möchte ich behaupten, und möglicherweise Aldi bald hinterher, unabhängig davon, was in den Medien derzeit berichtet wird. Die Ära der Discounter hat begonnen, ob der aberwitzigen Preisentwicklung auf der Insel. Der bisher von den etablierten Unternehmen mit Hilfe der Politiker für die
Kanaren betriebene Protektionismus wird à la longue keine Chance haben, dies zu verhindern.
Wann fängt die EU endlich an, statt nur blauäugig Subventionen für irrsinnige Bauprojekte zu verteilen, die EU-Regeln auch auf den
Kanaren mit ihrer
ZEC besser zu überwachen und den Politikern auf die Finger zu klopfen? Vor allem die Notwendigkeit und die Verwendung von Subventionsgeldern sollte besser kontrolliert werden. Ist es wirklich erforderlich, dass beispielsweise Tazacorte auf La Palma, ein EU-Subventions-Grab sondersgleichen, den nicht benutzten Hafen mit weiteren Subventionen erweitert!? Ein Denkmal für den
Alcalde? Oder muss die Autobahn beleuchtet werden, um keine Kaninchen zu überfahren oder Fußgängern besser zu erkennen, die es dort nicht gibt, mit extremen Folgekosten? Nur weil irgendein Politiker irgendeinen „Freund“ hat, der gerne Laternen auf der Insel verkaufen möchte.
Die großen Einzelhandelsorganisationen auf Teneriffa, auf den
Kanaren, dürfen sich nicht wundern. Die Preisentwicklung bei Alcampo, Mercadona, Altesa, Hyper-dingsbums oder auch El Corte Ingles ist exorbitant. Solche Preise sind wie der Ruf „Gold, Gold, …“ im Kalifornien des neunzehnten Jahrhunderts. Das lockt sie alle an, die Goldgräber, die Hasardeure, die Ganoven, aber auch die Discounter. Nur, was wird sein, wenn Lidl und Aldi hier sind? Werden sie primär die Etablierten unter Preisdruck setzen oder werden sie sich dem ertragreichen Niveau eines doch irgendwie geschlossenen Systems anpassen? Bei Saturn konnte man ja beobachten, dass die Preise sich nicht nach unten bewegten, sonder Saturn das angenehme Preisniveau der Inseln sich zu Eigen machte. Nun ja, Saturn ist ja auch ein Franchising-System, könnte man sagen, und die Preise werden von den spanisch-kanarischen Gesellschaftern gemacht. Die Marke Saturn suggeriert Discountpreise, die Wahrheit sieht aber ganz anders aus. Ich gehe lieber zu meinem „tienda electrónico“ in der Nähe, denn mein Benzin ist in den Saturnpreisen nicht eingerechnet. Damit verhalte ich mich auch ökologisch korrekt.
Der Discounter Aldi, der in England bisher nur eine sehr kleine Rolle spielte, eröffnet derzeit jede Woche eine neue Filiale und peilt damit einen Marktanteil von 10% an (bisher 2,9%). Nicht nur die Armen kaufen inzwischen bei Aldi in England ein, zunehmend entdeckt der Mittelstand die besseren Preise und ignoriert dabei das schmälere Angebot und den unattraktiven Verkauf „out of the box“.
Ähnliches gilt für Lidl. In Paris konnte Lidl in einem Mittelstands-Wohngebiet eine inzwischen gut gehende Filiale eröffnen. Wer sich mit einer Ketchup-Sorte begnügen kann, anstatt im normalen Supermarkt 16 Sorten zur Auswahl zu haben, ist sicher ein potentieller Kunde von Aldi oder Lidl, vorausgesetzt er oder sie mag die „Rote Süßspeise in Flaschen“.
Die Leidtragenden werden all die Kleinen sein. Sie werden sich – wie woanders auch – auf Dauer nicht gegen die Großverteiler behaupten können. Ihnen gilt mein Mitgefühl, aber sie haben keine Chance, jedenfalls nicht dauerhaft. Alle und vorwiegend auch die Einheimischen müssen sich nach der Decke strecken, bei dem Niedriglohn. Bei aller Liebe, Sympathie und Gut-Nachbarschaft bleibt für Tante-Emma-Läden nicht mehr viel übrig.
Da ich nun schon den Niedriglohn auf den
Kanaren erwähnt habe und andererseits die wesentlich höheren Preise, als auf dem Festland, zu bezahlen sind, stellt sich mir die Frage, wo bleibt die Differenz? Die Löhne für die Angestellten werden hier bezahlt, die Einkaufspreise der Großvermarkter sind die gleichen, wie auf dem Festland, die Steuer ist wesentlich niedriger als Anderswo und das bisschen Transportkostenzuschlag kann es auch nicht ausmachen.
Wo bleibt die Differenz? Ist es das, was man
Raubkapitalismus nennt?
Der vorstehende Beitrag von GuentherM ist Klasse und passt dazu.
Angeregt und aufgeregt durch
ORF, geschrieben mit Wut im Bauch.
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