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Alt 02.10.2007, 23:52
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sanmiguel sanmiguel ist offline
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Ach ja, unser Kater. Es gibt ihn immer noch, mit stetig steigender Dominanz in unserer multikulturellen Familie. Vorgestern kamen wir vom morgendlichen Dämmerungs-Schwimmen am Playa del Duque zurück und wurden von einem auf der Treppe sitzenden, seine Lippen leckenden Gorbi begrüßt. "Nanu, warum leckt der seine Lippen, macht er doch nie vor oder nach seinem Katzenfutter-Frühstück"? Rätsels Lösung zeigte sich Sekunden später: ich hatte mein wunderbares, von dieser unvergleichlichen Violinistin und Gattin extra für mich mit viel Liebe zubereitetes "Spinat in Blätterteig"-Frühstücks-Stückchen unvorsichtigerweise auf dem Eßtisch stehen gelassen, als wir zum Schwimmen gingen. Kater Gorbi, anscheinend auch ein Fan aufwändiger pasteles, hat's nahezu komplett aufgefressen. Nie war er seiner Metamorphose zu Katzenfrikadelle näher als in diesem Moment...
Doch das Leben ist irgendwie gerecht, auch für Katzen. Schon vor ca. 2 Wochen hat er eine prägende Erfahrung auf unserer Dachterrasse gesammelt - dort trocknen wir unsere Wäsche, wenn's nicht grade barbecue für eine multikulturelle Freundes-Schar gibt. Und Wäschetrocknen machen wir ganz energiesparend altmodisch auf diversen klappbaren (!) Wäscheständern. Gorbi sprang anscheinend, des geheimen Klapp-Mechanismus nicht ganz kundig, fröhlich auf unsere im Wind trocknenden Handtücher drauf und löste so blitzschnell das Zusammenfalten des Ständers aus, daß er sich nicht mehr rechtzeitig vom Ort des Geschehens zurückziehen konnte. Er wurde schlicht und ergreifend mit eingefaltet und plärrte wie am Spieß. Bestimmt saß er min. 5 Minuten in der Klemme, bis irgendjemand von uns auf die Idee kam, mal nachzugucken, ob er vielleicht erstmals ein Kätzin bestieg oder was ihn sonst wohl so in Rage brachte. Ich war's, der ihn entdeckte. Schade, daß ich nicht fotografiert habe. Er erinnerte entfernt an hanuta-Waffeln, so wie er durch die Stäbchen des Trockenständers strukturiert war. Gorbi fand's übrigens wesentlich weniger zum Lachen als ich, aber ich hab' ihn, nachdem die anderen Familienmitglieder zusammengerufen waren und sich auch kringelten vor Lachen, doch aus seiner mißlichen Lage befreit. Seitdem hält er Sicherheitsabstand zu Wäscheständern.
Und er spricht mit jedem, der ihn nicht vom ersten Moment an mit Verachtung bestraft. Unsere neue Sekretärin ist sein derzeitiges Opfer, da sie ihn wahrnimmt und in der allgemein bekannten Haustier-Baby-dududu-sprache in bestem argentinisch mit ihm spricht. Er versteht zwar hauptsächlich russisch, aber dieses neue Lebewesen in seinem Dunstkreis ist immerhin so interessant, daß er freiwillig nicht mehr von ihr weggeht, wenn ich ihn nicht irgendwo aussperre - Sekretärinnen sollen ja überwiegend arbeiten und nicht mit Katern flirten. Ich hatte ja schon einige Katzen in meinem Leben, aber keine war so eine Quasseltüte wie Gorbi.[addsig]
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