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  #1 (permalink)  
Alt 06.11.2008, 11:19
Benutzerbild von Pensador_XL
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Beiträge: 4.254
Pensador_XL wird schon bald berühmt werden
Standard Die aktuellen Arbeitlosenzahlen

Inzwischen schwappt es durch die Medien: Die Arbeitslosenzahlen der Kanaren sind im Oktober erneut deutlich gestiegen. Spanien hat aktuell die höchste Arbeitslosenquote in der EU, die autonomen Kanaren nehmen innerhalb Spaniens Rang 8 bei den Arbeitslosen ein.

Die insgesamt 190.469 Arbeitslosen auf den Kanaren (inklusive Oktober 2008), das ist ein Anstieg nur im Oktober um 9.664, verteilen sich auf die Inseln, wie folgt:
  • El Hierro: 652.
  • Fuerteventura: 8.840,
  • Gran Canaria: 84.593,
  • La Gomera: 1.533,
  • La Palma: 7.835,
  • Lanzarote: 11.785,
  • Teneriffa: 75.240.

Vom Anstieg am stärksten betroffen ist der Bausektor (36 Tausend), gefolgt von der Industrie (7,8 Tausend), dem Dienstleistungssektor (5,4 Tausend) und an vierter Stelle der Landwirtschaft (5,2 Tausend).

Die Arbeitslosenzahl in der Landwirtschaft überrascht.
  • Produzieren die Kanaren keine landwirtschaftlichen Produkte mehr?
  • Sind deshalb die Lebensmittel so teuer?
  • Essen die Menschen weniger?
  • Ist es eine saisonale Schwankung?
  • Sind es Bodenspekulationen, die die landwirtschaftliche Produktion dämpfen?
  • Werden dort überwiegend nur noch Illegale beschäftigt?
Hat Jemand dazu bessere oder mehr Information, warum das so ist? Was könnte die Ursache für die starke Arbeitslosigkeit in der Landwirtschaft sein?
Letztlich betrifft es Alle, die auf den Kanaren leben oder Urlaub machen.

Quelle1, Quelle2

Geändert von Pensador_XL (06.11.2008 um 11:24 Uhr).
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  #2 (permalink)  
Alt 06.11.2008, 12:35
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Villaverde befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Zitat:
Die Arbeitslosenzahl in der Landwirtschaft überrascht.
  • Produzieren die Kanaren keine landwirtschaftlichen Produkte mehr?
  • Sind deshalb die Lebensmittel so teuer?
  • Essen die Menschen weniger?
  • Ist es eine saisonale Schwankung?
  • Sind es Bodenspekulationen, die die landwirtschaftliche Produktion dämpfen?
  • Werden dort überwiegend nur noch Illegale beschäftigt?
Auf den Inseln wächst fast alles und deshalb wundert man sich, warum die Landwirtschaft so schlecht dasteht.

Die Gründe sind vielschichtig.

Die Produktion ist zu teuer, weil die Löhne zu hoch sind.
Nehmen wir einmal die Banane. Nur durch Subventionen und Zölle kann der Anbau auf den CANARIAS und MADEIRA überhaupt aufrechterhalten werden. Wie lange noch, das steht in den Sternen.
EU verliert gegen USA wegen der Zölle

Ein Arbeiter, der z.B. in den "Dollarbananenplantagen" in Costa Rica, Honduras, Ekuador arbeitet, verdient pro Stunde etwa einen EURO.

Ein Arbeiter auf den Canarias ca. 8,00 EUR. Was der eine Arbeiter in der Stunde verdient, bekommt der andere Arbeiter am Tag!

