Der vermeintliche derzeitige Auswanderungsboom lässt sich m.E. nicht als Beweis für Unzufriedenheit mit Deutschland heranziehen und schon gar nicht im Umkehrschluß für das glückliche Leben auf Teneriffa.
Erstens ist der Boom derzeit nicht größer als in den vorangegangenen Jahren, er wird nur mehr zum Medienthema gemacht. Sobald die TV-Präsenz vorbei ist, ist der Auswanderungsboom ebenso gestorben wie es vor wenigen Monaten mit der Flüchtlingsproblematik hoch und wieder runter ging.
Zweitens ist tatsächlich die wirtschaftliche Situation Deutschlands jahrelang schlechter geworden und unverändert werden täglich 1.000 Arbeitsplätze nach Osteuropa oder Asien exportiert. Die im letzten Jahr begonnene Gegen-Entwicklung wird noch nicht überall spürbar und vor allem von den Medien nicht entsprechend kommuniziert.
Drittens führt die berechtigte und unbedingt nötige Rückführung der Sozial-Leistungen auf ein noch bezahlbares und sinnvolles Niveau dazu, daß vor allem trainierte Nutznießer und Mißbraucher dieses Systems mit schreckensgeweiteten Augen erkennen müssen, daß künftig dem Empfang von Leistungen auch ein Geben von Leistungen entgegen stehen muß. „Dann laß’ uns doch lieber an die Sonne gehen, da wird schon irgendwer für uns sorgen“. In diese Kerbe passt auch die Fehlinformation oder die eigenen Illusionen dieser Leute, die wir manchmal auch hier im Forum mit echten, unmißverständlich formulierten unbequemen Reports von „vor Ort“ ein bißl einbremsen müssen.
Ich versteh’ die Polarisierung auf „HIER ist ALLES besser“ oder „DORT ist ALLES schlechter“ nicht, dieses schwarz-weiß-Malen ist übelstes Stammtisch-Niveau. Es gibt überall Sachen, die besser oder schlechter geregelt sind und zu alledem ist das auch noch von individuellen Akzentuierungen abhängig. Die Vermutung, man wäre nur zu feige, sich selbst oder anderen ein Scheitern der eigenen Visionen einzugestehen, wenn man eine getroffene Entscheidung korrigiert, ist zum Einen falsch (Unzufriedenheit und Kritik an Zuständen hier bedeutet ja noch lang nicht, daß man mit der Summe unzufrieden wäre) und zum Anderen trifft sie das, was ich auch schon einige Male hier im Forum in Bezug auf manche lobhudelnden glückstrunkenen, nachweislich die Realität verkennenden Beiträge gesagt habe: das ist wie das Singen im Keller, wenn man nicht an sich heranlassen will, daß man mit der Entscheidung für TF sich nichts überwiegend Gutes getan hat.
Daß es auf TF vor 20 Jahren bedeutend schlechter aussah, die Menschen ihren Lebensstandard nach oben schrauben konnten, ist zwar im Großen und Ganzen richtig, aber bezüglich seiner Ursache völlig falsch gesehen:
Die Menschen hier haben ZUGELASSEN, daß externe Einflüsse, die von ihnen weder begründet noch gesteuert wurden, ihren Lebensstandard nach oben geschraubt haben. Es war ausschließlich die EU-Mitgliedschaft und der Massentourismus, die für Milliarden-Geldimport gesorgt haben, von dem trotz unglaublicher Korruption hier früher und heute immer noch was in der Fläche und beim Volk ankommt. Das ist soviel mehr als früher, daß kaum ein Canario sich darüber Gedanken macht, daß er für die langfristige Stabilisierung dieser netten Entwicklung auch an sich selbst was tun müsste. Wie er aus seiner eigenen Vergangenheit gelernt hat, „geht ja morgen die Sonne von selbst wieder auf“.
