Die Zahnärzte des Kanarenarchipels sind äußerst besorgt über den zahntechnischen Gesundheitszustand auf den Inseln. Jedes Jahr gibt es über 150 neue Fälle von Mundkrebs; die meisten auf Grund von Tabakkonsum in Zusammenhang mit unzureichender Hygiene. Die Dentisten initiierten darum jetzt eine Aufklärungskampagne zum Thema Zahnreinigung. Die Mediziner richten sich damit vorwiegend an die kanarische Jugend. Offenbar hat die Bevölkerung völlig unzureichende Kenntnisse, was die Mundhygiene angeht. Ungesunde Ernährungsgewohnheiten tun ihr Übriges. Deswegen gab es in den vergangenen Jahren einen eklatanten Anstieg bei schwerwiegenden Erkrankungen der Mundhöhle. Die Zahnärzte beklagen, dass die Meisten nicht regelmäßig zur Kontrolle kommen. Nach einer repräsentativen Studie ist Karies besonders bei den Jüngsten auf dem Vormarsch. Ein Sprecher der Zahnarztinnung sagte zur aktuellen Lage wörtlich: „Wenn Mohamed nicht zum Berg kommt, dann muss der Berg zu Mohamed kommen!“ So planen die Zahnärzte künftig regelmäßig die Schulen zu besuchen, um das schlimmste Übel abzuwenden.
Wird die Zahnpflege hierzulande wirklich so vernachlässigt? Haltet Ihr es für sinnvoll, dass die Mediziner an Schulen eine bessere Mundhygiene propagieren oder sollte sich nicht jeder selber um seine "Beisserchen" kümmern?
Die Kanarischen Inseln erhalten als erste spanische Provinz einen Telefonservice, der über die Wartelisten für Operationen informiert. Gesundheitsrätin María del Mar Julios unternahm damit den ersten Schritt zur Umsetzung ihres Aktionsplanes zur Verbesserung der Patientensituation auf dem Archipel. Julios erklärtes Ziel ist es, neben einer besseren Qualität der medizinischen Versorgung auch die Wartelisten endlich zu verkürzen. Die neue Telefon-Hotline gibt Patienten persönliche Auskünfte und bietet Orientierungshilfe zur Situation auf der chirurgischen Warteliste. 80.000 Broschüren mit Rechtshinweisen und Informationen über die genaue Funktionsweise des Servicetelefons liegen Kanarenweit in den Ärztezentren der Sozialversicherung aus.
Der Telefondienst steht von Montag bis Freitag von 8:00 bis 20:00 Uhr unter Telefon 928 303 808 (GC) und 922 470 866 (TF) zur Verfügung. Im Internet können die Informationen 24 Stunden am Tag per E-Mail unter secasi@gobiernodecanarias.org oder auf der Web-Seite www.gobiernodecanarias.org/sanidad/scs/ angefordert werden. Auch können dort Fax-Formulare herunter geladen werden um die Anfragen an die Faxnummern 928 302 848 (GC) und 922 470 803 (TF) zu senden.
Sind die Bemühungen von María del Mar Julios der erste Schritt zu einer normalen Gesundheitsversorgung? Welche Erfahrungen habt ihr mit Ärzten und Sozialversicherung gemacht?
Ich finde es toll, das jetzt endlich diese Sache nachgegangen wird.
In Deutschland wird es schon in vielen Jahren in den Schulen gemacht. Weil auch da, die Eltern nicht hinterher sind mit der Mundhygiene.
Ich bin versucht, diese neue Maßnahme (bzw. die vollmundige Mitteilung, derartiges einführen zu wollen) als Verhöhnung der hier lebenden Menschen anzusehen. Man sollte nicht über Wartezeiten informieren (die teilweise auch bei bekannt kurzfristigst behandlungsbedürftigen Erkrankungen so lang sind, daß das schon unterlassene Hilfeleistung ist), sondern das Personal der centros de salud dazu zwingen, in einem normalen Maß und in normaler Geschwindigkeit zu arbeiten.
Der Aufenthalt an der Arbeitsstelle ist nicht dazu bestimmt, sich von der vorhergehenden Nacht zu erholen und auf die nächste vorzubereiten, sondern er sollte dem Dienst am Menschen dienen, jedenfalls im Rahmen der arbeitsvertraglichen Verpflichtungen. Ich kenne centros de salud auch von innen, hab' andernorts auch schon darüber geschrieben, und was ich gesehen habe, ist eigentlich eine Provokation der Behandlungsbedürftigen.
Aufgrund aktueller "Bedarfslage" hab' ich gezwungenermaßen in der vergangenen Woche das "Hospital 'Costa Adeje" getestet - es war in jüngerer Vergangenheit vielfach berechtigt kritisiert worden aufgrund der sehr speziellen Gesundheits-Dienstleistungen dort. Aber : neues Management, neue Zeiten.
Die "international gefeierte Violin-Virtuosin" an meiner Seite hat leider trotz zweifellos vorhandener Kochkünste die fatale Tendenz, sich an allerlei Küchengeräten zu verletzen, was sie bei krankenpflegerischen Einrichtungen in Teneriffas Süden ähnlich beliebt macht als mich in den Restaurants hier.
O.K., letzten Samstag war also "was passiert, wenn ich einen Pürierstab putze und ihn gleichzeitig einschalte" dran und so fuhren wir also mal wieder ins nächstgelegene Krankenhaus - Allergieschub und tiefe Messer-Schnittverletzung hatten wir ja im vergangenen Jahr schon...
Nach den wirklich hundsmiserablen Erfahrungen mit der "Clinica Verde" (meine wahrheitsgetreue Darstellung der Abläufe dort war dem admin dieses Forums sogar die Löschung meines Beitrages wert...) entschloß ich mich dieses Mal also zum Kontakt mit dem Hospital Costa Adeje. Und siehe da, die Notfall-Behandlung meiner vor allem psychisch, aber auch am linken Zeigefinger schwer angeknacksten Partnerin war zwar recht "rustikal", aber kompetent, schnell und wirkungsvoll.
Und im Vergleich zur (einzigen) individuellen Frage der Sekretärin der Clinica Verde damals, ob ich denn "ca. 400 €" dabei hätte, damit man sich mit meiner sichtbar um Atem ringenden Partnerin überhaupt auseinandersetzen könne, waren die € 82,70 für Erstversorgung und 3x Nähen und 1x Nachsorge mit Verbandswechsel und 1x Nähte ziehen ein absolutes Discount-Angebot.
Also Leute, lasst Euch nicht irritieren durch evtl. ungute frühere Erfahrungen: nach dem Management- und Eigentümerwechsel im Hospital Costa Adeje ist zumindest die Notfall-Versorgung dort in Ordnung und im Rahmen des Erwartbaren. Zudem spricht man dort auch deutsch und englisch - immer, auch nachts!