Zitat:
Die Arbeiter der Chiquita-Plantage 'Gacelas' klagen nicht nur über die unmenschlichen Bedingungen, denen sie sich am Arbeitsplatz und an ihrem 'Wohnort' inmitten der Finca ausgesetzt sehen. In die kleinen Baracken werden oft bis zu drei Familien hineingepfercht. Bis zu zehn Junggesellen schlafen in sogenannten baches (von engl. bachelor), in denen es an Matratzen fehlt, von Betten ganz zu schweigen. Die sanitären Einrichtungen, soweit überhaupt vorhanden, sind, gelinde gesagt, auch für anspruchslose Gemüter eine Zumutung. Vor allem jedoch beschweren sich die Arbeiter über antigewerkschaftliche Repressalien. Sie berichten von "Strafversetzungen", der Zuweisung schlecht bezahlter und gefährlicher Jobs für Gewerkschaftssympathisanten, von sogenannten listas negras , die über entlassene Gewerkschafter angelegt werden und in den Unternehmen des Bananengürtels kursieren, von der sogenannten papaya, einer Art Lohnschlüssel, der eigentlich laut Gesetz auf jeder Finca öffentlich ausgehängt werden muß und der genau aufzulisten hat, wieviel für die verschiedenen Tätigkeiten bezahlt wird und wieviel jeder Arbeiter nach einer Woche verdient hat. Dieses System soll eine Lohnkontrolle durch die Arbeiter ermöglichen, doch auf der Plantage 'Gacela' haben die bananeros, die laut eigenen Angaben rund 10 US-Dollar am Tag verdienen, nie eine solche papaya zu Gesicht bekommen.
Bittere Bananen
Nehmen wir die Kartoffel, die ja bekanntlich auf den Canarias gerne gegessen wird. Geht man in einen Supermercado, stellt man mit Entsetzen fest, dass dort z.B. Kartoffeln aus Israel angeboten werden, welche allerdings erheblich preiswerter als die Kartoffeln der Region offeriert werden.

Nehmen wir den Wein.

Warum nicht einen Rioja statt eines erheblich teureren Rotweines aus Tenerife oder La Palma?
Manche, vor allem Kontinentaleuropäer, behaupten sogar, der Rioja sei fast immer auch qualitativ besser.
Das lasse ich mal dahingestellt, in jedem Fall kann man einen trinkbaren Wein vom spanischen Festland oder aus Italien in der Regel preiswerter bekommen.

Ja, die Produkte von den Inseln sind zu teuer.
Sie können aber nicht billiger angeboten werden, weil der Landwirt sonst nichts verdienen kann.
Weil es schwer geworden ist, als Landwirt zu bestehen, gibt es auch nur wenig bis keinen Landwirtenachwuchs.
Viele früher landwirtschaftlich genutzte Flächen werden nicht mehr bewirtschaftet.
Die Inseln können sich derzeit nicht selbstversorgen, sie hängen am Tropf und müssen 90% aller Waren importieren.
Der Prozentsatz der Importe ist eindeutig zu hoch. Das hatten kanarische Regierungen auch schon erkannt.
Bei der Viehwirtschaft ist man schon aktiv geworden.


Importieren kostet Geld, vor allem dann, wenn man mitten im Atlantik wohnt. Der Transport auf die Inseln verteuert die Waren und die sog. doppelte Insularität sorgt für weitere Kostensteigerungen durch die Verteilung von den großen auf die kleinen Inseln.

Wenn man dann noch berücksichtigt, dass es bisher keine ausreichende Konkurrenz im Einzelhandel gibt, versteht man, dass die Bewohner der Inseln mit die höchsten Preise für Lebensmittel in Spanien zahlen müssen.

Die Kanaren produzieren schon noch landwirtschaftliche Produkte, aber es lohnt sich kaum noch, gegen die Konkurrenz aus Billiglohnländern oder anderen Regionen, die erheblich besseren Produktionsbedingungen vorzuweisen haben und mengenmäßig mehr produzieren können, anzukämpfen.

Illegale arbeiten sicher auch auf Plantagen der Canarias.
Die Realität: Illegale Beschäftigung ist auf den Inseln nichts Ungewöhnliches

Ich glaube kaum, dass die Menschen weniger essen.
Sie werden aber immer dicker und essen mutmaßlich ungesund, vor allem die jungen Menschen.

Das ist aber in Deutschland nicht anders. Ich denke, es ist eine Erziehungsfrage.

Eines dürfte aber klar sein: Wer haushalten muss, kann sich nicht immer die qualitativ besten Lebensmittel kaufen. Er kann auch nicht immer die heimische Wirtschaft "unterstützen", wenn er deren Preise nicht zahlen kann.
Die Menschen auf den Inseln verdienen im spanischen Schnitt mit am wenigsten und haben mit die teuersten Preise zu verkraften.
Da wird die Luft für erzieherische Argumentationen dünn!