Es wird übrigens gern übersehen, daß es eine massive Auswanderungswelle von den Kanaren nach überall hin gibt. Vor allem die geringe Minderheit derer, die den Wert von Ausbildung und Bildung bis in den universitären Bereich hinein erkannt und für sich umgesetzt haben, sind spätestens nach Abschluß ihrer Uni-Karriere weg von den Inseln, auf nach London, Madrid, Paris oder auch D. Ein sehr deutliches Beispiel hier ist der Präsident des Cabildo de Tenerife, Ricardo Melchior. Dieser zweifellos höchst intelligente, stilvolle, gebildete Mann hat 29 Jahre Studium und Berufstätigkeit in Deutschland zugebracht, sein Bruder ist im vergangenen Herbst ebenfalls nach Jahrzehnten in den USA als hochrangiger Fachmann in der internationalen Finanzwirtschaft gestorben.
Ich will niemandem sein „ach wie schön ist Teneriffa“-Liedchen kaputt machen, aber lasst doch mal die Kirche im Dorf. Deutschland ist in der EU nach wie vor eines der Haupt-Geberländer und Spanien war seit seiner Mitgliedschaft immer Nehmer-Land, die Kanaren sogar in extremem Ausmaß. Alles, was hier sachlich/wirtschaftlich vorangetrieben wurde, geschah durch Einflüsse von außen. Weil die Canarios sich wenig Gedanken über die Verbesserung ihres Lebensalltags machen müssen, ist’s natürlich leicht, momentan glücklicher zu scheinen. Doch je später man aufwacht, desto schmerzhafter wird’s werden.
Der vermeintliche derzeitige Auswanderungsboom lässt sich m.E. nicht als Beweis für Unzufriedenheit mit Deutschland heranziehen und schon gar nicht im Umkehrschluß für das glückliche Leben auf Teneriffa.
Hmmm... glückliche Menschen wandern selten aus, Sanmiguel, es sei denn ein Jobangebot von ausserhalb ist sooo gut. Generell lässt man aber Freunde, Verwandte und bekanntes Umfeld hinter sich, weil man da wo man ist kein Land mehr sieht.
Zitat:
Zitat von sanmiguel
Erstens ist der Boom derzeit nicht größer als in den vorangegangenen Jahren, er wird nur mehr zum Medienthema gemacht. Sobald die TV-Präsenz vorbei ist, ist der Auswanderungsboom ebenso gestorben wie es vor wenigen Monaten mit der Flüchtlingsproblematik hoch und wieder runter ging.
Das nicht mehr so oft drüber berichtet wird heisst aber nicht, dass keine Cajucos bei euch mehr ankommen, oder?
Zitat:
Zitat von sanmiguel
Zweitens ist tatsächlich die wirtschaftliche Situation Deutschlands jahrelang schlechter geworden und unverändert werden täglich 1.000 Arbeitsplätze nach Osteuropa oder Asien exportiert. Die im letzten Jahr begonnene Gegen-Entwicklung wird noch nicht überall spürbar und vor allem von den Medien nicht entsprechend kommuniziert.
Nicht spürbar (= nicht existent) stimmt schon.
Zitat:
Zitat von sanmiguel
Drittens führt die berechtigte und unbedingt nötige Rückführung der Sozial-Leistungen auf ein noch bezahlbares und sinnvolles Niveau dazu, daß vor allem trainierte Nutznießer und Mißbraucher dieses Systems mit schreckensgeweiteten Augen erkennen müssen, daß künftig dem Empfang von Leistungen auch ein Geben von Leistungen entgegen stehen muß. „Dann laß’ uns doch lieber an die Sonne gehen, da wird schon irgendwer für uns sorgen“. In diese Kerbe passt auch die Fehlinformation oder die eigenen Illusionen dieser Leute, die wir manchmal auch hier im Forum mit echten, unmißverständlich formulierten unbequemen Reports von „vor Ort“ ein bißl einbremsen müssen.
Da gebe ich dir voll und ganz Recht! Hier wird ja vorgelebt, dass man nur die Hand aufhalten muss, und schon kommt der Goldesel. Besonders für Faule oder Flüchtlinge von wasweisich(auch wenn die vor gar nichts flüchten ausser einem Leben voll Arbeit).
