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Alt 05.09.2006, 23:04
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sanmiguel sanmiguel ist offline
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sanmiguel befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Ich hab's schon mehrfach an unterschiedlicher Stelle hier gesagt: die soziale Sicherheit (und die staatlichen sozialen Sicherungssysteme) sind in Spanien deutlich reduziert gegenüber dem, was man in Deutschland bislang gewohnt war.

Auch bei einem eventuellen Scheitern beruflicher Pläne wird man auf TF nicht unbedingt verhungern, aber vor allem wenn man nicht nur für sich allein entscheidet, sondern auch für einen Partner oder vor allem Kinder, dann sollte man schon gute Gründe haben, das deutsche Sicherungsnetz aufzugeben.
Andererseits: no risk, no fun - Kinder wollen von den Eltern nicht unbedingt nur Markenklamotten, sondern vor allem Aufmerksamkeit, Interesse, Zuwendung - und sie sind fast immer bereit, finanzielle Untiefen klaglos mitzugehen, wenn die Familie funktioniert und die Sozialumgebung.

Ein oft übersehener Lösungsweg, eine neue Lebensform auszuprobieren, ohne die Brücken zurück total in Stücke zu schlagen, ist das "sabatical" - also eine mit dem Arbeitgeber abgesprochene Auszeit von 3-12 Monaten, die entweder als unbezahlter Urlaub gewährt wird (Konzerne zahlen da meist sogar die Sozialversicherung weiter) oder als Unterbrechung des Arbeitsvertrages mit garantierter Wiedereinstellung.
Wenn Du Deinem Arbeitgeber wichtig bist, dann wird er diesen Weg mit hoher Wahrscheinlichkeit mitgehen, wenn er Dich eh' gern los wäre, bestimmt nicht. Einfach mal fragen.

Und nach 6-12 Monaten "Teneriffa live" wisst Ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit, ob dieses hochgradig eigenverantwortliche, wenig extern abgesicherte Leben was für Euch ist - es hat ja auch viele positive Seiten. "Jazzer" hat das vor einigen Tagen sehr gut erkannt, auch in Hinblick wohl auf meine kritischen Anmerkungen: es muß wohl doch was dran sein, daß auch all diese Kritiker sehr gern auf TF sind und nicht mehr weg möchten.

Man findet schon Arbeit hier auf TF, die Wirtschaft wächst ja in nahezu allen Bereichen, z.T. sprunghaft - die Kfz.-Zulassungszahlen sind z.B. in den letzten beiden Jahren um jeweils 16 % gestiegen (in D feiert man 1 % schon als Erfolg), Du musst nur über die Insel fahren und siehst überall Autohaus-Neubauten, oft regelrechte Paläste.
Die Bauwirtschaft boomt seit Jahrzehnten, von kurzzeitigen Irritationen mal abgesehen, die Einwohnerzahl steigt permanent, damit auch der Bedarf an Warenimport jeder Art, also boomen auch die Distributions- und Logistikfirmen.
Du musst flexibel sein und Kenntnisse und Leistungsbereitschaft in den Branchen haben, die gefragt sind - als Literaturwissenschaftler wirst Du's ein bißl schwer haben, wenn Du nicht bereit bist zu einem hohen Maß an Pragmatismus.
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