Da haben sich die vereinigten spanischen Staatsanwälte wohl gedacht: was unser amigo bush kann in seinem Land, das können wir schon lang. Ich find's wirklich peinlich, sich zu derartiger Dramatik hinreißen zu lassen, aber das alles ist irgendwie typisch spanisch: mordsmäßige Tiraden und dann nix umsetzen.
Vergleichen wir doch einige an Unpraktikabilität nicht zu überbietende Entscheidungen und zahlenmäßige Größenordnungen im spanischen Alltagsleben:
Handy-Telefonieren als Führer eines sich im Straßenverkehr bewegenden Fahrzeugs (streng nach dem Buchstaben des Gesetzes ab Start des Motors: ab € 300) - fahr' einmal von Los Cristianos nach Adeje und Du hast 30 Autofahren gesehen, die beim Autofahren telefonieren, teilweise sogar unter den Augen der Polizei! Gilt übertragen für alle Verkehrsdelikte! Wie will man einer alleinerziehenden Mutter die Angemessenheit von € 700 - € 2.100 für jedes nicht im altersgerechten Kindersitz sitzende Kind erklären, wenn sie vielleicht € 550 pro Monat verdient? Abschreckung: nix, schaut mal in die Autos, wie da die Kinder transportiert werden...
Carnaval en Santa Cruz: Lautstärkenbegrenzung 55 dB. Das ist ein level, der nachts irgendwo in den Bergen erreicht wird. Was macht die kanarische Polizei, wenn Dutzende von Motorroller-Idioten mit leergeräumten Auspuff in einer Lautstärke an ihnen vorbeibrettern, daß man sich schlicht und einfach nicht mehr versteht? Garnix macht sie, "son ninos"...
270.000 Jahre Knast für 191 Tote - das macht überschlägig 1.350 Jahre für jeden von ihnen. Die Rechnung ist zwar pietätlos, aber sie bietet sich an. Dann müsste allerdings Bush ca. 5.000.000 Jahre einsitzen allein für die toten GI's im Irak, die sein völlig perverses law-and-order Empfinden zu verantworten hat. Putin sagte vor ein paar Tagen ganz richtig, daß dieser Ami-Ganster dem Irak mehr geschadet hat als Hussein - Recht hatte er.
Irgendwie führen diese ganzen zahlenmäßigen Überdimensionierung und verbalen Muskelspiele dazu, daß bald niemand nix mehr ernst nimmt. |