Zitat:
Zitat von sanmiguel
Ich versteh’ die Polarisierung auf „HIER ist ALLES besser“ oder „DORT ist ALLES schlechter“ nicht, dieses schwarz-weiß-Malen ist übelstes Stammtisch-Niveau. Es gibt überall Sachen, die besser oder schlechter geregelt sind und zu alledem ist das auch noch von individuellen Akzentuierungen abhängig. Die Vermutung, man wäre nur zu feige, sich selbst oder anderen ein Scheitern der eigenen Visionen einzugestehen, wenn man eine getroffene Entscheidung korrigiert, ist zum Einen falsch (Unzufriedenheit und Kritik an Zuständen hier bedeutet ja noch lang nicht, daß man mit der Summe unzufrieden wäre) und zum Anderen trifft sie das, was ich auch schon einige Male hier im Forum in Bezug auf manche lobhudelnden glückstrunkenen, nachweislich die Realität verkennenden Beiträge gesagt habe: das ist wie das Singen im Keller, wenn man nicht an sich heranlassen will, daß man mit der Entscheidung für TF sich nichts überwiegend Gutes getan hat.
Auch richtig, als Steuerzahlender Bürger hast du das Recht, Misstände aufzudecken und deine Stimme sollte nicht nur respektiert sondern auch als wertvoll erachtet werden. Ausserdem ist scharzweißdenken scheese und stupide, stimme ich auch zu.
Zitat:
Zitat von sanmiguel
Daß es auf TF vor 20 Jahren bedeutend schlechter aussah, die Menschen ihren Lebensstandard nach oben schrauben konnten, ist zwar im Großen und Ganzen richtig, aber bezüglich seiner Ursache völlig falsch gesehen:
Die Menschen hier haben ZUGELASSEN, daß externe Einflüsse, die von ihnen weder begründet noch gesteuert wurden, ihren Lebensstandard nach oben geschraubt haben. Es war ausschließlich die EU-Mitgliedschaft und der Massentourismus, die für Milliarden-Geldimport gesorgt haben, von dem trotz unglaublicher Korruption hier früher und heute immer noch was in der Fläche und beim Volk ankommt. Das ist soviel mehr als früher, daß kaum ein Canario sich darüber Gedanken macht, daß er für die langfristige Stabilisierung dieser netten Entwicklung auch an sich selbst was tun müsste. Wie er aus seiner eigenen Vergangenheit gelernt hat, „geht ja morgen die Sonne von selbst wieder auf“.
Vollkommen richtig, ändert aber auch nichts daran, dass hier Geld fliesst und dort nun mal eben nicht (oder kaum).
Zitat:
Zitat von sanmiguel
Es wird übrigens gern übersehen, daß es eine massive Auswanderungswelle von den Kanaren nach überall hin gibt. Vor allem die geringe Minderheit derer, die den Wert von Ausbildung und Bildung bis in den universitären Bereich hinein erkannt und für sich umgesetzt haben, sind spätestens nach Abschluß ihrer Uni-Karriere weg von den Inseln, auf nach London, Madrid, Paris oder auch D. Ein sehr deutliches Beispiel hier ist der Präsident des Cabildo de Tenerife, Ricardo Melchior. Dieser zweifellos höchst intelligente, stilvolle, gebildete Mann hat 29 Jahre Studium und Berufstätigkeit in Deutschland zugebracht, sein Bruder ist im vergangenen Herbst ebenfalls nach Jahrzehnten in den USA als hochrangiger Fachmann in der internationalen Finanzwirtschaft gestorben.
Da kann ich nichts zu sagen, ich bin nicht im Thema und weiss nicht genug über Qualität von Ausbildung und Schulbildung um mir ein Urteil diesbezüglich zu erlauben. Aber da du ein Schlauer bist, gehe ich davon aus dass du Recht hast. Das deutsche Bildungswesen ist aber auch lange nicht so gut wie sein Ruf, das nur mal am Rande. Die Deutschen reden sich nun mal auch gerne alles schön, das sollte man nicht unter den Teppich kehren. Glaubt man unseren Medien sind wir in allem Weltmeister. Der Begriff " gefühlte Weltmeister" ist mein Lieblingsbegriff. Gibt es bestimmt auch nur im deutschen Sprachgebrauch :lol: .
Zitat:
Zitat von sanmiguel
Ich will niemandem sein „ach wie schön ist Teneriffa“-Liedchen kaputt machen, aber lasst doch mal die Kirche im Dorf. Deutschland ist in der EU nach wie vor eines der Haupt-Geberländer
oh ja, wir geben obwohl die Kassen leer sind, wie wahr!
