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Alt 23.09.2007, 08:46
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sanmiguel sanmiguel ist offline
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Ich hab' den Test jetzt soeben auch gemacht, hoffentlich lesen vor allem vom Forum nebenan meine Freunde nicht, daß ich nun "König von Deutschland" bin... Doch zum Trost: aus lauter Übermut und Neugier hab' ich ihn nochmals gemacht, es gibt immer andere Fragen, und da hab' ich zwei Flüchtigkeitsböcke geschossen - aus war's mit dem König.
Ich find's schon krass, was da an Detailwissen abgefragt werden sollte, noch dazu bei Menschen, die deutsch nicht als Muttersprache sprechen. Hab' leider nirgends gefunden, wie viel % erreicht werden sollten, um eingebürgert zu werden. Wenn man davon ausgeht, daß wohl 33-50% ausgereicht hätten, ähnlich wie bei Schulnoten, dann wäre es allerdings nicht so dramatisch, z.B. Otto Hahn und seine Leistungen nicht zu kennen. Daß man das Land, dessen Bürger man werden möchte, in seinen Grundstrukturen und Mechanismen kennen, verstehen, akzeptieren muß, ist m.E. selbstverständlich.
Leider fehlen oft auch bei Einheimischen, sowohl in D als auch anderswo, bereits die Grundkenntnisse aus dem Fach "Heimatkunde". Frag' mal z.B. einen IES-Schulabgänger hier, wie viele Ayuntamientos Teneriffa hat. Selbst wenn Du das Wörtchen "etwa" nachschiebst, wirst Du seltenst eine einigermaßen zutreffende Antwort bekommen. Für den nächsten Residenten-Stammtisch: es sind 31, das höchstgelegene Spaniens ist auch dabei (Vilaflor, das ist gleichzeitig auch bzgl. Einwohnerzahl das kleinste). Flächenmäßig das kleinste ist ...
Puerto de la Cruz (knapp 9 km², aber die Besiedelungsdichte entspricht der von Berlin!).

So, genug der Zahlenspiele. Einerseits sind die wirklich nicht sehr wichtig, aber für Menschen, die hier tatsächlich den Lebensalltag mitleben, machen sie so manche Tür auf. Was glaubt Ihr, wie oft ich schon einen leichteren Gesprächseinstieg bei irgendeinem "hoffentlich bald - Kunden" hatte, nachdem ich ihm mit irgendeinem witzigen Vergleich oder erstaunlichen Infos zeigen konnte, daß ich mich nicht nur für meine Produkte interessiere, sondern auch "seine" Insel sehr genau kenne.

Zurück zum angedachten Hessischen Einbürgerungstest: Hand auf's Herz, wer von den dauerhaft hier lebenden Forumslesern würde Vergleichbares zu Spanien (in spanischer Sprache wohlgemerkt) meistern? Ich würd's mir ohne Vorbereitung nicht zutrauen. Aber die ist ja gestattet und sogar gewünscht, man müsste sicher auch hier nicht fehlerfrei sein und 30 Fragen in 5 min. durchgehen müsste bestimmt auch nicht sein. So gesehen wäre ein derartiger Test so arg falsch nicht, die Schweizer praktizieren das seit langem, wie man spätestens seit "Emil" wohl allgemein weiß.

Was ich bedenklich finde, ist, daß derartige Tests vielfach als Instrument angesehen werden, Ausländer rauszuhalten. Wenn man auch seitens der "Test-Anordner" mit dem Ansatz herangehen würde, das Interesse und die aktive Auseinandersetzung mit dem "gelobten Land" anzuregen, dann wäre das topp.[addsig]