O.K., das Magma ist wirklich interessant. Ich sag' nicht, dass es schön wäre oder besonders funktionell. Aber eben interessant und vor allem endlich fertig, nachdem's mehr als ein Jahrzehnt lang den Süden als Bauruine entstellt hat.
Aber:
Teneriffa liegt einfach zu abseits, um gerade jetzt, in der Ära des allgegenwärtigen Kostenkürzens, als neu startende Tagungsdestination bei den entsprechenden Veranstaltungs-Agenturen ernsthaft in Betracht zu kommen.
Es fehlt die Infrastruktur an Dienstleistern und Dienstleistungen. Egal ob
Messebauer, sehr schnell und gut arbeitende Druckereien, Großformat-Druckereien, vielsprachige ausgebildete Messehostessen. Schnelle und damit kostensparende Logistikfirmen für den An- und Abtransport aller Exponate und des
Präsentationsequipments.
AV-
Präsentations- und Beschallungstechnik-Vermieter.
Dolmetscher und Dolmetsch-Anlagen.
ja, ich weiß, von all dem oben genannten ist irgendwas auf der Insel vorhanden. Aber nicht in den Dimensionen und Quantitäten, die für Kongresse in diesem Zuschnitt nötig sind.
Zudem bekommt die Branche zunehmend Gegenwind durch immer bessere interaktive Medien, Internet, Videokonferenzen - siehe auch den Niedergang sogar der etabliertesten europäischen Fachmessen wie z.B. der CeBIT.
Und wenn jemand wirklich ernsthaft informationsdichte intensive Schulungen, Messen,
Präsentationen, hands-on-Seminare veranstaltet, was mietet der dann?
Richtig: eine Ostseefähre von D nach Helsinki und zurück. Weil die location selbst nicht attraktiv ist und ablenkt.
Weil die Teilnehmer nicht weglaufen können.
Die reinen "Prestige-Seminare" z.B. der Pharma-Firmen in früheren Zeiten sind heute passée.
Und drum wird, von wenigen internationalen Veranstaltungen jährlich, Magma über die insular regionale Bedeutung nicht hinaus kommen. Kürzlich hatte z.B. JohnDeere, der amerikanische Landmaschinen-Gigant, der auch Lanz gekauft hat, hier sein "annual meeting". Und im Herbst waren 4.500 russische Funktionäre von Amway hier.