Allerdings länst nicht mehr als HAUPT-Geberland (gewöhnliches Schönreden der Medien siehe "gefühlte Weltmeister")
Zitat:
Zitat von sanmiguel
und Spanien war seit seiner Mitgliedschaft immer Nehmer-Land, die Kanaren sogar in extremem Ausmaß. Alles, was hier sachlich/wirtschaftlich vorangetrieben wurde, geschah durch Einflüsse von außen.
Auch richtig, war aber ein voller Erfolg!
Zitat:
Zitat von sanmiguel
Weil die Canarios sich wenig Gedanken über die Verbesserung ihres Lebensalltags machen müssen, ist’s natürlich leicht, momentan glücklicher zu scheinen. Doch je später man aufwacht, desto schmerzhafter wird’s werden.editiert von: sanmiguel, 25.02.2007, 14:33 Uhr
Hoffen wir´s nicht, ich gönne jedem seinen Erfolg ud sein Leben im "Sonnenschein".
Eine Frage wär da auch noch: Was passiert, wenn's mal mit dem subventionierten Bananenanbau und dem Massentourismus vorbei ist?
Vom schönen Wetter allein und täglichem Sundown kann niemand überleben.
Außerdem ist es schon so weit, daß mir ein Urlaub in der Schweiz BILLIGER kommt, weil die Preise auf den Kanaren vollkommen überzogen sind.
Auch die Flugpreise werden sich noch ändern, ist nur eine Frage der Zeit. Dann ist's aus mit 29€ Fliegenpreisen.
In CH gibt's Ferienwohnungen ab 25€ zu mieten, in Toplage, autofreie Gegenden.
Will man dementsprechenden Standard auch auf den Kanaren, kostet der Spaß fast das Doppelte :-?
Aber Blondie, die sogenannten 29,- Flugpreise sind ja sowieso nur am Papier, da kommt noch das gut 5-fache an Spesen dazu. Und wenn die Klimawandeldebatte weiter so läuft wie bisher, dann wirds bald schon wieder auf einem Preisniveau wie vor 10 Jahren sein.
Tatsache ist das die Kanaren den Tourismus braucht... ob das jetzt positiv oder negativ ist oder sein kann, sei dahingestellt
Und das Thema "glücklicher Leben" ist doch selbst für jeden eine andere Definition. Der eine verbindet damit ruhiger, der andere gesünder usw.
Edit:
passt vielleicht ein wenig dazu:
Heute um 16:05 auf dem Sender MDR unter anderem:
Spanien: Bauboom auf Teneriffa
Zu den jährlich fünf Millionen Pauschaltouristen Teneriffas gesellen sich neuerdings immer mehr Nordeuropäer, die den gesamten Winter auf der sonnigen Insel verbringen wollen. Das freut in erster Linie Makler und Bauunternehmer, die mit den Winterunterkünften das große Geschäft wittern.
Jaja, die glücklichen Inseln sind eh wunderschön 8-) Auch die unzähligen kleinen, aber feinen vor der dalmatinischen Küste. Ach, eigentlich alle im Mittelmeerraum, die man per Schiff von Venedig aus erreichen kann.
Dann kommen da noch die Azoren, Madeira und die Kapverden.
Madagaskar ist auch schön.
Bali ist noch schöner.
War schon mal jemand in der Südsee? :lol:
Ja so hat jeder seine Sichtweise, das Glas ist halbvoll oder halb leer...
Wenn ich betrachte, wie neben uns in Afrika die Spekulationen abgehen und die Amerikaner sich für die Inseln hier interessieren, gehe ich mal davon aus, das der Aufschwung noch lange nicht vorbei ist - sich jedoch auf andere Bereiche verlagern wird, was ja nicht unbedingt schlecht für unsere glücklichen Inseln sein wird.
Glücklich ist wer mit sich zufrieden ist und ein Glück das man in sich selbst heranzieht ist nicht mehr aufzuhalten.
Übrigens danke für den Hinweis auf die Sendung im MDR -läuft gerade.
Oh Franky das war mein Film, :lol: nein der Boom ist noch lange nicht vorbei,sonst haette Claudia hier nicht gedreht.
Ich bin gluecklich hier auf den gluecklichen Inseln,vielleicht hat da ja mein Canario mit was zu tun. :lol: