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Alt 29.12.2007, 17:36
Patrick Patrick ist offline
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Standard Benazir Bhutto ermordet

Bericht aus der Vanity Fair Online



Benazir Bhutto
Ungeklärte Rätsel

Ein El-Kaida-Führer weist die Verwicklung in das Attentat zurück. Und auch ihre Todesursache weist Fragen auf

In Pakistan haben islamische Extremisten eine angebliche Verwicklung in den Mord an der Oppositionsführerin Benazir Bhutto zurückgewiesen. Ein Sprecher der Organisation Tehrik-e-Taliban Pakistan (Taliban-Bewegung in Pakistan) sagte am Samstag einem Radiosender, die Ermordung Bhuttos sei eine politische Angelegenheit. Daher sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Geheimdienst des Landes das Attentat zu verantworten habe.

Das Innenministerium in Islamabad hatte erklärt, pakistanische Extremisten mit Verbindungen zum Terrornetz El Kaida seien für den Selbstmordanschlag auf Bhutto verantwortlich. In einer abgefangenen Mitteilung hätten sich Kämpfer des im Grenzgebiet zu Afghanistan operierenden Extremistenführers Baitullah Mehsud gegenseitig zu dem Anschlag beglückwünscht. Die Region gilt als Rückzugsraum für Taliban und El-Kaida-Terroristen.
uch die Todesursache Bhuttos wirft Fragen auf: Ein Sprecher von Bhuttos Pakistanischer Volkspartei PPP wies am Samstag einen Bericht des Innenministeriums zurück, nach dem die Oppositionsführerin nicht wie zunächst gemeldet durch Schüsse sondern durch einen Schädelbruch tödlich verletzt worden sei. "Es war ein gezielter Mord durch einen Scharfschützen", sagte der Sprecher. Die PPP forderte, die Hintergründe des Mordes von einer internationalen Kommission untersuchen zu lassen. Das Innenministerium hatte zuvor bekannt gegeben, Bhutto sei durch die Wucht der Explosion gegen das Dach ihres Geländewagens geschleudert worden, nachdem nachdem der Selbstmordattentäter seinen Sprengsatz gezündet habe. Die abgefeuerten Schüsse hätten die Oppositionsführerin nicht getroffen. Bhutto war am Donnerstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Rawalpindi von einem Selbstmordattentäter getötet worden.



Das sagt die Faz.Net dazu...



Wer steckt hinter Mord an Benazir Bhutto?
Nur wenige Stunden nach der Beisetzung Benazir Bhuttos ist in Pakistan ein erbitterter Streit über die Hintergründe des Mordanschlags entbrannt. Die Regierung beschuldigt das Terrornetz Al Qaida. Die Extremisten weisen jede Verantwortung von sich. Bhuttos Pakistanische Volkspartei PPP verdächtigt den Geheimdienst und damit die Regierung. Bei all dem drängt sich die Frage auf: Wer hatte ein Interesse daran, die charismatische Oppositionsführerin zu töten?

Nachdem Bhutto bei all ihren öffentlichen Auftritten angekündigt hatte, im Fall eines Wahlsieges ihrer PPP am 8. Januar hart gegen islamische Extremisten vorzugehen, scheinen die Schuldigen schnell ausgemacht. Auch der Bekenneranruf eines angeblichen Al Qaida-Führers passt ins Bild. Später teilt das Innenministerium mit, pakistanische Extremisten mit Verbindungen zu Al Qaida seien für den Anschlag verantwortlich. Eine Korrespondenz, die dies belege, sei von den Sicherheitskräften abgefangen worden. Die Extremisten wiesen am Samstag alle Verantwortung von sich. „Die Ermordung Bhuttos ist eine politische Angelegenheit“, sagte ein Sprecher der Bewegung Tehrik-e-Taliban Pakistan. Wahrscheinlich sei, dass der Geheimdienst seine Finger im Spiel habe.

War Bhutto Opfer einer politischen Intrige?