Geändert von Villaverde (06.11.2008 um 13:02 Uhr).
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  #3 (permalink)  
Alt 03.03.2009, 13:16
Benutzerbild von Pensador_XL
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Beiträge: 4.254
Pensador_XL wird schon bald berühmt werden
Standard Es geht weiter so

Die Arbeitslosenzahl stieg auf den Kanaren von Januar 2009 auf Februar 2009 um 5,43%, entsprechend 11.730 zusätzliche Menschen ohne Arbeit. Der Gesamtbestand an Arbeitslosen beträgt damit 227.706, was einen Anstieg um fast 48%, bezogen auf das Vorjahr, darstellt. [Quelle]
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  #4 (permalink)  
Alt 04.03.2009, 21:14
Benutzerbild von niza85
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niza85 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Danke für den nützlichen Beitrag, obwohl man es schon fast gar nicht mehr lesen möchte. Ein Bekannter von mir, der auf Teneriffa lebt, ist seit November arbeitslos...
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  #5 (permalink)  
Alt 04.03.2009, 23:58
Benutzerbild von sanmiguel
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Registriert seit: 30.05.2006
Beiträge: 3.727
sanmiguel wird schon bald berühmt werden
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Intern spricht man im Tourismus Teneriffas und den entsprechenden AG-Verbänden von weiteren 38.000 Arbeitsplätzen, die noch in diesem Jahr zur Disposition stehen werden...
Nichtsdestotrotz werden weiterhin sog. Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose angeboten, bei denen die Teilnehmer 2 Monate lang irgendwelchen praxisfernen Unsinn vermittelt bekommen und dann 4 Monate in unbezahlte Praktika bei Hotels gehen, wo sie vom ersten Tag an eine bislang bezahlte Arbeitskraft des 1. Arbeitsmarktes ersetzen.
Es versteht sich von selbst, dass praktisch niemand von den Praktikanten übernommen wird, da dann ja frische Praktikanten zur Verfügung stehen.

Ich hoffe inständig und zum Wohle der lokalen gewerblichen Infrastruktur hier, dass keine weiteren Subventionen nach Teneriffa fließen, die die Situation entschärfen, vor allem nicht für die Arbeitgeber. Es muß endlich mal brutal hart an die Wand gehen, damit vielleicht ein Aufwachen und ein Interesse an Qualität einsetzt.
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  #6 (permalink)  
Alt 07.04.2009, 11:42
Benutzerbild von Vinyl
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Vinyl befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Die Arbeitslosenzahlen steigen und steigen, wo soll das nur noch enden hier
Santa Cruz de Tenerife – In beinahe 1.800 Familien, mit Wohnsitz in Santa Cruz, sind alle Familienmitglieder arbeitslos, dies gab gestern der Stadtrat für Economía y Hacienda, Ángel Llanos, in einer Pressekonferenz bekannt. Außerdem bestätigte er, dass momentan in der Gemeinde 22.529 Personen ohne Arbeit sind, was einen Anstieg von 40 % im Vergleich zum Februar des Vorjahres bedeutet – 1.120 Personen mehr.
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  #7 (permalink)  
Alt 07.04.2009, 12:10
Gesperrt
 
Registriert seit: 09.07.2007
Beiträge: 163
hansen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Komisch. Wenn ich mir oft die Kelnner ansehe, könnte ich glauben, dass die auch arbeitslos sind wenn sie Arbeit haben.
Suche oft auch den Unterschied zwischen einem der streikt und einem der arbeitet.
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  #8 (permalink)  
Alt 05.07.2009, 21:22
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 19.01.2009
Beiträge: 20
Minimaus befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Na das macht ja kaum Hoffnung...

....hierher auszuwandern!

Ich plane derzeit noch, das zu tun, und hab mich auch schon an einer Stelle beworben (Pflegebereich eines deutschen Anbieters).
Jedoch warte ich noch auf Antwort!
Ich hab hier in Deutschland einen sehr gutlaufenden Job, der mir aber ermöglicht, mich für 1 Jahr frei stellen zu lassen.
Ich überlege hin und her, ob ich diesen Schritt wirklich machen soll!
Sieht es denn in jeder Branche so dürftig aus?
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  #9 (permalink)  
Alt 05.07.2009, 21:39
Benutzerbild von ElTomate
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 28.12.2007
Ort: Raum Arona
Beiträge: 1.945
ElTomate befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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das thema altenpflege haben wir hier kürzlich diskutiert, könnte mir vorstellen, das hat potenzial...

aber ohne investoren und genehmigungssch... geht halt wenig.
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  #10 (permalink)  
Alt 05.07.2009, 22:05
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 19.01.2009
Beiträge: 20
Minimaus befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard

Zitat:
Zitat von ElTomate Beitrag anzeigen
das thema altenpflege haben wir hier kürzlich diskutiert, könnte mir vorstellen, das hat potenzial...

aber ohne investoren und genehmigungssch... geht halt wenig.



Hättest Du vielleicht den Link wo ich das im Forum hier finde?
Das macht doch Lust und Laune, mit zu diskutieren....
Danke !!
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