In einem der ersten Beiträge wurde mal geäußert, daß die Canarios ja auch nach Venezuele gegangen sind - ja, zu Zehntausenden, aber nicht illegal.
Nach meiner Erkenntnis ist's in keinem Land der EU so leicht, über kurz oder lang eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis zu bekommen wie in Spanien. Ist zwar nicht auf die grenzenlose Mildtätigkeit Spaniens zurückzuführen, sondern auf den totalen Zusammenbruch der Einwanderer-Verwaltung, doch was soll's. So wird das Problem eben dadurch gelöst oder entspannt, daß es in unregelmäßigen, aber gar nicht so großen Zeitabständen Legalisierungswellen gibt - meist im Zusammenhang mit irgendeiner Festivität im Königshaus (Verlobungen, Vermälungen oder mal wieder ein Baby mehr) oder im Staate.
Da werden dann per Amnestie sehr viele Häftlinge aus den Gefängnissen entlassen (die sind nämlich auch chronisch überfüllt) und "Illegalen" wird die Möglichkeit eröffnet, sich zu "normalisieren". Bedingungen hierfür sind meist:
1. Der Illegale muß sich zu einem bestimmten Stichtag nachweislich in Spanien befunden und einen festen Wohnsitz haben (am besten nachzuweisen durch empadronamiento/gemeindliche Meldebestätigung!!).
2. Er/Sie darf über ein bestimmtes Kleindelikte-Niveau hinaus nicht straffällig geworden sein, auch nicht im Herkunftsland.
3. Er/Sie darf in Spanien bisher keinen Cent Sozialhilfe beansprucht und bekommen haben.
4. Er/Sie muß einen Arbeits-Vorvertrag vorweisen über 12 Monate Dauer/20 Wochenstunden oder 6 Monate Dauer/40 Wochenstunden bei einem Unternehmer, der "sauber" ist (Hacienda, SegSoc etc.).
Derzeit läuft wieder eine derartige Legalisierungsphase bzw. wurde soeben abgeschlossen. Ich habe nach diesem Verfahren schon etlichen "guten" jungen Leuten überwiegend aus Südamerika bzw. den GUS-Staaten in die EU hereingeholfen.
Es ist schon bemerkenswert, daß Du hier als "Illegaler" wirklich zuallererst mit einem Mietvertrag zu Deinem Ayto spazierst und Dir dort Dein empadronamiento holst - und die freuen sich auch noch drüber, hat doch nun die Gemeinde einen Einwohner mehr und das hilft für höhere Schlüsselzuweisungen aus S/C oder Madrid...
Wenn dieselbe Person dieses Verfahren in Deutschland versuchen würde, verließe sie die gemeindliche Meldestelle garantiert in Handschellen Richtung Abschiebehaft! Ich finde in diesem Fall die spanischen Zustände als wesentlich besser - für alle Beteiligten. editiert von: sanmiguel, 22.07.2006, 20:19 Uhr [addsig] |