Heute abend waren wir mal wieder ganz unschuldig in Playa San Juan bei unserem Lieblingsrestaurant im Hafen. Vereinzelt hab' ich dort zwar schon streunende Katzen gesehen, aber da das Personal immer ziemlich rabiat dagegen angeht, ist's nicht unbedingt deren Lieblingsplatz. Heute hat's allerdings so ein kleines wirklich total kohlrabenschwarzes Etwas unentdeckt unter unseren Nebentisch geschafft und dort vermutlich auf uns bzw. wohl hauptsächlich auf meine Frau gewartet. Wir kamen, das kleine schwarze Etwas kam auch, setzte sich auf einen der freien Stühle und wollte seinen Teil von der Pizza. "Calzone" war uninterssant, "Hawaii" ebenso, aber meine "Rustico" war nach Katers Geschmack. Stefano, der Chefkellner, kam, sichtlich zwischen Chef-Direktive und Trinkgeldpflege eines seiner treuesten Stammkunden hin- und hergerissen, erzählte irgendwas von "eigentlich verboten, daß Katze auf Stuhl und Pizza essen". Ich versuchte ihn zu beruhigen, daß Katze von meinem Tiramisu eh' nix kriegen würde, war nur teilweise erfolgreich. Doch Katze hatte uns zu diesem Zeitpunkt wohl schon adoptiert. Als Gipfel der Frechheit holte meine Frau dann auch noch eine Dose Katzenfutter aus dem Auto (sie hat IMMER sowas mit, um irgendwelche überfressenen, aber ach so armen Viecher am Wegesrand noch mehr zu mästen) und Katze wäre uns ab diesem Moment wohl zu Fuß auf'n Teide gefolgt.
Was soll ich noch viel sagen: Katze folgte uns wie ein ausgebildeter Blindenhund zum Parkplatz, zum Auto, ins Auto (kein Busfahrer steigt so selbstverständlich in seinen Bus wie Katze in MEIN Auto!). Der Heimweg war gefüllt mit Namenssuche, weil "Katze" doch zu sehr nach Katze klingt. Sxxxxa und Oxxi (Fabian, bitte jetzt nichts aus-x-en, sind nur Katzennamen, sonst gar nix!) wurden rasch verworfen, irgendein ober-russischer Name, der sich wohl mit "Brotscherzl" übersetzt, fand bei mir ob seiner 8-silbigkeit keine Gnade, Bagheera war nix (so heißen in unserer Anlage schon ca. 1/2 Dutzend Katzen), blieb "Wodka", "Putin" und "Gorbi". Ich war eigentlich für Putin, aber da ich innerfamiliär keinen Mitstreiter hatte, heißt da Vieh also jetzt Gorbi. Es ist auch tatsächlich ein "Er", in Kürze wohl ein "Es". Und was tat der Bengel daheim, nachdem ich vorsorglich schon das Kommando "Küchenterrasse" ausgegeben hatte: er scheißt in den ersten Blumenkübel, der sich ihm anbietet! Und schläft auf einem meiner Hemden.
Das kann ja heiter werden...[addsig] |