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Alt 17.12.2006, 14:32
Franco Franco ist offline
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Zitat:
Zitat von baluma
Nochmals Danke und mehr davon!
Wie wärs mit Folgendem:

SATIRE, die das Leben schrieb
Von kleinen Leuten und großen Ansprüchen,
von papas fritas, novios und Pocahontas

Töchter wissen ganz genau, wie sie Ihre Väter um den Finger wickeln. Warum sollte das bei Patentöchtern anders sein? Ganz besonders, wenn sie unfairerweise ihre schlimmste Geheimwaffe einsetzen, den kanarischen Charme. Da hast Du keine Chance und fügst Dich irgendwann willenlos in Dein Schicksal als Stück Butter im Händchen einer kleinen Göre. Ein echtes Martyrium, ein Kreuzgang! Jetzt begreife ich auch langsam, was der Pfarrer damals bei der Taufe meinte, als er uns mitteilte, daß Pate sein eine gaaanz ernste Sache und mit vielen Entbehrungen verbunden sei. Mir hat er dabei noch besonders tief in die Augen gesehen mit der Bemerkung, daß jetzt Schluß sei mit den Faxen und mein Patenkind niemals für eine erotische Beziehung in Frage käme. Ich dachte, der Pfaffe lebt zu lange im Zölibat, spinnt komplett, die war ja noch ein Baby. Aber wenn ich mir heute dieses Früchtchen so anschaue und mir vorstelle, wie sie in ein paar Jahren aussieht ... wow!

Man hat sich ja selbst immer für super-abgebrüht gehalten, aber was diese kleinen Monster sich alles einfallen lassen, um das zu bekommen, was sie wollen, ist schon fast kriminell, "klein-kriminell" sozusagen.
Da wird absichtlich der Schulbus verpaßt, nur daß sich Señor Padrino in seinem unendlichen Verantwortungsbewußtsein genötigt sieht, die junge Dame höchstpersönlich hinzufahren. Die fiese Intention erkennt der schwer Mißbrauchte erst bei Ankunft, wenn er hochkonzentriert Schrittempo fährt, um nicht eins von den vielen anderen kleinen Monstern zu überfahren und plötzlich die Scheibe der Beifahrerin runtergekurbelt und der Lautstärkepegel des Autoradios auf Ultra-Schmerzgrenze gedreht wird. Angeben! Show abziehen! Guckt mal, das ist mein Padrino und der is soo cool und macht alles für mich. Dzzz!
Zum Anknurren kommste da gar nicht, denn bevor du Luft geholt hast, ist die kleine Elfe dem Auto entstiegen, ein kokettes Lächeln und ein "hasta luego. te quiero un montón" lassen Sr. Padrino verdutzt-überrumpelt dreinschauen, bis er von einem Lehrer gefragt wird, was das eigentlich soll, hier vor dem Colegio in Protz-Pose mit vollaufgedrehtem Sound und laufendem Motor rumzustehen. Nix wie weg hier!

Von der Schule wirste aber wieder spätabends eingeholt, wenn das leidige Ins-Bett-Gehen angesagt ist. Dann nämlich kommen die irresten Fragen über Gott und die Welt inklusive Universum, um Zeit zu schinden. Señorita muß aufs Klo, dann hatse ne Wimper im Auge, die Bettwäsche kratzt, es ist zu heiß oder zu kalt und wenn das alles nicht mehr zieht, kommt der Trumpf auf den Tisch, die Schule. Ay dios, da happich ja noch 'ne Hausaufgabe nicht gemacht.
Sr. Padrino, nach einem langen und harten Urlaubstag eh' schon vollkommen fertig, rafft sich auf und hilft. Während dieser Trottel sich nun irgendwelchen bekloppten Buchstabenrätseln hingibt und völlig seine Aufsichtsfunktion vergißt, verflüchtigt sich das kleine Luder und zieht sich in aller Gemütsruhe Pocahontas rein.
Kriminell, sag ich!

