Einzelnen Beitrag anzeigen
  #4 (permalink)  
Alt 29.07.2008, 08:52
Hijo de Puta Hijo de Puta ist offline
Lesender Benutzer
 
Registriert seit: 14.06.2008
Ort: Kabul-Guarazoca-Ifonche**Und die Frisur hält immer noch!
Beiträge: 476
Hijo de Puta befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard

@Dante

Die kontinuierlichen Preissteigerungen der letzten Jahre haben natürlich mehrere Ursachen.

Das sind z.B.:

a) Hafensteuern, die stark gestiegen sind.
b) Kosten für den Transport.
c) Steuererhöhungen

Diese Kosten kann der Unternehmer nicht kontrollieren und sie werden daher entsprechend an den Verbraucher weitergegeben.
Der Handel kann gar nicht anders arbeiten.

Die "Transport-Mafia" hat die Inseln voll im Griff.

Mal ein (Transportkosten) Beispiel:

Neben der Entfernung zum Festland schlägt die sog. „Doppelten Insularität“ halt richtig zu. "Doppelte Insularität" bedeutet, dass die Waren für die Inseln erst einmal zu einem der großen Inselhäfen auf Gran Canaria und Teneriffa verschifft werden und danach noch einmal zu den kleineren Inseln transportiert werden müssen, was die Transportkosten stark erhöht.

Was kostet der Transport eines Containers von Hamburg nach Tenerife und was kostet der Transport eines Containers von Tenerife nach La Palma?

Bei Beantwortung der Frage wird klar, dass der Transport zwischen den Inseln im Verhältnis unheimlich teuer ist.

Subventionen für kanarische Produkte und steuerlichen Benachteiligungen für importierte Produkte, die ähnlich auch auf den Kanaren produziert werden, können das Gegenteil von dem eintreten lassen, was eigentlich bezweckt wurde.

Wird beispielsweise ein auf den Canarias produziertes Lebensmittel mit einem Zoll von bis zu 17% auf importierte Produkte geschützt, wie das innerhalb der sogenannten AIEM-Bestimmungen vorgesehen war, kommt es letztlich dazu, dass der Verbraucher unnötigerweise mehr zahlen muss als eigentlich nötig.

Das kann daran liegen, dass das auf den Canarias produzierte Lebensmittel die Nachfrage nicht decken kann und nicht-kanarisches Angebot mit dem Zoll bestraft wird, obwohl es nur auf die bestehende Nachfrage reagiert.

Wir brauchen sicher nicht darüber zu sprechen, dass der steigende Ölpreis Waren verteuert hat, das scheint mir unstrittig.
Im Nahrungsmittelbereich sind im übrigen die Preise weltweit erheblich gestiegen.

So summieren sich die Ursachen, die letztlich dazu führen, dass der "Warenkorb" auf den Canarias erheblich teurer geworden ist.

Bereits von 2000 bis 2005 wurde der „Warenkorb“ auf den Kanaren um 40% teurer.

Der Warenkorb ist eine fiktive wirtschaftliche Maßeinheit mit alltäglichen Produkten, die der Verbraucher üblicherweise einkauft.

Seit 2005 hat sich dies noch einmal verschärft und ein Ende ist kaum absehbar.

Ich behaupte auch, dass es durch den vorgegebenen Wechselkurs Peseta/EUR zu viel schwieriger zu durchschauenden Preissteigerungen anlässlich der EURO Einführung gekommen ist als das in Deutschland mit der Umrechnung 1,95583, also etwa 2:1, der Fall war.

Berücksichtigt man dann noch, dass es auf den Canarias einen "echten" Wettbewerb im Handel gar nicht gibt, weil nur sehr wenige Unternehmen den Markt unter sich aufgeteilt haben, wird klar, warum die Lebenshaltungskosten auf den Canarias so hoch sind.

In diesem Zusammenhang sei auf den Fall LIDL verwiesen. LIDL España, seit Jahren gut auf der Peninsula im Geschäft, wurde von der kanarischen Regierung jahrelang die Eröffnung von Discount Märkten unmöglich gemacht und bekam auf den Canarias bisher kein Bein auf die Erde.
Jetzt wird es aber wohl so kommen, dass der Discounter LIDL auf den Canarias mit "Supermercados" aktiv wird.

Es grüßt

Morta, der DELLA

Geändert von Hijo de Puta (29.07.2008 um 09:17 Uhr).
Mit Zitat antworten