Ich bin heute, also mit genügend zeitlicher und emotionaler Distanz, von Süden kommend via Arguayo und Santiago del Teide nach Icod gefahren und über Buenavista und Masca wieder zurück - also so gesehen fast eine Waldbrand-Rundfahrt. Mein genereller visueller Eindruck, ohne daß ich jetzt alle 2 km angehalten und die Flächen fotometrisch vermessen hätte: es sieht teilweise schlimm aus, aber es hätte viel schlimmer kommen können. Und viele Flächen sehen auf den ersten Blick und aus der Ferne schlimmer aus, als es die Natur und jeder einzelne angekokelte Baum mit ihrer eigenen Wiederherstellungskraft in nur wenigen Monaten wieder aussehen lassen werden. Die menschlichen Siedlungen, vor allem Santiago del Teide und die Streusiedlungen haben wohl wirklich Schwein gehabt, da sind die sichtbaren Brandzonen ganz dicht an die Bebauung rangegangen.
Auch Masca sieht bei weitem nicht so zerstört oder auch nur beschädigt aus, wie man's aus den (aus seiner Sicht verständlich emotionalen) Beiträgen foenigs hätte entnehmen müssen. Ich bin zuversichtlich, daß da schon im Spätherbst die Kassen wieder klingeln und vieles ist ja auch völlig unbeschädigt geblieben, vor allem die großflächigen Ramschpräsentationen oben am Eingang... Es ist schon erstaunlich, daß manchmal die Grenze zwischen verbrannt und völlig unbetroffen wie mit dem Lineal gezogen aussieht.
Im Nachhinein und auch im Vergleich zu den Nachrichten über andere europäische Waldbrandgebiete war die Entscheidung und knallharte Durchsetzung der Evakuierung betroffener Siedlungen durch die Behörden absolut richtig. Kein Mensch ist hier durch unmittelbare Brandeinwirkung zu Tode gekommen, ganz anders als in Griechenland oder Sizilien.[addsig] |