Und dann ... Thema Liebe! Das ist natürlich im Alter von 7 Jahren ein ganz heißes Eisen und die Chica von heute hat diesbezüglich bereits alle nötigen Arrangements getroffen.
"mi novio ...".
Novio??? Na jetzt abba. Nun wird Sr. Padrino aber echt hellhörig und die Alarmklingeln schrillen im Besorgniszentrum des Großhirns. DEN Knaben will er doch jetzt mal genauestens ableuchten und sehen, ob das denn der richtige Umgang ist.
" ... vive en Las Palmas". Achsoja, klardoch - wer heutzutage was auf sich hält, hat selbstverständlich einen Lebensgefährten auf einer anderen Insel, das hat Chic, läßt cosmopolitisch-modernes Denken erahnen und ist auch als Notlüge ganz nützlich, wenn man gerade mal kein entsprechendes Pendant vorzuweisen hat.

Da sollte man doch annehmen, daß ein so kultiviertes Fräulein auch kulinarische Highlights zu schätzen weiß. Von wegen! Ein absoluter Schuß in den Ofen!
Sr. Papá & Sr. Padrino schuften wie die Blöden den ganzen Tag unter sengender Sonne und bei meterhohen Wellen,
und bringen so ziemlich das beste mit, was die kanarischen Gewässer zu bieten haben - Cabrillas, Cantareros und Bocanegras, stellen sich selbst an den Kochtopp, weil Mami nicht zuhause ist und möchten gerne mit Tochter/Patentochter speisen. Die Männers spachteln, klönen über dies und das und bemerken urplötzlich, daß irgendwas nicht stimmt. Prinzessin sitzt gelangweilt da, starrt die Cabrillas an und das Stück Brot in ihrer Hand hat sich vom dauernden Kneten in ein Nichts verwandelt.
Issn los?
Die Augen sind so ekelig, viele Gräten und überhaupt, Cabrillas sind blöd.
Man fasst es nicht - einer der besten und teuersten kanarischen Speisefische wird hier verschmäht.
Diplomatische Überredungsversuche bringen nix. Sr. Papá meint, nicht mal der König von Spanien hätte heute abend Cabrillas und Sr. Padrino bemerkt, daß der Rey ein ganz armes Schwein ist, weil er keine hat.

Nagut-nagut, es ist ja auch herrliche, mega-frische Fischsuppe da.
Willst Du?
Sie will.
Nu geht ein endloses Gestochere und Gerühre los und als man sich mal erkundigt, was denn jetzt wieder ist, heißt es erst "zu heiß", später "zu scharf" und dann "zu viel ajo". Nach glaubhaften Versicherungen, daß da weder Pfeffer noch Knoblauch drin ist, verlautet "tengo sueño". Ach? Auf einmal? Nixda! Primero comer, despues sueño.
Irgendwie scheint das heute nichts mehr zu werden, das sieht auch Sr. Papá und fragt genervt, welches Essen denn genehm wäre. Wassne Suggestivfrage! Saublöd! "¡ papas friiiitas !" natürlich und die peinliche Gegenfrage, warum der liebe Gott überhaupt die Pommes erfunden hat, wenn man sie nicht essen darf, bis sie einem zu den Ohren rauskommen.

Señorita Wirbelwind hat erkannt, daß es taktisch klug ist, jetzt eine Showeinlage zu fahren, um endgültig vom Thema abzulenken, setzt sich eine rote Mütze auf "juhuu, ich bin ein Zwerg". Letzter Versuch von Sr. Padrino: "Wenn du nix isst, bleibste auch einer" und vom Herrn Papá "... so wie deine Mutter".
Leider hat der mein verzweifeltes Fuchteln übersehen und nun nimmt eine mittlere Katastrophe ihren Lauf, denn in diesem Moment erscheint meine fabelhaft aussehende, aber tatsächlich etwas kurz geratene Conmadre auf der Bildfläche.
"Wohl nix besseres zu tun, als hier rumzulästern, wie sieht es denn hier aus und warum hat das Kind nichts gegessen?"
Und dann noch das: "Mami-mami, el padrino dijo, que el Rey de España es un pobre cochino".

Zappenduster!

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