Auch moderate Kräfte im Land haben ihre Zweifel an der Darstellung der Regierung. „All jene, die jetzt vorpreschen und Al Qaida die Schuld zuschieben, sind nicht an der Aufklärung der wahren Hintergründe interessiert“, sagt Farhadullah Babar von der PPP. Auch die Sicherheitsexpertin Ayesha Siddiqa ist der Meinung, dass es zu einfach sei, Al Qaida zu beschuldigen. Ohne eine gründliche Untersuchung, sagt sie, könne dies niemand mit Bestimmtheit sagen.
Einen wichtigen Hinweis hatte die Ermordete selbst gegeben. Nach dem verheerenden Attentat in Karachi am Tag ihrer Rückkehr aus dem Exil, bei dem 140 Menschen ums Leben kamen, hatte Bhutto der Regierung wiederholt vorgeworfen, nicht genug für ihre Sicherheit zu tun. Sie wisse, dass Teile des Establishments sie aus dem Weg räumen wollten. In einer nun veröffentlichten E-Mail an den amerikanischen Journalisten Wolf Blitzer schreibt Bhutto: Falls ihr etwas zustoße, sei Präsident Pervez Musharraf dafür verantwortlich.
Ausland fordert lückenlose Untersuchung

War Bhutto Opfer einer politischen Intrige? Fest steht, dass der Geheimdienst und das mächtige pakistanische Militär, dessen Chef Musharraf bis vor kurzem war, keinerlei Interesse daran hatten, sich nach den Wahlen von einer Premierministerin Bhutto in ihrer Macht beschneiden zu lassen. Auch Musharraf in seiner neuen Rolle als Nur- Noch-Präsident hätte mit einer im Volk beliebten und tatendurstigen Regierungschefin an seiner Seite erheblich an Einfluss verloren.

Andererseits hätte Bhutto ihn dabei unterstützen können, die im In- und Ausland immer lauter geäußerte Forderung nach einer Rückkehr zur Demokratie zu befriedigen. Die internationale Gemeinschaft hat eine lückenlose Untersuchung des Mordanschlages und eine Bestrafung der Schuldigen gefordert. Ob es soweit kommen wird, halten Beobachter eher für unwahrscheinlich. In Pakistan gibt es allzu viele einflussreiche Kräfte, die kein Interesse an einer Aufklärung des Mordes an Benazir Bhutto haben.

„Es war ein gezielter Mord“

Ein Sprecher von Bhuttos Pakistanischer Volkspartei PPP wies am Samstag einen Bericht des Innenministeriums zurück, nach dem die Oppositionsführerin nicht wie zunächst gemeldet durch Schüsse, sondern durch einen Schädelbruch tödlich verletzt worden sei. „Es war ein gezielter Mord durch einen Scharfschützen“, sagte der Sprecher.

Bei anhaltenden Unruhen hat es unterdessen weitere Opfer gegeben. Polizeiangaben vom Samstag zufolge wurde ein 27 Jahre alter Anhänger von Bhuttos Partei von vermummten Unbekannten erschossen. Der Mann sei gerade von dem Mausoleum zurückgekommen, in dem die Politikerin am Freitag bestattet wurde, erklärte ein ranghoher Polizist in der Stadt Hyderabad. Der Bruder des Toten, ein Politiker der PPP in der Provinz Sindh, sei bei dem Angriff verletzt worden. Polizisten in Hyderabad feuerten in eine Menge, die Reifen auf der Straße angezündet hatten. Zwei der Demonstranten seien dabei verwundet worden. Seit dem Attentat auf Bhutto am Donnerstag flammen in Pakistan immer wieder Unruhen auf. Bei Gewaltakten starben bisher mindestens 33 Menschen, die meisten in Bhuttos Heimatprovinz Sindh.

Zum Boykott der Parlamentswahl aufgerufen

Unterdessen wurde bekannt, dass der Sohn Benazir Bhuttos eine Erklärung verlesen wird, die seine Mutter für den Fall ihres Todes hinterlassen habe. Das kündigte der Vater des Jungen an, Asif Ali Zardari. Die Erklärung sei an Bhuttos Pakistanische Volkspartei gerichtet.

Die Führung der PPP will an diesem Sonntag bei einem Krisentreffen entscheiden, ob sie an der für 8. Januar geplanten Parlamentswahl teilnimmt. Die Regierung hatte nach der Ermordung Bhuttos signalisiert, dass sie am Wahltermin festhalten will. Der Oppositionspolitiker Nawaz Sharif von der Muslimliga (PML), wie Bhutto ein ehemaliger Ministerpräsident, rief schon nach dem Attentat am Donnerstag zum Boykott der Parlamentswahl auf.

Saludo Patrick
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