
26.04.2008, 11:28
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 | Erfahrener Benutzer | | Registriert seit: 28.07.2007
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Ein heißes Eisen! Liebe Vilaflore (das ist der Plural, nicht die weibliche Form) da habt ihr ja ein wirklich heißes Eisen angepackt. Dass in den Foren solche bevollmächtigte Herausforderer, wie man das auch aus dem Französischen übersetzen könnte (agent = Bevollmächtigter, provocateur = Herausforderer), eingesetzt oder selbsternannt und geduldet, aktiv sind, steht für mich außer Zweifel. Doch möchte ich auch auf eine andere Bedeutung des Begriffs hinweisen. Ein Agent Provocateur wird auch verstanden als: Zitat: |
... eine Person, die einen Dritten zu einer gesetzeswidrigen Handlung provozieren soll.
| Weiterhin heißt es, (Quelle) Zitat: | Der Einsatz eines Agent Provocateur durch den Staat erfolgt üblicherweise im Auftrag von Behörden wie Polizei oder Geheimdiensten und bezweckt idealerweise die Begehung eines unbeendeten Tatversuchs (Haupttat) mit der Möglichkeit üblicher Beweissicherung (→ in flagranti). Ziel eines solchen Einsatzes ist, verhüllte und gefährliche Kriminalität aus der straflosen Latenz zu locken. Ein Agent Provocateur entstammt regelmäßig dem verdeckten Mitarbeiterumfeld: V-Mann, Verdeckter Ermittler, Inoffizieller Mitarbeiter. | Gut, ein Internetforum ist nicht der Staat. Das macht es sehr viel leichter, eine eigene Forum-Kultur zuzulassen oder sogar zu "provozieren". Für das 2. Leben gelten aber zunehmend die nationalen Gesetzte des jeweiligen Domain-/Provider-Host-Landes. Die juristische Realität hat das virtuelle Leben eingeholt. Dennoch hängt es (noch, denn die Internet-Gemeinde kämpft vehement um ihre Freiheit) in überwiegendem Maß von dem klar ausgedrückten Wollen (z.B. Regeln) oder schlüssigem Verhalten der Forumsverantwortlichen ab, wie sich ein Forum entwickelt. Es ist natürlich auch dem Forenbetreiber freigestellt, dem Begriff des Agent Provocateur eine eigene Nuance (fr.: nuance = die Abtönung, der Farbton) zu geben. Versteht man unter Provokation einen Vorgang, der durch bewusstes Reizen Jemanden zur Reaktion veranlassen soll, dann ist dagegen überhaupt kein Einwand angebracht. Ich bin überzeugt, dass Foren nur dadurch interessant sind, dass immer wieder etwas Neues, Unerwartetes auftaucht. Das erklärt auch, dass immer dann die Zugriffszahl steigt, wenn ein „Krimi“ im Forum läuft. Quasi Statisches findet sinnvoller Weise in Nachschlagewerken wie Wikipedia oder dem Teneriffa Wiki Platz. Foren leben von der Dynamik. Wenn aber die Dynamik nur noch aus "Liebilein", "das empfinde ich auch genau so wie Du" oder sonstigem "Eiteitei" oder "la ola" besteht, sollte es sofort geschossen werden wegen "Verunglimpfung der Menschheit" (ja, das ist eine Provokation!). Ein Agent Provocateur sollte geplant vorgehen. Einfach nur Fragen zu stellen, die in anderen Beiträgen direkt oder indirekt schon beantwortet wurden, ist mir zu platt. Zu solcher Planung gehört es, die Schlüsselworte zu erarbeiten, die (voraussichtlich) das Interesse der Leser und Mitglieder wecken können, und diese dann gezielt in die verschiedenen Treads einzustreuen, aber erst dann, wenn ein Tread zu erlahmen droht. Wichtig erscheint mir dabei eine Rollenverteilung, die das Ganze durch unterschiedliche Schwerpunkte und Formulierungen „würzt“. Fazit: Die Rolle des Agent Provocateur sollte (muss) es in einem dynamischen Forum geben. Die Ausübung der Rolle muss planmäßig erfolgen.
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