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Alt 23.05.2008, 14:25
mac08151 mac08151 ist offline
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@Dante.Alighieri

Im Gesamtzusammenhang darf ich auf den Beitrag des Users Vilaflor verweisen.

Der wies auf folgendes hin:


Zitat:
Dass das Moratorium einer dringenden Revision bedarf, daran besteht kein Zweifel. Denn trotz des verhängten Baustopps für neue Urlaubsanlagen sind in den vergangenen fünf Jahren 50.000 neue Hotelbetten entstanden – dank zahlreicher Schlupflöcher, die die bisherige Normative bot.
Es hat sich nicht viel Positives getan. Man beachte, wann das letzte Moratorium verabschiedet wurde! 2003 war das.
Was ist geschehen?
Es entwickelte sich ein Bauboom.
Was soll man davon halten?
Besser, man ignoriert solche Meldungen einfach und macht ein Photo von seinem näheren Umfeld. Ich wette, das Photo ist bald veraltet, weil das Moratorium noch schneller veraltet.


Zitat:
Hotel-Baustopp auf den Kanaren

Santa Cruz

Im Kampf gegen die Auswüchse des Massentourismus haben die Kanarischen Inseln einen Baustopp für weitere Hotels beschlossen. Nach zweijährigen Beratungen verabschiedete das Regionalparlament in Santa Cruz (Teneriffa) ein Gesetz, das bis 2005 keine Ausweitung der derzeitigen Zahl von rund 400 000 Betten zulässt. Ausgenommen sind nur die bereits vergebenen Lizenzen für etwa 53 000 Betten. Nach dem Motto "Klasse statt Masse" soll künftig mehr auf die Qualität der Unterkünfte gesetzt werden.
dpa

erschienen am 14. April 2003

Hier mal ein Griff in´s Volle des kanarischen Wahnsinns.
Ein Grundstückangebot:

Zitat:
Lage:
Im Süden der Insel in der Stadt Playa Blanca mit internationalem Hafen, liegt in Richtung Leuchtturm das Grundstück in der Urbanisation Playa Blanca / Montana Roja, angrenzend an das Hotel Calimera Playa das Grundstück unmittelbar am Meer.

Die Hotels wie das Rubicón Palace mit Yachthafen 4 und 5 + Sterne wie Meliá Volcán, Princesa Yaiza, Timanfaya - und Natura Palace mit Iberostar Papagayo und die neuen Ferienanlagen wie das Playa Blanca Dunas, Playa Limones, Casa Domingo, Lanzasur, Jardines del Sol, Sun Park, Atlantic Gardens, Bahia Blanca Rock und das Paradise Island liegen sehr schön, das umliegende Naturschutzgebiet „ Timanfaya „ steht unter Weltkulturerbe.

Trotz Baustopp haben Investoren die Möglichkeit, am Meer eine Attraktion für Erlebnis- und Entertaintment zu bauen, die für LANZAROTENEOS und TOURISTEN auf der Insel einmalig wäre mit dem „ LOCALES CENTRO COMERCIALES „

Beschreibung:
Das Grundstück ist 4.271 m2 groß und liegt am Meer Linea Primero. Die Baugenehmigung für ein Lokales Comerciales ist vorhanden. Total können ca. 7.960 m2 BGF überbaut werden.
Im Sotano UG/ Meerseite EG sind viele Nutzungen möglich, so dass hier ca. 3.960 m2 für ein Comercial Center, Medical-Center – mit Fitness- und Erlebnisbereichen – möglich sind. EG mit Ladenflächen, im 1. OG und 2. OG sind die Cafe´s, Bars, Restaurants und eine Open-Air-Discothek.

Wichtig:
Für jeden Investor ist das Investitionsgesetz Z.E.C. / R.I.C. da. Dieses Steuer-Gesetz begünstigt Investitionen auf den CANAREN, so dass 95 % der Gewinne steuerfrei zu gestalten sind, dazu ist eine Re-Investition innerhalb von 5 Jahren auf den CANAREN nötig.
Die Zwischenzeit ist ohne oder kaum mit Steuer belegt. Laufende Ausgaben und Anschaffungen für bewegliche Wirtschaftsgüter mindern weiterhin die Steuerzahlungen.


Preis auf Anfrage
Man lasse sich auf der Zunge zergehen:

Trotz Baustopp .........!

Ja, so läuft das, wenn man genügend Scheine beim Ayuntamiento abliefert.
Aber bitte außerhalb der offiziellen Dienstzeiten, vielleicht bei einem schönen "Geschäftsessen" in netter Ungebung. Bei der Verabschiedung übergibt man dann einen kleinen unauffälligen Spendenkoffer.

Besonders pikant ist auch der Hinweis auf die ZEC!

Ach so, noch was zum Lesen:

Zitat:

SZ
17.03.2008 16:18 Uhr


Kanarische Inseln
Illegale Luxushotels auf Lanzarote

Ein Drittel der gehobeneren Hotels auf der Kanaren-Insel Lanzarote ist mit illegalen Genehmigungen errichtet worden. Einigen droht nun der Abriss.

Ein Drittel der Luxushotels auf der spanischen Ferieninsel Lanzarote ist nach einem Zeitungsbericht illegal errichtet worden. Wie die Madrider Zeitung El País berichtete, erklärte der Oberste Gerichtshof der Kanarischen Inseln seit dem vorigen Sommer insgesamt 22 Hotellizenzen auf Lanzarote für ungültig.

