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  #1 (permalink)  
Alt 10.03.2009, 22:15
Benutzerbild von Pensador_XL
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Pensador_XL wird schon bald berühmt werden
Standard Gesundheitswesen in Deutschland

Lange genug streiten sich mittlerweile die Interessengruppen des Gesundheitswesen in Deutschland: Bundesgesundheitsministerium, Kassenärztliche Vereinigungen, Krankenkassen und Ärzteverbände. Nur den Patienten fragt keiner, denn die sind jeder auf sich alleine gestellt und haben keinen mächtigen Verband, der für sie einspringt.

Eine recht gute und verständliche Erklärung der aktuellen Problematik liefert die Redaktion von tagesschau.de. Wen das Thema interessiert möge dem Link folgen: Hintergrund zu den Ärzteprotesten | tagesschau.de
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Alt 11.03.2009, 01:30
Benutzerbild von sanmiguel
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Ca. 30 % der Kosten des gemeinwirtschaftlich finanzierten Gesundheitswesens geht für die verschiedenen Berufsverbände drauf. Warum diskutiert und kritisiert das keiner?
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  #3 (permalink)  
Alt 11.03.2009, 01:42
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Pensador_XL wird schon bald berühmt werden
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Falls Du die User dieses Forums meinst, gibt es schon Attacken siehe http://www.teneriffa-forum.net/19432-post98.html. In diesem Thema sind mehrere Einträge, die sich damit auseinander setzen (Stichwort "kassen")

Falls Du die Politik ansprichst, möchte ich auf den Berater-Schatten von Ulla Schmidt verweisen. Der Professor für Gesundheitsökonomie und Epidemologie, Karl Lauterbach, möchte die Kassenärztliche Vereinigung abschaffen, und mit ihm sind viele Ärzte der gleichen Meinung. Er sollte den passenden Sachverstand besitzen.
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  #4 (permalink)  
Alt 11.03.2009, 14:03
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Zitat:
Zitat von sanmiguel Beitrag anzeigen
Ca. 30 % der Kosten des gemeinwirtschaftlich finanzierten Gesundheitswesens geht für die verschiedenen Berufsverbände drauf. Warum diskutiert und kritisiert das keiner?
Und dazu gibt es über 200 GKV. Warum reduziert man diese nicht auf einige wenige ? Man würde immense Verwaltungskosten sparen (u.a, die hohen Gehälter der Vorstände, die schon fast mit den Managerbezügen der freien Wirtschaft zu vergleichen sind). Eine weitere Möglichkeit ist, die GKV zu Ersatzkassen zu machener Patient bekommt die Rechnung seiner Behandlung vom Arzt, kann (und müsste auch) die Richtigkeit prüfen und bescheinigen und sie dann zur Bezahlung bei der Krankenkasse einreichen. Natürlich wird dann dem Patienten etwas mehr Verantwortung aufgebürdet, weil man von ihm erwartet, dass er sich mit seiner Krankheit und ihrer Behandlung auseinandersetzt ("mündiger" Patient). Hierdurch könnte auch vermieden werden, dass unberechtigte Arztleistungen am Patienten vorbei zu den Kassen gelangen, weil der Arzt damit sein sicherlich nicht so hohes Honorar aufbessern will. Insgesamt wäre dieses Verfahren ehrlicher und viel weniger aufwändig.
Grüsse Oldsalts
___________
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  #5 (permalink)  
Alt 11.03.2009, 14:44
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Beiträge: 4.248
Pensador_XL wird schon bald berühmt werden
Standard Zustimmung

Zustimmung ohne Einschränkung, meinerseits. Allerdings muss auch überlegt werden, wie finanziell schwächer aufgestellten Mitmenschen diese Prozedur erleichtert werden kann. Die können kaum in die finanzielle Vorlage gehen. Aber das ist eine prozedurale Frage, die gelöst werden kann.

