Einzelnen Beitrag anzeigen

  #24 (permalink)  
Alt 21.09.2007, 19:13
Benutzerbild von sanmiguel
sanmiguel sanmiguel ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 30.05.2006
Ort: Ayto Adeje
Beiträge: 1,585
sanmiguel befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard

Die Welt-Online hat heute nachmittag folgendes gemeldet:

Zitat:
Die von der CSU geächtete Parteirebellin Gabriele Pauli hat laut einer neuen Umfrage den scheidenden Ministerpräsidenten Edmund Stoiber an Beliebtheit überrundet. Bei den persönlichen Sympathiewerten erzielte Pauli 54 Prozent, wie der Radiosender Antenne Bayern am Freitag mitteilte. Damit lag die Fürther Landrätin vor Stoibers 52 Prozent. Allerdings befragte das Münchner Institut für Marktforschung die rund 1000 Bürger in der vergangenen Woche - vor Paulis neuestem Vorschlag einer Ehe auf Zeit.
Und am Ende ihrer Meldung noch ein Satz, der das ziemlich defizitäre Demokratieverständnis (oder die intime Kenntnis der verknöcherten und verfilzten CSU-Parteimafia) des Zerstoiberten deutlich macht:

Zitat:
Pauli werde "absolut hochkant aus dem Vorstand rausfliegen, gar keine Frage", sagte Stoiber voraus.
Gute Nacht, Rechtsstaat Deutschland, mit Leuten wie Stoiber oder Beckstein oder Otto Wiesheu an den Schalthebeln. Die CSU braucht anscheinend wirklich keine Wahlen, um zu wissen, was wird.

Natürlich hat die Pauli überzogen mit dieser gezielt eingesetzten These, ich hab's ja ähnlich gemacht mit der Akzentuierung meines Beitrags "Todesregister" vor einigen Tagen, siehe http://www.megawelle.com/Teneriffa-F...topic-569.html
aber im Kern ihrer Aussage ist das überhaupt nicht realitätsfremd und das gewünschte Ergebnis "Aufmerksamkeit" und gedankliche Beschäftigung mit dem Thema ist ja auch in beiden Fällen eingetreten - auch wenn sie von ihrer Wichtigkeit nicht unbedingt vergleichbar sind.

Auch einige andere Diskussionsteilnehmer hier haben das allbekannte Elend schon angesprochen, daß Ehen oft schon nach kurzer Zeit nebeneinander gelebt werden anstatt miteinander oder füreinander. Es sind Zweckbündnisse geworden, die jahrzehntelang funktionieren können oder auch zur Hölle werden, für einen oder alle Beteiligten. Ich glaube, man muß in der Diskussion die ausreichende sachliche und soziale Sicherung der Ehepartner losgelöst sehen vom emotionalen Bereich. Gefühle kann man nicht erzwingen, Liebe und Respekt schon gar nicht. Nicht vergessen, die katholische Kirche hat das Sakrament der Ehe und des lebenslangen Miteinander zu einer Zeit definiert, als die Lebenserwartung der Menschen bei knapp über 30 Jahren lag. Frauen starben oft schon wesentlich früher und da war das aneinander gekettet sein über einige wenige Jahre schon zu ertragen. Zudem waren Alternativen ja mangels Kommunikationsgesellschaft und Massenmobilität weder bekannt noch nutzbar, die Emanzipation der Frau noch nicht erfunden. Ehen früher waren (und in Entwicklungsländern sind sie's oftmals noch heute) vorrangig Zweckbündnisse, nach Liebe oder Bestand der Liebe wird da nicht viel gefragt.
Der emotionale Überbau, den die sogenannte erste Welt sich unter der intellektuellen Führung und Formulierungshilfe der diversen Kirchen und Konfessionen leistet, ist zutiefst unchristlich, weil weit nach seiner Zeit entstanden.



editiert von: sanmiguel, 21.09.2007, 19:23 Uhr [addsig]
Mit Zitat antworten