Dazu gehörten die Genehmigungen für 8 der insgesamt 25 Vier-Sterne-Hotels auf der Kanaren-Insel. Beim Bau der Anlagen sei gegen einen auf Lanzarote geltenden Baustopp verstoßen worden. Die Verwaltungsbehörden hatten im Jahr 2000 entschieden, zum Schutz der Umwelt die touristische Entwicklung auf Lanzarote einzuschränken und Qualitätstourismus zu fördern.

Das Investitionsvolumen der 22 illegal genehmigten Gebäude beläuft sich dem Bericht zufolge auf 270 Millionen Euro, insgesamt handelte es sich um mehrere tausend Betten. Gegen zahlreiche weitere Hotels seien Gerichtsverfahren anhängig, schrieb die Zeitung. Davon seien insgesamt 23 Prozent der Unterkünfte auf Lanzarote betroffen.

Die Hotels mit den illegalen oder angefochtenen Lizenzen befänden sich vor allem in den Gemeinden Yaiza und Teguise. Einigen der für illegal erklärten Hotelanlagen drohe nun der Abriss, berichtete das Blatt. Die Justiz ermittele, ob sich Verantwortliche der Gemeinden bei der Vergabe von Baugenehmigungen hätten bestechen lassen.
Und hier noch etwas:
Zitat:
NZZ Online am 18.02.2008:

Innerhalb kürzester Zeit wurden statt der ursprünglich geplanten Feriendörfer zahllose anonyme Apartmentanlagen und Hotelkästen errichtet, zu denen der desillusionierte Manrique lakonisch meinte: «In die Luft sprengen.»

Trotz zahlreichen Baustopps wird hier heute mehr geklotzt denn je. Doch statt den mittlerweile zu einer einzigen Urbanisation zusammengewachsenen Küstenabschnitt mit gezielten Interventionen aufzuwerten, ihn mit einer Inselmetro vom Privatverkehr zu entlasten und so die – aufgrund der höchsten prozentualen Fahrzeugdichte der EU und der energiefressenden Meerwasserentsalzungsanlagen – ungünstige Ökobilanz zu korrigieren, setzte man auf eine rücksichtslose Vorwärtsstrategie. So wurden in den letzten Jahren die einst ruhigen Strände von Playa Blanca an der sonnenverwöhnten Südspitze der Insel touristisch aufgerüstet und mit einer Schnellstrasse erschlossen. Die im Eiltempo aufgestellten Bungalowanlagen und Nobelherbergen mit ihren mittlerweile 20 000 Betten sollen nicht zuletzt Ersatz bieten für all jene Tourismusbauten, die derzeit in den älteren Ferienzentren Lanzarotes zu «architektonischen Kadavern» verkommen.


Umweltschützer, Unesco

Bereits überwuchert das urbanistische Krebsgeschwür einen acht Kilometer langen Küstenstreifen mit traumhafter Sicht auf die Vulkangebirge von Lobos und Fuerteventura. Die mietautogerecht angelegte Ferienstadt reicht inzwischen bis zu den geschützten Papagayo-Stränden, an denen sich vor wenigen Jahren noch der Held von Michel Houellebecqs Erzählung «Lanzarote» ungestört vergnügen konnte. Jetzt wird das hoch über den schwarzen Klippen thronende Castillo de las Coloradas vom Luxushotel «Gran Meliá Volcán» bedrängt, das in der Form eines kanarischen Dorfes erbaut wurde – samt Kirche und einem an eine Kohlenhalde erinnernden Vulkan, unter dem sich die Lobby befindet. Diese Art von Disney-Architektur hätte Manrique wohl ebenso bekämpft wie die hier dem Meer abgetrotzte Marina Rubicón mit ihren 500 Anlegeplätzen oder den zwischen der Playa de Afe, dem ersten, jüngst völlig zubetonierten Papagayo-Strand, und der Playa de las Mujeres errichteten Ferienbunker «Papagayo Arena».

Das spanische Umweltministerium möchte diesen nun abreissen lassen, um ein Zeichen gegen die fortschreitende Verschandelung des Biosphärenreservats zu setzen. Doch das sind schöne Worte, denn Spanien sieht allzu lange schon tatenlos der Zerstörung seiner Küsten zu. Ein Machtwort der Unesco könnte allenfalls noch zu einem Baustopp und zur Rückbesinnung auf Manriques grüneren Qualitätstourismus führen – und damit Lanzarote nicht nur erneut zum Vorbild machen, sondern darüber hinaus auch den vom Fremdenverkehr abhängigen Wohlstand nachhaltiger sichern.
Man muss die UNESCO wirklich fragen, welchen Sinn es macht, die Cañadas del Teide zum Weltnaturerbe zu machen, aber gleichzeitig auch den Bauwahnsinn in Süden und Norden der Insel Teneriffa zu übersehen.

Lieber Dante.Alighieri,

ich glaube nicht, dass man sich nach den Erfahrungen vorheriger Baustopps viel Positives von einem erneuten Baustop versprechen sollte.
Der Begriff STOP wird auf den Canarias eher als "volles Bauen voraus" interpretiert.
Hoffentlich wird STOP nicht bald auch im Straßenverkehr so interpretiert, sonst könnte es in Zukunft noch gefährlicher werden, STOP Schilder aufzustellen.

"Ein Drittel der Luxushotels auf der spanischen Ferieninsel Lanzarote ist nach einem Zeitungsbericht illegal errichtet worden."
Architektonische Kadaver in die Luft sprengen.

Geändert von mac08151 (23.05.2008 um 14:45 Uhr).
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