An anderer Stelle hier im Forum wurde der gleiche Vorschlag schon einmal vorgetragen. 10% der heutigen Krankenkassen genügen, um den marktwirtschaftlich erforderlichen Wettbewerb aufrecht zu erhalten. Die Kassenärztliche Vereinigung - Made im Speck - vollständig abschaffen. Das bisschen Clearing, die einzige Nutzleistung, die KVen erbringen, kann locker ein Computer leisten. Dann kostet das Gesundheitswesen plötzlich nur noch 70% der heutigen Summe oder sogar noch weniger.

Den Einwand, dass damit Arbeitsplätze verloren gehen, lasse ich nicht gelten. Ich bin überzeugt, es würden Arbeitsplätze geschaffen, in Rezessionszeiten zumindest erhalten. Wenn die ersparten 30%+X dann nicht mehr in dunklen Organisationskanälen verschwinden würden, würde das die Kaufkraft Aller steigern und damit Arbietsplätze schaffen. Man würde wenige hochbezahlte Funktionärsarbeitsplätze gegen eine größere Zahl niedrig bis normal bezahlter Kräfte in der realen Wertschöpfung der Wirtschaft eintauschen.

Im Jahr 2007 wurden 2.608 Euro pro Kopf für die Gesundheit ausgegeben, das sind rund 210 Milliarden Euro für die BRD. Diese Zahl muss man sich nochmal konkretisieren: 210.000.000.000 Euro. 30% davon sind 63.000.000.000 Euro. Das ist ein Betrag in der Größenordnung des aktuellen Konjunkturpakets.

Das Gesundheitssystem krankt an einer Überbestimmung. Der Staat soll sich auf die Spielregeln konzentrieren und damit aus dem Management des Gesundheitssystems zurückziehen. Die Anzahl der Krankenkassen gehört auf 10% reduziert, der dann mündige Patient als Kontrollorgan im System und nicht zu vergessen, das Einschränken des pharmazeutischen Wildwuchses. Auch hier reichen meines Erachtens 20 bis 25% aller Pharmaprodukte auf dem deutschen Markt, um keinerlei Versorgungslücken entstehen zu lassen. 80% aller Medikamente sind Duplikate oder Schein-Innovationen, mit denen die Profite maximiert werden.
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  #6 (permalink)  
Alt 02.09.2009, 23:08
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Standard Krankenkassen erwirtschaften kräftige Überschüsse

Ein ordentlicher Kaufmann jammert immer, entweder über die schlechten Geschäfte, über hohe Steuern, über schlechtes und teures Personal und vieles mehr. Schließlich darf der Kaufmann nicht zu erkennen geben, dass er (eventuelle) auch hohe Gewinne erwirtschaftet.

So gesehen werde die deutschen Krankenkassen von ordentlichen Kaufleuten geführt. Wie die Gesundheits-Ulla bekannt gab, haben die Krankenkassen sowohl im ersten, als auch im zweiten Quartal diesen Jahres - trotz Wirtschafts- und Finanzkrise - jeweils mehr als 1 Milliarde Euro Überschuss erwirtschaftet. Doch schon geht das Lamentieren der Kassenoberen los, dass ja keine Steigerung des Überschusses stattgefunden habe und man daher nicht voraussagen könne, wohin der Trend gehe.

