Die Debatte um den Hafenbau von Granadilla ist erneut in Bewegung geraten: Ben Magec und die Bürgerinitiative gegen den Hafen von Granadilla kündigten jetzt weitere Schritte gegen das Bauvorhaben an. Am vergangenen Wochenende haben die Naturschützer wieder aufgerufen, gegen das Projekt zu protestieren. Anlass ist die Vergabe der öffentlichen Ausschreibung für den Bau der Hafenmauer. Die Sprecherin der Bürgerplattform gegen den Hafen Beatriz González erklärte, ihre Organisation werde Anzeige erstatten: wegen illegaler Ausschreibung, Missbrauch von Steuergeldern und Nichterfüllung der Umweltschutzvorgaben der Europäischen Union. Die Anzeige ist ein wahrer Rundumschlag und richtet sich gegen viele hochkarätige Politiker und andere Amtsinhaber. González sagt außerdem, es gäbe mehr als gute Gründe die Vergabe der öffentlichen Baulizenzen unverzüglich einzustellen. Sie seien völlig illegal und stellen ihrer Ansicht nach eine wesentliche Rechtsbeugung und ein schweres Umweltvergehen dar. Die Verantwortlichen der Bürgerinitiative beschuldigen Regierungspräsident Martín und Hafenchef Trenor, die Angelegenheit auf unseriöse Weise vorangetrieben zu haben. Eine Untersuchung der involvierten Personen wegen Verdacht auf schwere Korruption soll folgen.
Die Bürgerinitiative versucht alles um das Projekt zu kippen. Wie schätzt ihr die Chancen ein? Könnte es als Fallbeisiel für die anderen gelanten Hafenprojekte dienen?
Ich hab's schon ein paar Mal geschrieben: der Hafenbau ist m.E. seit Jahren definitiv beschlossen und wird, möglicherweise von ein paar kosmetischen Änderungen begleitet, stattfinden.
Es wird immer darauf hingewiesen, daß die politischen Parteien jeder Couleur in den Monaten vor Wahlen hier zu sonst nie gekannter Aktivität und "Verlautbarungswut" aufbrechen - so auch Ben Magec & Ähnliche. Nach dem 27. Mai wird's an dieser Front wieder ganz schnell ganz leise werden und dann wird gebaut.
Untrügliches Indiz für mich war/ist die riesige mercadona-Versorgungszentrale, die im vergangenen Jahr exakt in dem neuen Polígono Industrial dort in Betrieb gegangen ist. Man muß wohl sehr blauäugig sein, um da noch irgendwelchen Gestaltungsspielraum zu vermuten, wo einer der größten Lebensmittelversorger Spaniens seine für Jahrzehnte gültigen und unumkehrbaren Investitionen platziert.
Ich find's immer rührend, wenn dann Menschen- oder Lichterketten, Ostermärsche, Protest-Fiestas und was sonst noch veranstaltet wird, teilweise sogar aus dem Hintergrund heraus finanziert und ermöglicht durch diejenigen, denen der Protest eigentlich gilt. Das ist nicht nur auf TF so, sondern in jedem Land, das professionelle politische Arbeit betreibt - und zu der gehört nunmal auch das Schaffen von Ventilen für "Volkes Zorn", damit der sich nicht etwa tatsächlich langfristig stabilisieren und vielleicht wirklich was ändern könnte.
PS: auch die derzeitige Erweiterung, was sag' ich, Verdopplung der Fläche und EW-Zahl von San Isidro, ist eng verzahnt mit dem künftig wesentlich höheren Arbeitsplatz-Angebot in dieser Zone. Da brauchts auch Wohnraum, zumal ja auch der Südflughafen und die Tourismuszonen des Südens nicht weit sind, die auch unter dem Mangel an preisgünstigem Wohnraum für Mitarbeiter leiden.
PS: Der nächste Hafen kommt bestimmt - und es wird diesmal ein Sporthafen sein, in Mesa del Mar, Ayto Tacoronte. Ich witzle zwar immer, daß man dorthin mit dem Fallschirm abspringen muß, um auf sein Boot zu kommen, so steil und eng ist die Zufahrt, aber vielleicht gibt's ja einen Lift und der ganze Bereich unten wird zur autofreien Zone - was eh' sinnvoll wäre mangels Platz.
Was ich so bei meinem letzten Besuch mitbekommen habe scheint ja gerade genau dort in der ganzen Umgebung der Bauboom im Trend zu liegen (Wohnanlagen, neue Stromleitungen, usw.). Wie SanMiguel sagte, die dort schon lange seid Jahren langsam aber sicher wachsende Infrastruktur ist schon längst geplant und nicht ohne Grund. Das hab sogar ich als nicht-Insulaner mitbekommen ;-)
Also ich habe gegen den Hafenbau "Granadilla"nichts einzuwenden. Ich kenne diese Gegend sehr gut. Ist mein Schlechtwetterwandergebiet.Und Tajao meine Fischessstattion. Besonders wäre der Hafen sehr sinnvoll, wenn auch die Fährverbindungen mit aufgenommen würden. Nach Gomera,Hierro+La Palma.Oft beobachte ich, wie die "Schnellfähre" vor dem Hafen Los Cristianos warten muss.Die Flughafen+Hauptstadtnähe würden auch dafür sprechen. Denn wenn der Hafen Fonsalia verwirklicht werden sollte, wäre das Tatsächlich eine Umweltkatastrophe. Denn dort befindet sich eins der wichtigsten Fischlaich- Gebiete.
Dort erlebt man Fische wie im Aquarium. Taucher werden das bestätigen.
Hallo Sanmiguel,
Passt zwar zum Thema, aber nicht ganz nach Granadilla...
Du bist doch immer so super informiert ...
- hast Du eine Ahnung, was jetzt in La Galleta / Adeje vor sich geht, dort ist ein Sporthafen grösseren Ausmaßes geplant (3 x größer als Puerto Colon) und nun ist, trotzdem es bereits im BOE als genehmigt erklärt wurde, ( Mai 2006 Madrid ) die Sache aufgrund irgendwelcher "vergesslicher... Versäumnisse"...seitens der Regierung - seit längerer Zeit einfach Sendepause...???!!!
Ich habe da auch schon was Läuten gehört.
Die Anwohner von La Caleta wurden mit Rundschreiben befragt. Habe aber so ein Schreiben noch nicht in der Hand gehabt. Ich bleibe aber dran
in meiner stammlokal casa anna maria in puerto de la cruz
hängt seit 2 jahren ein plan für einen neuen Hafen in
puerto aus .
wer weis etwas näheres darüber. :roll:
Also was mir bisher bekannt ist:
Für La Caleta wird ein riesiges Projekt angestrebt (angeblich 3x grösser als Puerto Colon)
- 700 Liegeplätze, über 2000 Parkplätze, 30.000 m2 Geschäftszonen ... ja da kommt Freude auf, die Anwohner sind sauer.
Diese Geschichte wurde bereits im BOE / Mai 2006 in Madrid positiv entschieden, aber angeblich von unserer Inselregierung vergessen... deswegen konnten sie nicht gleich im Januar anfangen, so mussten sie nochmal 1 Monat Einspruchsfrist einräumen...
aber ob wir da Protest einlegen oder in China ein Sack Reis umfällt... Die Beteiligten haben in Madrid schon die Fühler ausgestreckt und einige hier wollen bereits Bootsplätze kaufen, dabei hat der Hafenbau noch nicht mal angefangen...