Da sass ich gestern gemütlich auf ein Bierchen in meiner Stammkneipe und tratschte mit Nachbarn und Bekannten, da fragt mich Jose: "Und hast Du auch schon von der neuen Erhöhung von bis zu 15% gehört ?" "häh" ich weiss mal wieder von garnichts. Die Erklärung lautete, das Lebensmittel ab nächsten Monat wieder eine Preiserhöhung von bis zu 15% erfahren. Wahr oder Unwahr ? Wer weiss was näheres ?
Wenn ja, wie soll das aufgefangen werden? An allen Ecken und Kanten hör ich die Leute stöhnen (nicht die, die immer stöhnen, weil sie nicht wissen, wie sie ihr schon vorhandes Geld vermehren können). Sondern Einheimische, die jeden Tag brav arbeiten gehen, meist irgendwo noch eine Finca haben, wo sie das nötigste anbauen um ein bisschen Geld auch mal fürs Vergnügen zu haben und nicht nur zum überleben. Die armen Socken hier, wie die meisten Eingereisten, die nicht irgendwie selber Land oder wie die meisten Canarios innerhalb der Familie Land haben, das gemeinsam bewirtschaftet wird.
Wir habe direkt gesagt, das wir jetzt wohl die brachliegende Finca, die in Besitz von Franciscos Familie ist, wieder zu bewirtschaften. Im Kopf hab ich das schon eine ganze Zeit, aber doch nicht jetzt. Bin ich doch grad meine Finca am aufbauen *seufz* das wird meine 60-70h-Woche auf wer-weiss-wieviel Stunden erhöhen. Was gut das im Sommer die Tage so lang sind. Aber Essen muss nu mal auf den Tisch.
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Viele wollen ja zu diesem Thema offenbar nicht schreiben.
Die Gerüchte vom Stammtisch haben aber häufig einen wahren Kern.
Da auf den Canarias über 90 % aller Lebensmittel importiert werden, schlägt der Transportfaktor natürlich erheblich zu.
Durch die Steigerungen, die der Ölpreis erfahren hat und weiter erfahren wird, dürfte daher eine Preissteigerung im Lebensmittelbereich nicht unwahrscheinlich sein.
Es wird Zeit umzudenken und gerade im Lebensmittelbereich mehr auf den Inseln selbst zu produzieren.
Hierzu eine interessante Meinung:
Zitat:
Wenn es etwas Positives über den Streik der LKW-Fahrer zu berichten gibt, dann ist das vielleicht die Tatsache, dass sich noch mehr Menschen Gedanken über die schwerwiegende Abhängigkeit unserer Insel von der Versorgung von außen machen. - Hätte der Streik umfassender gewirkt, also auch die großen Speditionen mitgemacht, dann könnten wir heute bereits Versorgunglücken spüren. - Sicherlich werden wir nicht hingehen können und von erreichbarer Autarkie sprechen, das wird sicher nicht gelingen, wir haben hier keine Industrie und werden wohl auch keine bekommen, so dass wir sicher auch weiterhin am Tropf der großen weiten Welt hängen werden. - In ganz vielen Bereichen macht es auch keinen volkswirtschaftlichen Sinn, gewisse Dinge selbst zu erzeugen, da ist vernünftige Abwägung gefragt. Allerdings gibt es einige Bereiche, in denen sich es lohnen würde man darüber nachzudenken, ob wir dieses oder jenes Gut wirklich teuer und treibstoffintensiv zu uns bringen müssen, wir könnten das ja auf der Insel selbst produzieren. - Dazu gehört übrigens auch die Energie und da hat man ja, allerdings angefeuert durch die enormen Einspeisevergütungen, bereits Anfänge gemacht
Quelle: Alles fr Ihren Urlaub auf La Palma
Es grüßt
Morta
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Geändert von Hijo de Puta (27.06.2008 um 10:37 Uhr).
... Da auf den Canarias über 90 % aller Lebensmittel importiert werden, schlägt der Transportfaktor natürlich erheblich zu.
Durch die Steigerungen, die der Ölpreis erfahren hat und weiter erfahren wird, dürfte daher eine Preissteigerung im Lebensmittelbereich nicht unwahrscheinlich sein.
Die Transportkosten sind meiner Meinung und Erfahrung nach klein gegenüber der Ersparnis bei der Mehrwertsteuer. Außerdem sind die kanarischen Produkte oft besonders teuer, obwohl bei denen der Transport nahezu keine Rolle spielt. Wo immer das Geld "versickert", es dürfte nicht beim Erzeuger direkt landen.
Ich kaufe daher so oft es geht auf den Bauernmärkten oder Bio-Fincas. Die Tomaten, z.B: sind nicht immer billiger als die Import-Tomaten aus Holland (? ) oder Peninsula, aber die Waren sind erntefrisch und das Geld kommt zu dem, der die meiste Arbeit damit hat. Natürlich orientieren sich auch die Bauern am allgemeinen Preisniveau, das gebietet die Marktwirtschaft. Warum die Preise und deren Steigerungen auf den Kanaren an der Spitze der spanischen Tabelle stehen, läßt sich meiner Meinung nach nicht mit Transportkosten und Ölpreissteigerungen erklären.
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@Dante
Die kontinuierlichen Preissteigerungen der letzten Jahre haben natürlich mehrere Ursachen.