Der ganze Bericht in FOCUS Online
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  #7 (permalink)  
Alt 03.09.2009, 10:08
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In Frankreich funktionierts ja auch ohne die Verbände. Gehst zum Arzt- und der hat keine Arzthelferinnen rumhüpfen.Bekommst deine anständige Behandlung, direkt am PC wird die Rechnung ausgedruckt, sämtliche Leistungen ,auch für Patienten verständlich ,einzeln aufgelistet .Beim Facharzt bezahlst du per Scheck die gesamte Leistung sofort, reichst das per Post sofort bei der Krankenkasse ein und hast den Betrag auf dem Konto BEVOR der Scheck abgebucht wird.
Bis letztes Jahr gings das so auch beim Hausarzt, jetzt allerdings blecht man da 30 € vorab per Scheck und kriegt das dann auch wieder aufs Konto, der Rest wird mit der KK direkt abgerechnet .Medikamentenzuzahlungen betragen einen Bruchteil dessen, was es in D kostet, logisch, die Medikamente sind ja auch wesentlich günstiger hier.
Jedenfalls weiss der Patient haargenau nach der Behandlung,was gemacht wurde, die einzelnen Preise und hat seine Patientendaten wie z.B. Laborbefunde und Röntgenbilder selber in der Hand und kann die zu jedem weiteren (Fach)Arztbesuch mitnehmen. Das verhindert zusätzliche unnötige Untersuchungen.
Vergleiche konnten wir gut anstellen, weil mein Onkel ( 86) in Deutschland die selbe Augenop bekam wie meine Mutter (83) hier in Frankreich.
Wartezeit Deutschland 6 Monate - Wartezeit Frankreich 2,5 Monate.
Deutschland direkt 4 Stunden nach der Augenop nach Hause - Frankreich behält Patienten über 75 Jahre sicherheitshalber 2 Tage zur Beobachtung stationär ( ohne Zusatzkosten ).
Deutschland mit dem Taxi ins Krankenhaus und zurück . Frankreich bot kostenfreien Bring - und Holservice an.( wir sind aber selber gefahren).
Kosten für Verbandszeug und Medikamente Deutschland insgesamt ( Eigenanteil ) 82,36 €.
Kosten Frankreich ( es war haargenau das selbe Zeug ) Eigenanteil 2.23 €.

Es geht also auch so ........

Gruß aus dem Elsass
___________
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  #8 (permalink)  
Alt 03.09.2009, 10:31
Benutzerbild von Pensador_XL
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@Waltraut: Habt Ihr auch freie Arztwahl? Könnt Ihr eventuell auch kurz nacheinander mehrere Spezialisten konsultieren, falls die Diagnose gravierend sein sollte und ich sicherheitshalber eine zweite oder gar dritte Diagnose stellen lassen möchte?

Insgesamt halte ich diese Form der Kostenträgerschaft für wesentlich effektiver und vor allem transparenter. Mauscheleien (Betrug) kann damit nicht so leicht aufkommen, denn der Patient kann ja kontrollieren, was der Arzt verrechnet. Ob er es tut, ist eine andere Sache, aber die Gefahr bei Betrug entdeckt zu werden ist für einen solchen Arzt wesentlich größer.
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  #9 (permalink)  
Alt 03.09.2009, 11:18
Benutzerbild von Waltraud
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Waltraud befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Es läuft hier übers - mh wie heisst das in Deutschland ?? - Hausarztmodell ? Du hast einen bestimmten Hausarzt, den du dir in deiner unmittelbaren Nähe aussuchst .Gibt mehrere davon, also kannst dir aussuchen wenn du magst.Und auch wechseln, wenn du nicht mit ihm zu Rande kommst. Da jedem Arzt auf die Art und Weise an seinem Patientenklientel liegt , nehmen die sich für die einzelnen Patienten mehr Zeit als in Deutschland unterdessen üblich.( Unser Hausarzt in Deutschland ist auch ein guter Freund und hat maximal lt eigenen Aussage für seine Patienten im Schnitt 10 Minuten zur verfügung - was drüber geht muss er halt Überstunden quasi unbezahlt anhängen.)
Und, ja, es ist möglich, mehrere Ärtze zu konsultieren wenn du dir nicht ganz schlüssig bist über die Diagnose. Haben wir mit meiner Mutter beim künstlichen Kniegelenk auch praktiziert. Der vorgeschlagene Operateur, der auch die ganzen Voruntersuchungen machen sollte war uns nicht so ganz geheuer.
Also Rücksprache kurz mit dem Hausarzt und er überwies uns dann zu dem Facharzt, den eine Freundin meiner Mutter empfohlen hatte.( Der auch deutsch sprach, was für meine Mutter natürlich sehr wichtig war ). Ging problemlos .

Gruß

Waltraud
___________
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  #10 (permalink)  
Alt 03.09.2009, 11:51
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Pensador_XL wird schon bald berühmt werden
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Das hört sich doch gut an. Nicht überreguliert und dennoch für den Patienten freizügig.

Ich frage einmal in die Runde: Ist solch ein Modell wie in Frankreich in Deutschland nicht möglich? Falls ja, warum?
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