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Alt 16.05.2008, 14:41
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Pensador_XL Pensador_XL ist offline
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Standard Kanarische Inseln nicht erste Wahl

Was gibt mir Anlass, mir einmal etwas von der Seele schreiben?
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Nur noch 52 Punkte (von 100) erhielten die kanarischen Inseln und damit Note 4. Zum Vergleich: Die Färöer-Inseln erhielten die Note 2 und 87 Punkte.

Über die Kanaren berichtet das Ranking, dass El Hierro und La Palma in einem wesentlich besseren Zustand seien, als z.B. die Touristenhochburgen Lanzarote, Gran Canaria und Teneriffa.

Allerdings herrsche eine große Bandbreite über alle Inseln gesehen und sogar innerhalb der einzelnen Inseln. Einerseits gäbe es touristische Qualität, hier werden explizit der Teide, einzelne Baudenkmäler in Las Palmas (GC) und Santa Cruz (TF) oder die Erschließung der Strände in Playa Blanca (Lanzarote) erwähnt. Dies werde jedoch konterkariert durch exzessive und negative Entwicklung im Tourismusbereich, vor allem falle Teneriffas Nordküste dahingehend negativ auf.

Wörtlich: "Weil die Mittelmeerinseln kaum mehr aufnahmefähig sind, sind die Kanarischen Inseln wahrscheinlich das nächste Ziel."

Quellen: Bericht - Spiegel-Online, Darstellung - National Geografic Traveller

Falls das eine fundierte Prognose ist, müsste sich auf Teneriffa der Tourismus erholen. Aber nicht nur der Tourismus, sondern auch die wirtschaftliche Situation allgemein müsste sich dann verbessern. Ich glaube aber nicht daran, weil erstens die oben gemachten Aussagen vage sind, zweitens die Provinzpolitik sich nicht ausreichend und mit der richtigen Strategie darum bemüht.

Was kann oder sollte getan werden?

Sicher NICHT die Südautobahn beleuchten. Sicher NICHT weitere Touristen-Silos bauen oder Naturflächen vernichten zur Ansiedlung von Eigenheimen Marke "Starenkasten". Die ZEC (Zona Especial Canaria) wirkt sich in diesem Bereicht verhängnisvoll aus. Erst recht werden KEINE All-Inclusive-Angebote benötigt, denn die bringen den geringsten Nutzen für die Insel, ihre Bewohner und ihre Wirtschaft weil das Geld überwiegend vom Reiseveranstalter abgeschöpft wird und diese wegen ihrer Marktmacht die hiesigen Dienstleistungsanbieter unter Knebelverträge nehmen (können). Die Folge ist, dass Mitarbeiter äußerst schlecht bezahlt und behandelt werden. Mallorcas Ballermann lässt grüßen, Teneriffas und Gran Canarias Süden sind dem Ballermann dicht auf den Fersen.

Stattdessen müsste, nein, das ist zu schwach ausgedrückt, muss die Politik die Bedingungen schaffen, damit sich eine Erlebnis-, Kultur-, Sport- und Qualitätstourismus entwickeln kann. Bisher erzeugen die Gemeindefürsten doch nur Aktionismus, der primär ihr persönliches politisches Überleben und/oder ihr persönliches Geschäft entwickeln soll (so genau ist beides nicht immer zu trennen). Beispiel: Beleuchtung der Autobahn. Wie hirnrissig muss jemand sein, der das fordert oder unterstützt. Auf allen Autobahnen fahren NUR Kraftfahrzeuge, und die haben ALLE an der Vorderseite helles Licht, auch Scheinwerfer genannt. Fußgänger und Radfahrer haben nichts auf der Autobahn verloren. Wildwechsel gibt es hier nicht. Wozu also eine Beleuchtung der Autobahn mit horrendem Energieverbrauch und Investitionsbedarf? Weil Brüssel das Meiste dazuzahlt? Kommt deswegen auch nur ein einziger Tourist mehr auf die Insel? NEIN!

Teneriffa hat eine fantastische Flora, vieles davon sind endemische Pflanzen, ebenso wie die einzigartige Fauna, mit zahlreichen Echsenarten, (bisher) keine dem Menschen gefährlichen Reptilien oder Insekten. Abgesehen vom Skifahren ist hier fast alles möglich, was ein Urlauberherz begehrt: Reiten, Paragleiten, Fliegen, Segeln, Tauchen, Wander, Bergsteigen und das Miterleben eines (noch) naturbelassenen Brauchtums. Vereinzelt gibt es sogar schon ausgezeichnete Prime-Restaurants, aber zu wenige, und daneben die urwüchsigen Guachiches, Einheimischenlokale, die nur solange offen haben, wie sie eigenen Wein ausschenken können. Letztere sind hauptsächlich im Norden zu finden. Es fehlt der Mittelbau. Ordentliche, preiswerte Restaurants, die spanisch/kanarisch kochen und nicht pseudo-deutsch oder noch schlimmer –englisch. Ordentliche, preiswerte Hotels in denen es sich nicht lohnt All-Inclusive zu buchen und dafür seine Freiheit zu suspendieren, die aber entweder selbst eine gute Küche betreiben oder mit entsprechenden Restaurants ein Netzwerk bilden. Ich verwechsle „preiswert“ nicht mit „billig“!

Warum sorgt die Politik nicht für mehr Qualität anstelle von Quantität, anstatt den gleichen Fehler aller inzwischen verdorbenen Tourismusgebiete zu wiederholen. Wenn die Provinz Canarias nicht bald aufwacht, wird es zu spät sein. Dann werden die jetzt für touristische Entwicklung erzeugten Brachen wieder mit Tomaten bepflanzt werden müssen, damit die Tinerfeños überleben können. Die Touristen werden sich andere Orte suchen (und zu Grunde richten), die Kanaren aber verarmen wieder.

Eine düstere Prognose, darüber bin ich mir bewusst. Mit Schönwetterreden ist aber auch nicht geholfen.

Mit der Hoffnung auf Besserung weiterlebend, denn Die Hoffnung stirbt zuletzt!
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Pensador_XL
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