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Alt 03.09.2006, 21:15
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sanmiguel sanmiguel ist offline
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In Österreich habt Ihr tatsächlich gegenüber deutschen Verhältnissen wesentlich knappere Regelungen, was die Bezahlung von Arbeitslosigkeit angeht. In Spanien ist's übrigens ebenso, die Leistungen von INEM, der spanischen Arbeitsverwaltung, sind eigentlich minimal und dienen der Überlebens-Sicherung.

Aber, und da liegt meines Erachtens der Hase im Pfeffer: genau so (als Überlebens-Sicherung) war das ALG ja auch mal gedacht und fast jeder, der es in Anspruch nehmen musste, hat sich geschämt dafür. Heute ist teilweise eine Umkehr der Werte eingetreten: "für € 100,00 mtl. mehr alls ich ALG-Anspruch habe, arbeite ich doch nicht". Jeder, der trotzdem arbeiten, ist in den Augen weiter Teile der deutschen Gesellschaft ziemlich doof.
So kommt der Aussage: "gib' mir ALG, aber taste mein Erspartes nicht an", schon ein anderes, meiner Ansicht nach falsches Grundverständnis zu. Keine Arbeitsverwaltung zwingt einen Arbeitslosen, ihre Leistungen anzunehmen. Aber wenn er sie in Anspruch nimmt, muß er sich, so unbequem dies nach 30 Jahren des sozialpolitischen Wattebällchen-Werfens momentan sein mag, den Leistungsgrenzen und Leistungsbedingungen unterwerfen, die aktuell gelten. Der deutsche Staat ist pleite und da ist kein Raum mehr für Anspruchsdenken. Falls nicht ganz schnell auf ganz breiter Basis ein Erkennen der Dramatik der Situation erfolgt, wird es die BRD in 15 Jahren nicht mehr geben - verstorben an exakt den gleichen Gründen wie die DDR, nämlich Nicht-Finanzierbarkeit.

Ich weiß, jetzt kommt der Satz: die Menschen würden ja gern arbeiten, aber es gibt keine Arbeitsplätze. Naja, der Export der Arbeitsplätze in Niedriglohnländer ist u.a. deshalb erfolgt, weil die Arbeit in Deutschland vor allem durch die Lohn-Nebenkosten viel zu teuer geworden ist, u.a. auch durch das permanente Steigen der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Weil die eben von der Überlebenshilfe zur alternativen Form der Einkommensbeschaffung mutiert ist.