Das sind z.B.:
a) Hafensteuern, die stark gestiegen sind.
b) Kosten für den Transport.
c) Steuererhöhungen
Diese Kosten kann der Unternehmer nicht kontrollieren und sie werden daher entsprechend an den Verbraucher weitergegeben.
Der Handel kann gar nicht anders arbeiten.
Die "Transport-Mafia" hat die Inseln voll im Griff.
Mal ein (Transportkosten) Beispiel:
Neben der Entfernung zum Festland schlägt die sog. „Doppelten Insularität“ halt richtig zu. "Doppelte Insularität" bedeutet, dass die Waren für die Inseln erst einmal zu einem der großen Inselhäfen auf Gran Canaria und Teneriffa verschifft werden und danach noch einmal zu den kleineren Inseln transportiert werden müssen, was die Transportkosten stark erhöht.
Was kostet der Transport eines Containers von Hamburg nach Tenerife und was kostet der Transport eines Containers von Tenerife nach La Palma?
Bei Beantwortung der Frage wird klar, dass der Transport zwischen den Inseln im Verhältnis unheimlich teuer ist.
Subventionen für kanarische Produkte und steuerlichen Benachteiligungen für importierte Produkte, die ähnlich auch auf den Kanaren produziert werden, können das Gegenteil von dem eintreten lassen, was eigentlich bezweckt wurde.
Wird beispielsweise ein auf den Canarias produziertes Lebensmittel mit einem Zoll von bis zu 17% auf importierte Produkte geschützt, wie das innerhalb der sogenannten AIEM-Bestimmungen vorgesehen war, kommt es letztlich dazu, dass der Verbraucher unnötigerweise mehr zahlen muss als eigentlich nötig.
Das kann daran liegen, dass das auf den Canarias produzierte Lebensmittel die Nachfrage nicht decken kann und nicht-kanarisches Angebot mit dem Zoll bestraft wird, obwohl es nur auf die bestehende Nachfrage reagiert.
Wir brauchen sicher nicht darüber zu sprechen, dass der steigende Ölpreis Waren verteuert hat, das scheint mir unstrittig.
Im Nahrungsmittelbereich sind im übrigen die Preise weltweit erheblich gestiegen.
So summieren sich die Ursachen, die letztlich dazu führen, dass der "Warenkorb" auf den Canarias erheblich teurer geworden ist.
Bereits von 2000 bis 2005 wurde der „Warenkorb“ auf den Kanaren um 40% teurer.
Der Warenkorb ist eine fiktive wirtschaftliche Maßeinheit mit alltäglichen Produkten, die der Verbraucher üblicherweise einkauft.
Seit 2005 hat sich dies noch einmal verschärft und ein Ende ist kaum absehbar.
Ich behaupte auch, dass es durch den vorgegebenen Wechselkurs Peseta/EUR zu viel schwieriger zu durchschauenden Preissteigerungen anlässlich der EURO Einführung gekommen ist als das in Deutschland mit der Umrechnung 1,95583, also etwa 2:1, der Fall war.
Berücksichtigt man dann noch, dass es auf den Canarias einen "echten" Wettbewerb im Handel gar nicht gibt, weil nur sehr wenige Unternehmen den Markt unter sich aufgeteilt haben, wird klar, warum die Lebenshaltungskosten auf den Canarias so hoch sind.
In diesem Zusammenhang sei auf den Fall LIDL verwiesen. LIDL España, seit Jahren gut auf der Peninsula im Geschäft, wurde von der kanarischen Regierung jahrelang die Eröffnung von Discount Märkten unmöglich gemacht und bekam auf den Canarias bisher kein Bein auf die Erde.
Jetzt wird es aber wohl so kommen, dass der Discounter LIDL auf den Canarias mit "Supermercados" aktiv wird.
Es grüßt
Morta, der DELLA
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Geändert von Hijo de Puta (29.07.2008 um 09:17 Uhr).
Das ist natürliche eine wesentlich komplexere Erläuterung, die für mich aber plausibel klingt.
Es wirkt natürlich irgenwie paradox, wenn ein Zoll zum Schutz der einheimischen Wirtschaft dazu dient, dem Wirtschaftskreislauf Kaufkraft zu entziehen, zugunsten einiger Weniger. Hier zeigt sich ein fataler Mechanismus der Marktwirtschaft.
Doch doch, Bauernmärkte gibt es auch der kompletten Insel. Im Süden z.B. in Las Chafiras, San Isidro, Poris de Abona, aber es gibt bestimmt noch mehr zum Westen hin.
Dementsprechend gibt es auch die passenden Bio-Fincas dazu, die ihre Waren da ja anbieten. *lach,AchtungEigenwerbung* Oder wie z.B. ich, ich züchte Geflügel und habe Eier und Fleisch von artgerechte gehaltenen Nutztieren
sowas gibt es aber doch nur im Norden,oder? LG Sanny
im Südwesten gibt es noch die Möglichkeit Obst und Gemüse direkt in der Genossenschaft zu kaufen. In Tejina, von Adeje kommend, gleich am Anfang links. Nicht zu übersehen!
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Zitat:
m Südwesten gibt es noch die Möglichkeit Obst und Gemüse direkt in der Genossenschaft zu kaufen. In Tejina, von Adeje kommend, gleich am Anfang links. Nicht zu übersehen!
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