Wie aus vielen Beiträgen hier klar zu erkennen ist, geht ohne "benützbares" gesprochenes spanisch gar nix hier bezüglich Arbeitstätigkeit (wenn man sich nicht selbst enge Fesseln anlegen will in der Wahl möglicher Tätigkeiten und Arbeitgeber).
Die meisten von Euch entscheiden ihre Übersiedlung nicht von heute auf morgen, sodaß meist wohl die Möglichkeit besteht, schon im Herkunftsland mit dem spanisch-lernen anzufangen. Von den allgegenwärtigen VHS-Kursen halte ich aus Erfahrung nicht sehr viel, da das Verhältnis zwischen Zeitaufwand und Ergebnis ungünstig ist (meist ist sowas eine etwas andere Art der Freizeitgestaltung - gilt analog übrigens auch für die Sprachkurse an den centros culturales hier, da kommt auch nicht viel wirklich Nützliches für die Teilnehmer dabei raus). Besser bzw. sehr gut (und sehr fordernd) sind in D die Sprachkurse der IHK's, einfach mal anrufen, spanisch ist in der deutschen Wirtschaft mittlerweile eine sehr geliebte Sprache und fast überall gibt's fast immer Kurse.
Viele Städte haben auch einen deutsch-spanischen Verein (oder so ähnlich) und an jeder dt. Uni- oder FH-Stadt studieren spanische Studenten, Kontaktaufnahmen dort bringen Euch bestimmt gut weiter.
Dann gibt's da noch das Internet mit online-Angeboten, z.B. hat die Sprachschule Don Quichote einen 4-Monate-Onlinekurs für € 150,00 - einfach mal die Website
www.donquijote.org besuchen.
Wer für seine spätere Berufstätigkeit ein nachweisbares Qualifikationsniveau braucht, sollte einen Vorbereitskurs auf eines der DELE-Diplome machen (Diplomas de Español como Lengua Extranjera), das Instituto Cervantes mit seinen Bildungseinrichtungen gibt's glaub' ich in jeder dt. Großstadt. Mit einem dieser Diplome tut man sich bei der Bewerbung für Verwaltungstätigkeiten wesentlich leichter (z.B. sinnvoll für Anstellungen als Steuerberater/-helfer, Buchhalter, in asesorias oder gestorias). Oder vielleicht sogar bei einem Ayuntamiento in der Tourismusabteilung.
Vor Ort auf Teneriffa habt ihr im Wesentlichen drei Möglichkeiten: am billigsten sind die Kurse in den centros culturales, auch am "sanftesten" und man hat viel Spaß und Unterhaltung dabei, lernt neue Leute kennen und unterbricht die öde Gleichförmigkeit des gelangweilten Residenten-Alltags... Daraus ist auch der Rückschluß gestattet und zutreffend, daß man nicht so arg viel spanisch lernt innerhalb der 6 Überwinterungsmonate. Für Leute, die spanisch beruflich brauchen, also wenig sinnvoll.
Dann gibt's auch einige offizielle Sprachschulen, in Los Cristianos z.B. das Instituto Oficial de Idiomas (das allerdings hauptsächlich für Spanier, die eine Fremdsprache lernen wollen), Sothis oder auch FU sind recht bekannt. Eine Sprachschule, die im deutschen Sprachraum wohl weniger bekannt ist, aber ein sehr umfassendes Kursangebot hat, ist
www.mester.com - die Teneriffa-Dependance sitzt in Las Américas/Costa Caleta. Kenn' ich persönlich jetzt sehr gut, weil meine Partnerin dort einen Intensivkurs macht (20 Stunden/Woche), läuft max. 36 Wochen, die Preise beginnen bei ca. € 140,00/Woche und sinken dann ständig leicht. Der ist zwar wirklich schwer und inhaltsreich, aber die Lern-Fortschritte sind täglich sichtbar. Und ohne täglich 2 Std. Zeit für Nacharbeit geht's nicht, ein schon spanisch sprechender Ansprechpartner für Detailfragen ist auch hilfreich.
Der dritte Lernweg hier ist das "auf-der-Straße-lernen". Natürlich auch sehr gut geeignet als Begleitung zu allem vorgenannten. Überhaupt gilt natürlich: sprechen sprechen sprechen. Ich kenne etliche Leute, die mir zwar grammatikalisch viel voraus sind, aber im spanischsprachigen Umfeld keinen Pieps herausbringen, aus Angst, sie könnten irgendwas falsch machen. DAS ist der Fehler an sich. Ist völlig wurschtegal, ob Euer spanisch perfekt ist oder nicht, ihr müsst einfach mal "runterspringen vom 10m-Brett" und eine sachliche Unterhaltung beginnen und durchstehen. Die zweite geht dann schon besser und 4 Wochen später beißt Ihr Euch in den Allerwertesten, weil Ihr Euch nicht schon früher getraut habt. Tut nämlich gar nicht weh...