argumente.
Trotzdem glaube ich nicht, aus gehabter Erfahrung, daß die wählerstimmen-heischende Sprechblasen-Politik Spaniens tatsächlich so umgesetzt wird. Zu tief ist die Plastiktüten-Kultur verwurzelt. Vor ein paar Tagen hatte ich z.B. im AlCampo einen 5l-Kanister Motoröl (mit höchst ergonomischen Handgriff) gekauft. Was macht die dumme Nuss an der Kasse (ich hab' den Begriff jetzt nach einigem Zögern doch verwendet)? Sie tütet diesen Kanister in ein dünnes Plastiktütchen ein, das bei Verwendung innerhalb von 5 sec. gerissen wäre - aber der Automatismus der völlig gedankenlosen Plastiktüten-Ausgabe ist bei kanarischen Supermarkt-Kassiererinnen wohl schon genetisch verankert...
Es würde, wenn überhaupt und wie überall, nur über Geld funktionieren - innerhalb weniger Wochen: lass' jede Plastiktüte 50 Cent kosten und in Kürze ist der Spuk vorbei - selbst der klassisch entscheidungsträge Canario brächte eine robuste Einkaufstasche in den Supermarkt mit...
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  #3 (permalink)  
Alt 18.01.2008, 16:06
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Patrick befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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aber so wird es nicht kommen da werden die Spanier/innen sich gegen wehren wenn sie für ihre geliebten Plastiktüten Geld bezahlen sollen.Sicherlich wäre es Richtig dafür Geld zu nehmen aber sie wollen sie ja ganz abschaffen was wiederum nicht klappen wird.


Wenn du aus einem Supermarkt nicht mit mindestens 10 Tüten rauskommst, hast du auch nicht eingekauft.Die schmeissen dir die Plastiktüten nach wie sonst was. Die fragen auch gar nicht mehr oder so, du brauchst dir nur eine Kaugummipackung kaufen und kriegst eine Tüte dazu.Auch beim Bäcker, beim Obstverkäufer und sowieso überall gibt es nur Plastiktüten.

Das gewöhne mal einen Spanier ab.............

Saludos Patrick
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  #4 (permalink)  
Alt 18.01.2008, 17:44
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squiffy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Ja aber...sollten die Spanier doch einmal anfangen, nur mit Stofftaschen, Rucksäcken, Körben etc einzukaufen...

Was würde dann aus den jungen Verkäuferinnen an der Kassentheke werden, deren einzige Beschäftigung bis dato war, einer Schlange von ankommenden Kundinnen deren Handtasche wegzunehmen und brav einzusperren, und dann einer anderen Schlange diese wieder auszuhändigen?

Worin könnten dann diese freundlichen seguridad-Leute ihre Macht beweisen, wenn sie Leute wie mich nach dem Eingang nicht mehr zurückpfeifen können, um mir meine Handtasche kunstvoll in Plastikfolie zu verpacken ("ves, te dejé las asas fuera para que puedas llevarlo cómodamente"), währendessen andere Leue in weiten Blousons und Cargohosen ungehindert durch die Sperre gehen?

Würden diese hypermodernen Einschweissapparate und knacksicheren Schliesskästen auch richtig recycelt werden?

Man sieht, diese Entscheidung hätte weitreichendere Folgen als man denkt!
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  #5 (permalink)  
Alt 18.01.2008, 23:17
Benutzerbild von sanmiguel
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Ort: Ayto Adeje
Beiträge: 1,585
sanmiguel befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Wenn's keine komplizierteren Probleme gibt? Alle mit der Verbannung der Plastiktütenflut verbundenen logistischen Fragen lassen sich einfach lösen, beispielsweise durch
1. Jeder Kunde muß einmal eine stabile, notfalls auch 20 kg aushaltende Einkaufstasche kaufen (siehe caja verde im AlCampo). Jede Supermarkt-Kette hat ihre eigenen, das ist gleichzeitig auch ein Element der Kundenbindung.
2. Keiner hat was gesagt, daß man immer exakt die selbe (eigene?) Einkaufstasche wieder nach Hause tragen muss, nur eben eine identische...
3. Beim nächsten und allen weiteren Besuchen bring' ich meine leere Tasche mit, werf' sie in einen Automaten, der mir dafür einen chip ausspuckt.
4. An der Kasse, noch während die Kassiererin meine Sachen über den scanner schiebt, werf' ich meinen chip in den Automaten direkt im Warenablauf der Kasse und derselbe spuckt mir wieder eine (meine?) Einkaufstüte aus - in die ich sofort und ohne jedes Schlangestehen meinen Einkauf verpacken kann.
5. Die Kassentechnik-Branche wird's mit tausenden neuer Arbeitsplätze für die Nachrüstung der Millionen vorhandener Kassen danken.
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