Erfahrungen mit "milcuatro", also der berühmten telefonica-Servicenummer 1004, gehören zwar eher ins Fach Realsatire denn in Alltagskomik, aber ein kleines initiales Detail ist doch so schön typisch: die Sprachwahl.
Nachdem man ungefähr eine Minute in einer wasserfallartigen Ansage verbracht hat, wird man, ohne den Wortschwall irgendwie zu akzentuieren, gefragt: quieres ser atendido en inglés, pulse uno, francés pulse dos aleman pulse tres. Dann drück' die 3. Es folgt, aus spanisch natürlich, die Frage, ob Du tatsächlich mit einem deutschen operador sprechen willst. Vorausgesetzt, Du verstehst die Frage und antwortest korrekt, aus Deinem deutschsprachigen Selbstverständnis heraus (Du hast ja vorher auch schon durch das Drücken der "3" kundgetan, daß Du deutsch sprechen möchtest) mit "ja", dann kommt die natürlich wieder spanische Ansage, daß man nicht verstanden habe, was Du sagen willst. Bitte also nicht mit "ja", sondern mit "si" antworten - dann klappts auch mit dem deutsch sprechenden operator.
Es ist ja nett, daß es diesen mehrsprachigen Service überhaupt gibt, aber dann sollte man die durchaus logisch lösbare Sprachwahl-Aufgabe auch sinnvoll und in einer Form lösen, daß sie sich nicht selbst ad absurdum führt.
PS: bevor es von anderen kritisiert wird: es gibt durchaus (wovon das abhängt, weiß wohl nicht mal die telefonica), auch die automatische "Vorsortierungs-Routine", daß Du ohne das 1-2-3-Zahlenspiel auf spanisch gefragt wirst, was Du möchtest. Falls Du diese Frage als solche erkennst, antworte bitte mit "operador aleman" oder nur "aleman".
Was lernt man aus der Sache: die hilfreichsten Hände findet man am Ende der eigenen Arme bzw. wenn man sich entscheidet, außerhalb des dt. Sprachraums zu leben, dann hilft ein benützbarer Grundwortschatz der Landessprache viel mehr als in deutschsprachigen Foren hundertmal zu bekennen, wie integriert man hier sei. [addsig] |